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Nach dem Absturz

Warum SAP plötzlich wieder spannend wird 08.05.2026, 14:57 Uhr Jetzt kommentieren: 0

An inside view of the SAP Data Center in Walldorf, Germany.
AI MODIFIED Inhalte teilweise mit KI erstellt.
© SAP/TLeonhardi
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SAP kämpft weiter gegen den Abwärtstrend

Während Unternehmen wie Nvidia, AMD oder Broadcom vom KI-Boom profitieren, hatten klassische Softwarekonzerne zuletzt deutlich größere Probleme. Auch die SAP-Aktie befindet sich seit Monaten in einer schwierigen Phase. Nach schwächer aufgenommenen Quartalszahlen rutschte das Papier zeitweise auf den tiefsten Stand seit mehr als zwei Jahren ab. Vor allem beim Cloud-Wachstum hatten sich Anleger mehr erhofft. Dennoch blieb die operative Entwicklung stabil. Im ersten Quartal 2026 erzielte SAP einen Umsatz von 11,17 Milliarden US-Dollar. Der Gewinn je Aktie lag mit bis zu 1,99 US-Dollar über den Erwartungen der Analysten. Gleichzeitig wuchs das Cloud-ERP-Geschäft um 23 Prozent.

Milliardenoffensive soll neue Fantasie entfachen

Für neue Aufmerksamkeit sorgt nun die aggressive KI-Strategie des Konzerns. SAP investiert mehr als eine Milliarde Euro in ein europäisches KI-Zentrum und übernimmt gleichzeitig die Spezialisten Dremio und Prior Labs. Im Mittelpunkt stehen KI-Modelle für strukturierte Unternehmensdaten. Genau dort verfügt SAP über enorme Datenmengen aus Bereichen wie Lieferketten, Finanzen und Personalverwaltung. Die Übernahmen sollen helfen, diese Daten künftig noch stärker für KI-Anwendungen nutzbar zu machen. Zusätzlich profitiert SAP vom politischen Umfeld in Europa. Die strengeren Regeln des EU AI Act könnten europäischen Unternehmen einen stärkeren Anreiz geben, auf etablierte und regulierungssichere Anbieter wie SAP zu setzen.

Wichtige Kursmarken rücken in den Fokus

Charttechnisch bleibt die Lage dennoch anspruchsvoll. Die Zone zwischen 137 und 140 Euro erwies sich zuletzt mehrfach als stabile Unterstützung. Dort stoppte der Verkaufsdruck wiederholt. Auf der Oberseite warten jedoch mehrere Hürden. Besonders wichtig bleibt der Bereich zwischen 154 und 162 Euro. Erst wenn diese Zone nachhaltig überwunden wird, könnte sich die Stimmung deutlicher aufhellen. Darüber rückt anschließend der Bereich um 175 bis 180 Euro in den Fokus. Viele Anleger hoffen inzwischen auf eine größere Bodenbildung. Ein schneller Durchmarsch erscheint allerdings unwahrscheinlich, da der langfristige Abwärtstrend noch nicht vollständig beendet wurde.

Cloud-Geschäft bleibt entscheidender Faktor

Entscheidend für die weitere Entwicklung bleibt das Cloud-Segment. Der Auftragsbestand stieg zuletzt auf 21,9 Milliarden Euro. Gleichzeitig erzielte SAP im ersten Quartal einen freien Cashflow von 3,2 Milliarden Euro. Die solide Finanzlage verschafft dem Konzern Spielraum für weitere Investitionen und Übernahmen. Zusätzlich erhöhte SAP die Dividende zuletzt um mehr als 15 Prozent. Damit versucht das Unternehmen, Wachstumsfantasie und Aktionärsrendite gleichzeitig zu verbinden.

Analysten sehen langfristig deutliches Potenzial

An der Wall Street bleibt die Stimmung überwiegend positiv. Morgan Stanley bestätigte zuletzt ein Kursziel von 190 Euro. Barclays sieht ebenfalls weiteres Aufwärtspotenzial und verweist vor allem auf die Fortschritte im KI-Geschäft. Mit einem Forward-KGV von rund 21 wirkt SAP im Vergleich zu vielen stark gehypten KI-Aktien weiterhin moderat bewertet. Sollte die Integration der neuen KI-Technologien gelingen und das Cloud-Wachstum anziehen, könnte der DAX-Konzern mittelfristig wieder zu den großen Gewinnern im europäischen Technologiesektor zählen.

Bn-Redaktion/tb
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