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Personalie

Delivery Hero behält Östberg als Chef 24.09.2026, 10:43 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Werte zum Artikel
Name Aktuell Diff. Börse
Delivery Hero 36,66 EUR -0,20 % Lang & Schwarz
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Kehrtwende an der Spitze von Delivery Hero: Niklas Östberg bleibt Vorstandschef. Der Mitgründer und der Aufsichtsrat haben sich darauf verständigt, dass er seinen Posten nicht wie ursprünglich geplant Ende März 2027 räumt. Die Aktie reagierte am Donnerstagvormittag kaum und notierte mit 36,60 Euro rund 0,4 Prozent im Minus.

Übernahme durch Uber verändert die Ausgangslage

Noch im Mai hatte der Berliner Konzern mitgeteilt, dass Östberg sein Amt zum 31. März 2027 niederlegen werde. Den Kurswechsel begründet das Unternehmen nun mit der grundlegend veränderten Lage infolge des laufenden Übernahmeangebots von Uber. Grundlage für den Verbleib ist Östbergs bestehender Dienstvertrag, der regulär noch bis Ende April 2029 läuft.

Aufsichtsratschefin Kristin Skogen Lund verwies darauf, dass niemand das Unternehmen besser kenne als dessen Gründer. Mit Blick auf die laufenden Transaktionen mit Uber und der Investmentgesellschaft SSW Partners sei man froh, dass Östberg den Konzern auch in der nächsten Phase führe. Der Manager selbst erklärte, die sogenannte Everyday-App-Strategie zeige Wirkung, Wachstum und Profitabilität hätten sich zuletzt beschleunigt.

Angebot läuft noch bis Anfang November

Uber bietet 41,50 Euro in bar je Delivery-Hero-Aktie. Vorstand und Aufsichtsrat hatten den Aktionären Anfang September empfohlen, das Angebot anzunehmen, und den Preis als angemessen und fair bezeichnet. Die Annahmefrist endet am 5. November 2026. Voraussetzung für den Erfolg ist eine Mindestannahmequote von 50 Prozent plus einer Aktie. Uber hält bereits rund ein Viertel der Anteile direkt und hat sich über Finanzinstrumente sowie eine unwiderrufliche Zusage des Großaktionärs Prosus wirtschaftlich den Zugriff auf mehr als die Hälfte gesichert.

Parallel hat Delivery Hero vereinbart, das Geschäft in 14 Märkten an SSW Partners zu veräußern – allerdings nur für den Fall, dass die Übernahme durch Uber vollzogen wird. Mit dem Abschluss der gesamten Transaktion rechnen die Beteiligten erst in der zweiten Jahreshälfte 2027, da noch fusionskontrollrechtliche und weitere behördliche Freigaben ausstehen.

Abstand zum Angebotspreis bleibt deutlich

Am Kurs lässt sich die Personalie kaum ablesen. Mit 36,60 Euro liegt die Aktie gut 13 Prozent unter dem gebotenen Preis, im Wochenverlauf pendelte sie in einer engen Spanne zwischen 36,34 und 36,99 Euro. Ein solcher Abschlag wird am Markt üblicherweise mit der langen Zeit bis zum Vollzug und dem Risiko ausstehender Genehmigungen erklärt. Auf Sicht von zwölf Monaten hat das Papier dennoch kräftig zugelegt: Vor einem Jahr notierte es bei rund 25 Euro, das Jahrestief lag bei etwa 15 Euro.

Die Uber-Aktie zeigte sich ebenfalls wenig bewegt und gab um 0,3 Prozent auf 60,80 Euro nach. Für die Aktionäre von Delivery Hero dürfte die Entscheidung vor allem Kontinuität bis zum Abschluss der Übernahme bedeuten. Ob Östberg nach einem Vollzug auch im Uber-Konzern eine Rolle spielen könnte, ist bislang offen.

Bn-Redaktion/sb
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