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TACO-Trump

Macht er wieder einen Rückzieher? 21.01.2026, 16:45 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Wall Street trotzt geopolitischer Eskalation

Trotz angespannter geopolitischer Lage bleibt die Risikobereitschaft an den Finanzmärkten überraschend hoch. Während die USA mit Strafzöllen auf acht europäische Länder drohen und sich ein wirtschaftlicher Konflikt um Grönland anbahnt, zeigen sich viele Anleger unbeeindruckt. Auch die politische Unsicherheit in Japan, die globale Anleihemärkte durcheinanderbringt, konnte das positive Marktumfeld bislang kaum trüben. Am Dienstag fiel der S&P 500 zwar um 2,1 % – der größte Rückgang seit Oktober – doch Analysten sehen keinen grundlegenden Trendwechsel.

TACO: Das Prinzip "Trump Always Chickens Out"

Ein zentraler Grund für die Gelassenheit: der sogenannte TACO-Trade – „Trump Always Chickens Out“. Die Strategie basiert auf der Annahme, dass der US-Präsident nach radikalen Ankündigungen stets zurückrudert, sobald die Märkte negativ reagieren. Seit der Zolldebatte im April 2025 hat sich dieses Muster wiederholt bestätigt. „Oh absolut, das ist wieder TACO“, sagt Marko Papic, Chefstratege bei BCA Research. Doch diesmal könnte eine stärkere Marktreaktion nötig sein, um Trump erneut zum Rückzug zu bewegen.

Optimistische Stimmung trotz wachsenden Risikos

Trotz des jüngsten Kursrutsches ist die Marktstimmung weiter optimistisch. Die Bullen-Bären-Ratio der American Association of Individual Investors liegt auf dem höchsten Niveau seit 2024, und laut einer Umfrage des National Association of Active Investment Managers sind Fondsmanager zu 96 % in Aktien investiert. Auch technische Indikatoren zeigen Stärke: Rund 70 % der S&P-500-Werte liegen über ihrer 200-Tage-Linie, der Russell 2000 sowie der gleichgewichtete S&P 500 erreichten zuletzt Rekordstände. „Das ist nicht das Umfeld, das wir vor einem Top erwarten würden“, meint Chris Verrone von Strategas Asset Management.

Viel Vertrauen in Gewinne – trotz Trump-Risiken

Solide Unternehmensgewinne stützen die Zuversicht. Im vierten Quartal wird ein Gewinnwachstum von etwa 9 % erwartet, für das Gesamtjahr sogar im zweistelligen Bereich. In der ersten Woche der aktuellen Berichtssaison haben bereits 73 % der S&P-500-Unternehmen die Erwartungen übertroffen. Für viele bleibt der TACO-Trade daher eine verlässliche Strategie – mit dem Risiko, dass sich das Vertrauen als trügerisch erweisen könnte. „Wer glaubt, Trump ziehe sich bei Grönland genauso zurück wie in der Vergangenheit, dürfte sich täuschen“, warnt Matt Maley von Miller Tabak + Co.

Die Märkte hoffen weiter auf ein Umdenken

Trotz erhöhter Volatilität und wachsender geopolitischer Spannungen sehen viele Strategen keinen Grund zur Panik. Michael Purves von Tallbacken Capital Advisors bringt es auf den Punkt: „Die Ausgangsforderung ist immer aggressiv, doch am Ende landet Trump irgendwo zwischen dieser Forderung und dem Status quo.“ Anleger setzen weiter darauf, dass wirtschaftliche Logik und Marktdruck den Präsidenten zum Einlenken bewegen – ganz im Sinne des TACO-Prinzips.

Bn-Redaktion/ts
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