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Absatzzahlen

VW sackt trotz wachsenden EU-Markts ab 24.09.2026, 10:36 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Volkswagen (VW) Vz 70,72 EUR -2,94 % Baader Bank

Volkswagen-Vorzüge verlieren am Donnerstag 2,2 Prozent auf 71,16 Euro. Damit summiert sich das Minus seit vergangenem Donnerstag auf gut 10 Prozent, das Jahrestief bei 70,23 Euro rückt in greifbare Nähe. Frische Zulassungszahlen aus der EU liefern wenig Anlass zur Entspannung: Während der europäische Neuwagenmarkt wächst, verliert der Konzern Anteile.

Europas Neuwagenmarkt wächst ohne Wolfsburg

Nach Daten des europäischen Herstellerverbands Acea stiegen die Pkw-Neuzulassungen in der EU im Juli um 3 Prozent und im August um 4,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Nach acht Monaten liegt das Plus bei 5,3 Prozent auf 7,55 Millionen Fahrzeuge. Reine Elektroautos kamen auf einen Anteil von 21,7 Prozent – fast sechs Prozentpunkte mehr als ein Jahr zuvor. Plug-in-Hybride stellten rund ein Zehntel des Marktes.

Der Volkswagen-Konzern konnte davon nicht profitieren: Im Juli und August setzte er in der EU jeweils rund 3 Prozent weniger Autos ab als im Vorjahr. Besonders deutlich fiel der Rückgang bei der Sportwagentochter Porsche AG aus, deren Zulassungen um knapp 5 beziehungsweise gut 8 Prozent schrumpften. Die Porsche-Aktie gibt am Donnerstag 0,8 Prozent auf 43,62 Euro nach.

Die Konkurrenz aus München und Stuttgart schlug sich operativ besser. BMW verbuchte in beiden Monaten ein leichtes Plus von jeweils unter einem Prozent, Mercedes-Benz steigerte die Zulassungen im August sogar um mehr als 7 Prozent. An der Börse hilft das derzeit wenig: BMW verliert 2,6 Prozent auf 56,42 Euro, Mercedes-Benz 2,1 Prozent auf 41,26 Euro. Beide Titel haben im Wochenverlauf ähnlich stark nachgegeben wie Volkswagen – die Schwäche erfasst damit die gesamte deutsche Autobranche. Zusätzlich belasten steigende Anleiherenditen und hohe Ölpreise den Gesamtmarkt.

Chinesische Hersteller bauen Marktanteile aus

Deutlich zulegen konnten seit Jahresbeginn die chinesischen Anbieter. BYD mehr als verdoppelte seinen EU-Marktanteil von 0,9 auf 2,4 Prozent. SAIC Motor, vor allem mit der Marke MG, kletterte von 1,9 auf 2,2 Prozent, Chery von 0,5 auf 1,5 Prozent. Zusammen mit Leapmotor kommen diese Hersteller rechnerisch auf 9,6 Prozent – nach 6,2 Prozent ein Jahr zuvor. Volkswagen hatte zuletzt immer deutlicher vor der erstarkenden Konkurrenz aus Fernost auf dem Heimatmarkt gewarnt. Die BYD-Aktie hält sich mit 8,95 Euro stabil und hat auf Wochensicht rund 2 Prozent zugelegt.

Leasingrabatte und fehlender Turnaround

Unter Aktionären dominiert Skepsis. Nutzer @Misiu verweist auf aggressive Leasingangebote, bei denen ein T-Roc für 129 Euro im Monat zu haben sei, und wertet das als Zeichen schwacher Nachfrage. @Dani80 bezweifelt, dass ein Autokonzern mit solchen Konditionen auskömmlich verdienen kann, und rechnet nicht mit einer zeitnahen Erholung. Gleichzeitig wirkt die Bewertung auf dem Papier niedrig – ein Spannungsfeld, das die Diskussion um den Titel prägt.

Das ist hier so wie Nike oder Novo Nordisk. Eigentlich auf dem Papier spottbillig von KGV und gute Dividende, aber der Turnaround fehlt oder zumindest der Ansatz dazu.

Dass eine niedrige Bewertung allein nicht als Kurstreiber genügt, zeigt der Jahresvergleich: Vor zwölf Monaten notierte die Vorzugsaktie noch bei gut 92 Euro, seitdem ist knapp ein Viertel des Werts verloren gegangen.

Auch der Marktzuwachs selbst steht auf wackligen Füßen. Die Beratungsgesellschaft EY führt das Wachstum vor allem auf die staatliche Förderung der E-Mobilität zurück; liefen diese Subventionen aus, könnte auch der Absatz von Elektroautos deutlich einbrechen. Die konjunkturelle und politische Lage bleibe schwierig, die Hersteller müssten sich auf weitere schwierige Jahre einstellen. Für Volkswagen dürfte entscheidend sein, ob sich verlorene Marktanteile in Europa zurückgewinnen lassen. Kurzfristig rückt zunächst das Jahrestief bei 70,23 Euro in den Fokus.

Bn-Redaktion/sb
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