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Übernahme

Shelly Group zieht nach Schneider-Offerte an 24.09.2026, 10:29 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Werte zum Artikel
Name Aktuell Diff. Börse
Shelly Group 66,75 EUR +2,46 % Lang & Schwarz
Schneider Electric 295,03 EUR -0,19 % L&S Exchange

Shelly Group legt am Donnerstag kräftig zu: Bis zum Vormittag kletterte das Papier um 3,2 Prozent auf 67,20 Euro. Auslöser ist ein geplantes Übernahmeangebot von Schneider Electric, das den Anbieter vernetzter Haushaltsgeräte mit rund 1,2 Milliarden Euro bewertet. In der Spitze erreichte der Titel 68,05 Euro.

70 Euro in bar und Rückendeckung der Gründer

Der französische Energietechnik-Konzern will über eine Tochtergesellschaft ein freiwilliges öffentliches Angebot von 70,00 Euro je Aktie in bar vorlegen. Beide Seiten haben dazu eine Investitionsvereinbarung unterzeichnet. Nach Unternehmensangaben entspricht der Preis einer Prämie von 27 Prozent auf den unbeeinflussten Kurs vom 28. Juli, bezogen auf den jüngsten Referenzkurs liegt der Aufschlag bei 22 Prozent. Bereits im Juli hatte Shelly Gespräche mit Schneider Electric bestätigt, damals noch ohne Ergebnis.

Der Verwaltungsrat hält die Offerte nach vorläufiger Einschätzung für im Interesse der Gesellschaft und ihrer Aktionäre. Entscheidendes Gewicht hat die Haltung der beiden Mitgründer, die zusammen rund 57 Prozent der Anteile kontrollieren. Co-Chef Dimitar Dimitrov, auf den rund 29 Prozent entfallen, will seine Aktien andienen und einen Teil des Erlöses gemeinsam mit den Franzosen reinvestieren. Mitgründer Svetlin Todorov hat zugesagt, seine rund 28 Prozent in zwei Tranchen abzugeben – die zweite steht unter dem Vorbehalt der Fusionskontrolle.

Warum der Kurs unter dem Angebotspreis bleibt

Trotz des Sprungs notiert das SDax-Mitglied noch gut 4 Prozent unter dem gebotenen Preis. Der Abstand spiegelt die Bedingungen wider, an die das Vorhaben geknüpft ist: Schneider Electric will nach Vollzug mindestens 95 Prozent des Grundkapitals halten, zudem sind behördliche Freigaben nötig. Formal liegt noch kein Angebot vor. Es muss zunächst bei der bulgarischen Finanzaufsicht FSC registriert werden, deren Billigung bis Ende November oder Anfang Dezember erwartet wird. Der Abschluss ist für das erste Quartal 2027 vorgesehen. Gelingt die Übernahme, strebt der Käufer den Erwerb sämtlicher verbleibender Aktien und ein mögliches Delisting an.

Seit Jahresfrist hat der Wert rund ein Drittel zugelegt, im Wochenverlauf beträgt das Plus gut 5 Prozent. Die Aktie von Schneider Electric gab dagegen um 1,3 Prozent auf 291,65 Euro nach – in einem insgesamt schwächeren Marktumfeld.

Smart-Home-Plattform für das Energiegeschäft

Strategisch passt der Zukauf zum Ziel der Franzosen, das Geschäft mit Smart-Home-Lösungen auszubauen. Shelly hat sich vom Hersteller vernetzter Geräte wie Sensoren, Beleuchtungssystemen und smarten Steckdosen zu einer softwaregestützten Plattform für Energiemanagement in Wohngebäuden und kleinen Gewerbeimmobilien entwickelt. Mit der globalen Reichweite des neuen Eigentümers könnte diese Technologie international schneller skaliert werden.

Für die Belegschaft enthält die Vereinbarung Zusagen: Hauptsitz, Organisation und Mitarbeiter in Bulgarien sollen mindestens drei Jahre nach Vollzug erhalten bleiben. Dimitrov soll gemeinsam mit Wolfgang Kirsch weiterhin als Co-Vorstandschef fungieren. Ob das Angebot die 95-Prozent-Hürde nimmt, dürfte sich erst nach Veröffentlichung der Angebotsunterlage zeigen – die Zusagen der Gründer könnten dafür eine solide Basis bilden.

Bn-Redaktion/sb
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