Renk revolutioniert Produktion

1.000 Getriebe pro Jahr! 11.09.2025, 13:41 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Produktionshalle
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Vom Manufakturbetrieb zur Serienfertigung – Renk schaltet hoch

Der Augsburger Getriebehersteller Renk vollzieht einen radikalen Wandel in seiner Produktion. Mit einem neuen modularen Fertigungskonzept verabschiedet sich das Traditionsunternehmen von der bisherigen Manufakturfertigung und setzt auf eine skalierbare Kleinserienproduktion. Das erklärte Ziel: über 1.000 Getriebe pro Jahr. Vorstandschef Alexander Sagel präsentierte das neue Konzept am Stammsitz in Augsburg und betonte, dass damit nicht nur die Effizienz, sondern auch die Reaktionsgeschwindigkeit auf Großaufträge signifikant steigt.

„Wir transformieren unsere Produktion, um die massiv gestiegene Nachfrage schneller bedienen zu können“, so Sagel. Angesichts eines Auftragsbestands von 5,9 Milliarden Euro zur Jahresmitte 2025 – eine Milliarde mehr als noch Ende 2024 – scheint dieser Schritt dringend notwendig. Die neue Produktionsstrategie versetzt Renk in die Lage, Milliardenaufträge zügiger abzuarbeiten und die operative Schlagkraft entscheidend zu erhöhen.

Renk und Patria setzen auf Leichtgewichte mit Power

Parallel zur Produktionsumstellung feierte Renk auf der internationalen Rüstungsmesse DSEI in London die Premiere seines neuesten Produkts: das Getriebe HSWL 076. Gemeinsam mit dem finnischen Rüstungsunternehmen Patria entwickelt, richtet sich das neue System speziell an leichte Kettenfahrzeuge zwischen 13 und 21 Tonnen Gewicht. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 90 km/h, integrierter Lenkung und hoher Manövrierfähigkeit bringt das Getriebe alle Voraussetzungen mit, um in modernen Einsatzszenarien zu bestehen.

Besonders zukunftsweisend ist die technische Ausstattung: Das HSWL 076 wurde in weniger als zwei Jahren zur Serienreife gebracht, unterstützt digitale Schnittstellen und ist bereits für hybride Antriebe vorbereitet. Eine spätere Umrüstung auf Drive-by-Wire-Technologie ist ebenfalls vorgesehen. CEO Sagel nennt das Produkt einen „neuen Standard für Antriebstechnologie in leichten Kettenfahrzeugen“ und unterstreicht die Bedeutung der partnerschaftlichen Entwicklung mit Patria als Blaupause für künftige Innovationsprojekte.

Börsenliebling Renk – Rüstungswerte mit Rückenwind

Die neue Dynamik bei Renk bleibt auch an der Börse nicht unbemerkt. Seit dem IPO Anfang 2024 – orchestriert vom Finanzinvestor Triton – hat sich der Aktienkurs des Unternehmens nahezu vervierfacht. Am Mittwoch zählte die Renk-Aktie zu den stärksten Titeln im MDAX. Rückenwind kam von geopolitischen Spannungen: Der Abschuss mehrerer Drohnen über Polen ließ die Nachfrage nach Verteidigungstiteln steigen. Auch andere Rüstungswerte wie Rheinmetall und Hensoldt profitierten deutlich.

Für 2025 rechnet Renk mit einem Umsatz von über 1,3 Milliarden Euro und einem bereinigten operativen Ergebnis (EBITDA) zwischen 210 und 235 Millionen Euro. Mit rund 4.000 Mitarbeitenden und einer klaren strategischen Ausrichtung auf zukunftsfähige Militärtechnologie positioniert sich das Unternehmen als bedeutender Akteur in der europäischen Verteidigungsindustrie – sowohl technologisch als auch wirtschaftlich.

Bn-Redaktion/aw
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