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Sneaker-Boom vor dem Aus

Analysten warnen vor Wachstumsschwäche bei Adidas und Co. 11.01.2026, 15:21 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Symbolbild Adidas
AI MODIFIED Inhalte teilweise mit KI erstellt.
© Foto von Karsten Winegeart auf Unsplash
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Name Aktuell Diff. Börse
PUMA 25,00 EUR ±0,00 % Lang & Schwarz
adidas 154,23 EUR +0,13 % Lang & Schwarz
Nike (B) 34,91 EUR +0,09 % Lang & Schwarz

Bank of America sieht Paradigmenwechsel
In einer brisanten 61-seitigen Analyse kommt das Team um Thierry Cota zu dem Schluss, dass die Wachstumsaussichten für die Branche rapide schwinden. Der Anteil von Sneakern am weltweiten Schuhmarkt ist von unter 25 % auf über 50 % gestiegen – ein Strukturwandel, der laut den Experten nun weitgehend abgeschlossen ist. Die Konsequenz: Statt der gewohnten Wachstumsraten von durchschnittlich 9 % pro Jahr (seit 2007) prognostizieren die Analysten für die Zukunft nur noch eine jährliche Expansion von 4 bis 5 %. Besonders hart traf es Adidas: Die Bank stufte die Aktie gleich zweifach herab, strich die Kaufempfehlung und bezeichnete das Papier als eines der unattraktivsten der Branche. Die Aktie reagierte prompt mit einem Kursrutsch von bis zu 7,6 %.

Widerspruch aus der Branche
Doch nicht alle teilen den Pessimismus der Banker. Branchenveteran Matt Powell widersprach der These vehement, und auch Daten von Circana zeichnen ein anderes Bild: In den USA wuchs das Sneaker-Segment bis November 2025 immerhin noch um 4 %, während der klassische Modemarkt um 3 % schrumpfte. Analystin Beth Goldstein betont, dass Komfort und Wellness keine flüchtigen Trends, sondern feste Konsumentenpräferenzen geworden sind. Auch Bloomberg Intelligence sieht eher eine Normalisierung nach dem Pandemie-Hype als ein Ende des Trends. Die Schränke seien nun schlicht "ausgewogener", so Analystin Poonam Goyal.

Luxus-Hybriden und neue Player
Dass der Sneaker noch lebt, zeigt sich auch in Nischenmärkten. Auf der Resale-Plattform StockX war 2025 der New Balance 1906L – eine Mischung aus Loafer und Laufschuh – der meistgehandelte Halbschuh. Luxusmarken wie Gucci und Moncler setzen weiterhin auf hochpreisige Kollaborationen. Dennoch kämpfen die etablierten Riesen mit Herausforderungen: Neue Wettbewerber wie Hoka und On Holding graben Marktanteile ab, während die Nachfrage in China schwächelt und das Damoklesschwert möglicher US-Zölle über der Branche schwebt.

Pause oder neue Realität?
Hinsichtlich der Zukunft skizziert die Bank of America zwei mögliche Pfade, wobei die Analysten eine klare Präferenz haben. Die optimistische Lesart wäre, dass sich die Branche lediglich in einer verlängerten Flaute befindet, ausgelöst durch Konjunktursorgen und die aktuelle Schwäche von Nike, woraufhin ab 2027 eine Erholung einsetzen könnte. Als wesentlich wahrscheinlicher bewerten die Experten jedoch das Szenario eines fundamentalen Wandels: Die Branche trete in ein "neues, weniger vorteilhaftes langfristiges Paradigma" ein, in dem die explosiven Wachstumsraten der Vergangenheit dauerhaft niedrigeren Zuwächsen weichen müssen.

Bn-Redaktion/js
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