Shortseller-Attacke auf Ottobock

Kommt jetzt der nächste Absturz 19.05.2026, 19:47 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Ottobock 54,60 EUR -9,75 % Gettex

Shortseller sorgt für Schock an der Börse

Die Aktie des Prothesenherstellers Ottobock verlor zeitweise mehr als 12 Prozent und gehörte damit zu den schwächsten Werten im SDAX. Auslöser war ein neuer Bericht des Leerverkäufers Grizzly Research. Das Analysehaus erhebt schwere Vorwürfe gegen das Unternehmen sowie gegen Mehrheitsaktionär Hans Georg Näder.

Grizzly Research kritisiert vor allem die Bilanzierung des Medizintechnikkonzerns. Im Fokus steht die Kennzahl Underlying Core EBITDA. Nach Ansicht des Shortsellers bilde diese die tatsächliche operative Entwicklung nicht korrekt ab und lasse die Profitabilität besser erscheinen als sie tatsächlich sei.

Kritik an Bilanzierung und Forschungskosten

Zusätzlich wirft Grizzly dem Unternehmen aggressive Bilanzierungspraktiken bei Forschungs- und Entwicklungskosten vor. Ottobock aktiviere im Vergleich zu Wettbewerbern wie Embla Medical deutlich höhere Entwicklungsausgaben. Dadurch würden Kosten nicht direkt erfolgswirksam verbucht, was den Gewinn kurzfristig stütze.

Besonders brisant ist dabei die Aussage des Leerverkäufers, wonach konsultierte Bilanzierungs- und Prüfungsexperten die Methoden als problematisch eingestuft hätten. Grizzly selbst setzt auf weiter fallende Kurse und sieht den fairen Wert der Aktie nach eigenen Angaben nur bei rund 30 Euro.

Russland-Geschäft rückt in den Mittelpunkt

Ein weiterer Schwerpunkt des Berichts betrifft die Aktivitäten in Russland. Laut Grizzly Research soll Ottobock trotz des Ukraine-Kriegs weiterhin erhebliche Umsätze im russischen Markt erzielen. Der Anteil am Konzernumsatz habe im ersten Halbjahr 2025 schätzungsweise bei fast 9 Prozent gelegen.

Noch schwerer wiegt die Behauptung, dass das Russland-Geschäft wegen hoher Margen rund 35 Prozent des Konzerngewinns beigetragen haben könnte. Zudem wirft der Shortseller dem Unternehmen vor, die Bedeutung des Russland-Geschäfts in der regionalen Berichterstattung verschleiert zu haben.

Ottobock weist die Vorwürfe zurück. Vorstandschef Oliver Jakobi erklärte auf der Hauptversammlung, die Aktivitäten in Russland dienten ausschließlich der zivilen Versorgung und stünden vollständig im Einklang mit den EU-Sanktionsvorschriften.

Schulden und Aktienpfand belasten zusätzlich

Im Zentrum der Kritik steht auch Großaktionär Hans Georg Näder. Laut Grizzly sollen Aktienanteile als Sicherheit für Kredite verpfändet worden sein. Bis 2030 könnten laut Bericht inklusive Zinsen rund 2,36 Milliarden Euro fällig werden.

Der Shortseller warnt deshalb vor zusätzlichem Verkaufsdruck auf die ohnehin schwache Aktie. Besonders kritisch könnte es werden, falls der Kurs weiter deutlich fällt und kreditbesicherte Aktienpositionen unter Druck geraten.

Jetzt entscheidet die Marke von 52 Euro

Charttechnisch hat sich das Bild der Ottobock-Aktie deutlich verschlechtert. Die wichtige Unterstützung bei 52 Euro steht nun im Fokus der Anleger. Fällt die Aktie darunter, könnte sogar das bisherige Allzeittief bei 47 Euro erneut getestet werden.

Trotz der heftigen Reaktion bleibt offen, wie belastbar die Vorwürfe tatsächlich sind. Mehrere der angesprochenen Themen waren bereits vor dem Börsengang im Oktober 2025 bekannt. Gleichzeitig verweisen Befürworter des Unternehmens darauf, dass die Bilanzierung bislang von Wirtschaftsprüfern bestätigt wurde und zahlreiche Analysten die Aktie weiterhin beobachten.

Bn-Redaktion/tb
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