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Rheinmetall mit Rekordwachstum

Doch dieses Risiko bleibt 02.08.2026, 13:40 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Helikopter mit Soldaten
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Rheinmetall 1.142,80 EUR -0,03 % Lang & Schwarz

Umsatz und Gewinn steigen kräftig

Die vorläufigen Zahlen für das zweite Quartal zeigen eine deutliche Beschleunigung des Geschäfts. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um rund 69 Prozent auf etwa 3,289 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis erhöhte sich von 276 Millionen Euro auf 562 Millionen Euro und hat sich damit mehr als verdoppelt. Rheinmetall übertraf sowohl beim Umsatz als auch beim operativen Ergebnis die Markterwartungen. Nach dem schwächeren Jahresauftakt liefert der Konzern damit ein wichtiges Signal für die weitere Entwicklung im Geschäftsjahr 2026.

Auftragsbestand erreicht neue Dimension

Auch die Nachfrage bleibt hoch. Im zweiten Quartal verbuchte Rheinmetall Aufträge im Umfang von 11,37 Milliarden Euro. Dadurch stieg der Auftragsbestand auf mehr als 80 Milliarden Euro. Ein wichtiger Bestandteil ist ein Auftrag aus Rumänien im Wert von 5,7 Milliarden Euro. Dieser umfasst unter anderem Lynx-Kampffahrzeuge, Skyranger-Flugabwehrsysteme, Munition, gepanzerte Transportfahrzeuge sowie mehrere Schiffe. Der hohe Bestand verbessert die langfristige Planbarkeit, stellt den Konzern aber zugleich vor große Anforderungen beim Ausbau der Produktion.

F126-Absage belastet die Planung

Ein wesentliches Risiko bleibt die Absage des F126-Programms. Rheinmetall prüft weiterhin, welche Auswirkungen die Entscheidung auf die Jahresziele haben könnte. Für 2026 erwartet der Konzern bislang einen Umsatz zwischen 14 Milliarden Euro und 14,5 Milliarden Euro. Sollte es nicht gelingen, die Folgen der Absage auszugleichen, könnte der Umsatz um bis zu 300 Millionen Euro niedriger ausfallen. Der Halbjahresbericht dürfte zeigen, ob Rheinmetall an der bisherigen Prognose festhält oder Anpassungen vornimmt.

Investitionen drücken auf den Cashflow

Trotz des starken operativen Wachstums dürfte der Cashflow Aufmerksamkeit erhalten. Rheinmetall rechnet für das zweite Quartal mit einem deutlich negativen operativen Free Cashflow. Als Grund nennt der Konzern hohe Ausgaben für den Ausbau seiner Kapazitäten. Neue Fabriken, zusätzliche Produktionslinien und größere Lagerbestände benötigen zunächst erhebliche finanzielle Mittel. Entscheidend ist deshalb, wie schnell sich die Investitionen in steigende Auslieferungen und Zahlungseingänge verwandeln. Ein dauerhaft schwacher Cashflow könnte trotz hoher Gewinne Fragen zur Kapitalbindung aufwerfen.

Prognose wird zum entscheidenden Faktor

Der vollständige Bericht wird am 6. August um 14 Uhr veröffentlicht. Nach den überraschend starken Eckdaten dürften die endgültigen Quartalszahlen weniger entscheidend sein als der Ausblick des Vorstands. Anleger werden besonders auf Auftragseingang, Cashflow, Produktionsfortschritte und mögliche Folgen des F126-Ausfalls achten. Rheinmetall muss zeigen, dass der Konzern den Auftragsbestand zuverlässig abarbeiten und gleichzeitig die Profitabilität sichern kann. Die Prognose dürfte daher bestimmen, ob die vorläufigen Rekordzahlen der Aktie neue Impulse geben.

Bn-Redaktion/tb
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