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Skandal um Intel

Trump lässt Aktie einbrechen 07.08.2025, 15:28 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Skandal um Intel: Trump lässt Aktie einbrechen
© Symbolbild von Michael Dziedzic auf Unsplash
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Intel 105,51 EUR +2,40 % L&S Exchange

Politischer Sturm: Trump fordert Rücktritt des CEO

Ein Tweet mit Sprengkraft: Donald Trump forderte öffentlich den sofortigen Rücktritt von Intel-CEO Lip-Bu Tan, den er als „hochgradig konfliktbelastet“ bezeichnete. Der Vorwurf: Tan halte enge Verbindungen zu chinesischen Halbleiterfirmen und habe angeblich Investitionen in Höhe von 200 Millionen USD in strategische Wettbewerber außerhalb der USA gelenkt – ein Vorwurf, den Intel bislang nicht kommentierte. Die politische Brisanz liegt in der laufenden Debatte über die nationale Halbleitersouveränität, in der Intel bislang als Vorzeigeunternehmen galt.

Kursabsturz trotz solider Geschäftszahlen

Bereits zuvor hatte die Aktie geschwächelt, nun folgte der Absturz: Seit Monatsbeginn verlor Intel über 18 % an Börsenwert. Dabei waren die jüngsten Quartalszahlen keineswegs enttäuschend.
Im Q2 meldete Intel einen Umsatz von 12,9 Milliarden USD und einen Gewinn je Aktie von 0,41 USD, jeweils leicht über Analystenerwartungen. Besonders das Foundry-Geschäft zeigte ein Wachstum von 14 %, getrieben durch staatliche Förderungen und neue Partnerschaften im KI-Bereich. Doch diese operativen Fortschritte geraten durch das politische Donnerwetter in den Hintergrund.

Geopolitik als neue Bedrohung für den Turnaround

Die Attacken kommen zu einem kritischen Zeitpunkt: Intel befindet sich mitten in einem tiefgreifenden Umbau. Tan wollte den Konzern wieder an die technologische Weltspitze führen, mit milliardenschweren Investitionen in neue Fabriken in den USA und Europa. Nun steht nicht nur seine Person, sondern auch die Glaubwürdigkeit dieser Strategie infrage. Analysten sprechen von einer „potenziellen Führungs- und Reputationskrise“. Sollte Tan tatsächlich zum Rücktritt gezwungen werden, könnte das geplante Rebranding von Intel als Foundry-Kraftpaket ins Wanken geraten.

Bewertung auf Krisenniveau – Einstiegschance?

Mit einem aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 13 gilt Intel fundamental als günstig. Das Marktumfeld in der Chipbranche bleibt zudem vielversprechend: Analysten erwarten ab 2026 eine starke Erholung bei PC- und Rechenzentrumsnachfrage. Kurzfristig drohen jedoch weitere Rückschläge, falls sich der politische Druck weiter erhöht oder institutionelle Anleger abspringen.

Community-Stimmung

Im Forum von boersennews.de kochen die Emotionen hoch. Viele Nutzer zeigen sich wütend: „Trump zerstört hier mutwillig Vertrauen in die US-Techindustrie“, schreibt ein User. Andere kritisieren das Management direkt: „Warum äußert sich Intel nicht klar zu den Vorwürfen?“ Einige sehen darin jedoch auch eine Kaufchance – „Fundamentals stark, politischer Lärm – ich nutze den Dip“, meint ein Langfristinvestor.
Der Tenor: große Unsicherheit, aber bei vielen bleibt der Glaube an den langfristigen Turnaround bestehen.

Bn-Redaktion/pl
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