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Jahreszahlen

Verbio rutscht trotz Gewinnsprung ab 24.09.2026, 10:40 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Name Aktuell Diff. Börse
Verbio 30,08 EUR -4,81 % Gettex

Verbio verliert am Donnerstagvormittag 5,5 Prozent auf 30,11 Euro. Dabei hat der Biokraftstoffhersteller im Geschäftsjahr 2025/26 die Ergebniswende geschafft und kehrt zur Dividende zurück. Belastend wirkt der Ausblick auf 2026/27, der nach Einschätzung von Analysten hinter den Markterwartungen zurückbleibt. Zum Tagestief rutschte das Papier bis auf 29,50 Euro.

EBITDA steigt auf knapp 194 Millionen Euro

Die endgültigen Zahlen fallen deutlich besser aus als im Vorjahr: Der Umsatz kletterte um 18,5 Prozent auf 1,87 Milliarden Euro, das EBITDA sprang von 14,2 auf 193,9 Millionen Euro. Unter dem Strich steht ein Gewinn von 63,9 Millionen Euro nach einem Verlust von 137,9 Millionen Euro ein Jahr zuvor, je Aktie sind das 1,00 Euro. Getragen wurde die Wende von der Normalisierung des THG-Quotenmarkts, höheren Absatzpreisen und Produktionsrekorden. Rückenwind lieferten zudem die im Zuge des Iran-Kriegs stark gestiegenen Kraftstoffpreise.

Auch finanziell steht der Konzern solider da. Der operative Cashflow erreichte 164,6 Millionen Euro, der Free Cashflow drehte mit 78,0 Millionen Euro ins Plus. Die Nettofinanzverschuldung sank von 164,0 auf 91,5 Millionen Euro. Nach einer Nullrunde sollen Aktionäre eine Dividende von 20 Cent je Aktie erhalten.

Dass die Aktie trotz dieser Bilanz nachgibt, sorgte bei vielen Anlegern zunächst für Verwunderung. Allerdings lag das EBITDA nur knapp über dem bereits vorab gemeldeten Wert von rund 192 Millionen Euro – die Überraschung aus dem abgelaufenen Jahr war also weitgehend bekannt.

Prognose unter dem Konsens

Für 2026/27 stellt der Vorstand ein EBITDA zwischen 210 und 250 Millionen Euro in Aussicht. Das Analysehaus Jefferies bestätigte seine Einstufung „Hold“ mit einem Kursziel von 36 Euro und verwies darauf, dass die Mitte der Zielspanne sieben Prozent unter der Konsensschätzung liege – eine externe Einschätzung, keine redaktionelle Empfehlung. Hinzu kommt, dass die Aktie am Mittwoch noch knapp fünf Prozent zugelegt hatte. Diese Kombination aus hohen Erwartungen und Vorschusslorbeeren fasst ein Anleger prägnant zusammen:

Die Zahlen für 2025/26 sind stark, aber größtenteils bereits bekannt. […] Die heutigen Verluste sind daher weniger eine Reaktion auf schlechte Zahlen als auf eine Guidance, die hinter den hohen Erwartungen zurückbleibt.

Eine abweichende Lesart vertritt Nutzer @Beobachter25: Er hält die Prognose für bewusst vorsichtig formuliert. Rechne man allein das starke Schlussquartal mit einem EBITDA von 88,2 Millionen Euro auf ein Jahr hoch, ergebe sich ein Niveau weit oberhalb der Spanne. Zugleich beklagt er, dass die Aktie zunehmend von kurzfristig orientierten Händlern geprägt werde.

Biomethan und Nordamerika als Wachstumstreiber

Den erwarteten Ergebnisanstieg begründet das Management vor allem mit dem Segment Bioethanol/Biomethan. Höhere Produktionsmengen in Nordamerika, eine steigende Biomethanproduktion und zusätzliche Beiträge aus dem THG-Quotengeschäft sollen dafür sorgen. In South Bend im US-Bundesstaat Indiana wird die Ethanolanlage schrittweise um die Erzeugung von Biogas erweitert. Die Ethenolyseanlage in Bitterfeld soll in den kommenden Wochen die Produktion aufnehmen. Wünsche nach mehr Transparenz gibt es dennoch: Nutzer @Divi18 vermisste etwa konkrete Angaben zum Indien-Geschäft.

Im Zwölfmonatsvergleich hat sich der Kurs trotz des heutigen Rücksetzers fast verdreifacht, liegt aber klar unter dem Jahreshoch von 43,80 Euro. Ob die Prognose tatsächlich Spielraum nach oben lässt, könnte sich erst im Verlauf des neuen Geschäftsjahres zeigen – weitere Hinweise dürfte die Telefonkonferenz des Managements liefern.

Bn-Redaktion/sb
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