Stellantis verbrennt Milliarden

E-Auto-Strategie gescheitert? 06.02.2026, 11:50 Uhr Jetzt kommentieren: 0

E-Auto
© Symbolbild von CHUTTERSNAP auf Unsplash
Werte zum Artikel
Name Aktuell Diff. Börse
Stellantis 5,842 EUR -28,00 % Lang & Schwarz

Milliardenabschreibungen offenbaren Fehleinschätzungen

Die Dimension der Korrektur ist außergewöhnlich: Stellantis verbucht Abschreibungen in Höhe von rund 22,2 Milliarden Euro. Der größte Teil dieser Summe resultiert aus der grundlegenden Neubewertung der Produkt- und Technologieplanung. Insbesondere die ursprünglichen Absatzprognosen für Elektrofahrzeuge stellten sich als deutlich zu ambitioniert heraus. Die erwartete Marktdurchdringung blieb aus, während Investitionen bereits fest eingeplant und teilweise umgesetzt waren.

Diese Entwicklung schlägt direkt auf das Ergebnis durch. Für das zweite Halbjahr 2025 rechnet der Konzern mit einem Nettoverlust zwischen 19 und 21 Milliarden Euro. In der Konsequenz setzt Stellantis die Dividendenzahlungen aus. Für Anteilseigner bedeutet das eine doppelte Belastung: sinkende Ergebniszahlen und der Wegfall laufender Ausschüttungen.

Rückzug aus Kanada: LG Energy Solution übernimmt Kontrolle

Zeitgleich zur finanziellen Neubewertung zieht sich Stellantis aus einem zentralen Batterieprojekt zurück. Der südkoreanische Partner LG Energy Solution übernimmt für symbolische 100 Dollar den 49-Prozent-Anteil von Stellantis an dem gemeinsamen Batteriewerk in Kanada. In das Projekt waren zuvor mehr als 5 Milliarden kanadische Dollar investiert worden, was umgerechnet etwa 3,65 Milliarden US-Dollar entspricht.

Der Schritt ist kein Einzelfall. Bereits 2024 hatte LG Energy Solution eine vergleichbare Transaktion mit General Motors vollzogen und dessen Anteil am Batteriewerk in Lansing übernommen. Die Entwicklung zeigt, wie stark sich die Prioritäten auf Herstellerseite verschoben haben und wie konsequent Investitionen in die Elektromobilität zurückgefahren werden.

Lieferprobleme und politische Faktoren verschärfen den Druck

Zusätzliche Belastung entsteht durch operative Schwierigkeiten. Laut Insiderinformationen kämpft Stellantis mit Engpässen bei der Batterieversorgung. Der französische Zulieferer ACC soll mit der Produktion nicht im geplanten Umfang nachkommen. Die Folge sind Verzögerungen bei mehreren Elektromodellen, deren Produktionsstart bereits vorgesehen war.

Hinzu kommt ein verändertes Marktumfeld. Die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen entwickelte sich schwächer als erwartet, insbesondere in Nordamerika. Verschärft wurde diese Tendenz durch politische Entscheidungen in den USA. Unter Präsident Donald Trump wurde die Kaufprämie von 7.500 Dollar für Elektrofahrzeuge vollständig gestrichen. Damit entfiel ein zentraler Absatzanreiz für Hersteller, die stark auf den US-Markt gesetzt hatten.

Die unter Joe Biden geförderte Elektrifizierung der Autoindustrie hat damit spürbar an Dynamik verloren. Für Stellantis bedeutet der Strategiewechsel nicht nur Milliardenverluste, sondern auch einen komplexen und langwierigen Umbau der Produktions- und Investitionsplanung.

Bn-Redaktion/aw
Kommentare (0) ... diskutiere mit.
Werbung

Handeln Sie Aktien bei SMARTBROKER+ für 0 Euro!* Profitieren Sie von kostenloser Depotführung, Zugriff auf 29 deutsche und internationale Börsenplätze und unschlagbar günstigen Konditionen – alles in einer innovativen, brandneuen App. Jetzt zu SMARTBROKER+ wechseln und durchstarten!

*Ab 500 EUR Ordervolumen über gettex. Zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen.

k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
Weitere News

Gestern 16:41 Uhr • Artikel • BörsenNEWS.de

Gestern 16:30 Uhr • Artikel • BörsenNEWS.de

Gestern 16:23 Uhr • Artikel • BörsenNEWS.de

Gestern 12:51 Uhr • Artikel • BörsenNEWS.de

Gestern 12:31 Uhr • Artikel • BörsenNEWS.de

Schreib den ersten Kommentar!

Dis­clai­mer: Die hier an­ge­bo­te­nen Bei­trä­ge die­nen aus­schließ­lich der In­for­ma­t­ion und stel­len kei­ne Kauf- bzw. Ver­kaufs­em­pfeh­lung­en dar. Sie sind we­der ex­pli­zit noch im­pli­zit als Zu­sich­er­ung ei­ner be­stim­mt­en Kurs­ent­wick­lung der ge­nan­nt­en Fi­nanz­in­stru­men­te oder als Handl­ungs­auf­for­der­ung zu ver­steh­en. Der Er­werb von Wert­pa­pier­en birgt Ri­si­ken, die zum To­tal­ver­lust des ein­ge­setz­ten Ka­pi­tals füh­ren kön­nen. Die In­for­ma­tion­en er­setz­en kei­ne, auf die in­di­vi­du­el­len Be­dür­fnis­se aus­ge­rich­te­te, fach­kun­di­ge An­la­ge­be­ra­tung. Ei­ne Haf­tung oder Ga­ran­tie für die Ak­tu­ali­tät, Rich­tig­keit, An­ge­mes­sen­heit und Vol­lständ­ig­keit der zur Ver­fü­gung ge­stel­lt­en In­for­ma­tion­en so­wie für Ver­mö­gens­schä­den wird we­der aus­drück­lich noch stil­lschwei­gend über­nom­men. Die Mar­kets In­side Me­dia GmbH hat auf die ver­öf­fent­lich­ten In­hal­te kei­ner­lei Ein­fluss und vor Ver­öf­fent­lich­ung der Bei­trä­ge kei­ne Ken­nt­nis über In­halt und Ge­gen­stand die­ser. Die Ver­öf­fent­lich­ung der na­ment­lich ge­kenn­zeich­net­en Bei­trä­ge er­folgt ei­gen­ver­ant­wort­lich durch Au­tor­en wie z.B. Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­richt­en­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men. In­fol­ge­des­sen kön­nen die In­hal­te der Bei­trä­ge auch nicht von An­la­ge­in­te­res­sen der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und/oder sei­nen Mit­ar­bei­tern oder Or­ga­nen be­stim­mt sein. Die Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­rich­ten­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men ge­hör­en nicht der Re­dak­tion der Mar­kets In­side Me­dia GmbH an. Ihre Mei­nung­en spie­geln nicht not­wen­di­ger­wei­se die Mei­nung­en und Auf­fas­sung­en der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und de­ren Mit­ar­bei­ter wie­der. Aus­führ­lich­er Dis­clai­mer