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Renditeanstieg

DAX rutscht unter wichtige 100-Tage-Linie 24.09.2026, 10:24 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Deutschlands Leitindex gibt weiter nach. Gegen 10.20 Uhr notierte der DAX bei rund 25.203 Punkten und damit 0,61 Prozent unter dem Vortagesschluss. Mit einem Tagestief von 25.192 Punkten rutschte das Börsenbarometer unter die 100-Tage-Linie, die zuletzt bei etwa 25.319 Punkten verlief.

Hormus-Konflikt treibt den Ölpreis

Den Ausschlag gibt erneut der Energiemarkt. Nachdem in der Straße von Hormus am Mittwoch abermals ein Frachtschiff unter Beschuss geraten war, zogen die Notierungen wieder an. Ein Fass der Nordseesorte Öl (Brent) kostete am Vormittag deutlich mehr als 100 US-Dollar. Der Iran knüpft eine mögliche Öffnung der Meerenge in Gesprächen mit den USA an Bedingungen. Unter Anlegern schwindet die Zuversicht auf eine rasche diplomatische Lösung, zumal der Staatsbesuch aus China bislang wenig Konkretes zur Lage am Golf gebracht hat.

Ich glaube, dass die gehandelte Hoffnung langsam schwindet und die Realität mit immer noch rückläufigen Reserven wieder die Oberhand gewinnt. […] Und die Iraner verhandeln vielleicht, aber die Revolutionsgarden haben nach wie vor das Sagen und bei denen klingt gar nichts nach Deal.

Verstärkt wird der Druck durch den Anleihemarkt. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen sprang am Mittwoch um mehr als 13 Basispunkte auf rund 5,10 Prozent – den höchsten Stand seit Juli 2007. Am Donnerstagmorgen lag sie bei etwa 5,11 Prozent. Überraschend robuste US-Konjunkturdaten nährten Spekulationen auf eine weitere Zinserhöhung der US-Notenbank. Der Nasdaq 100 gab daraufhin 0,85 Prozent nach, nachdem er tags zuvor noch ein Rekordhoch markiert hatte. Nutzer @moneybill hielt zwischenzeitliche Erholungsversuche angesichts der heftigen Ausschläge bei Öl und Anleihen für kaum tragfähig.

Nebenwerte verlieren noch deutlicher

In der zweiten und dritten Reihe fallen die Abschläge größer aus. Der MDAX verlor 1,01 Prozent auf 30.813 Punkte, der SDAX gab ebenfalls 1,01 Prozent auf 18.151 Zähler ab. Dort sackten die Papiere von Verbio um mehr als sechs Prozent ab, nachdem das Gewinnziel des Biokraftstoffherstellers enttäuscht hatte. Gegen den Trend legten Aktien der Shelly Group zeitweise rund 4,5 Prozent zu: Schneider Electric hat ein freiwilliges Übernahmeangebot von 70 Euro je Aktie vorgelegt.

Im Wochenvergleich summiert sich das Minus beim DAX auf rund 1,8 Prozent, vor sieben Tagen stand der Index noch bei etwa 25.666 Punkten. Zum Jahreshoch von 26.556 Punkten fehlen inzwischen gut fünf Prozent. Auch das oft als Krisenschutz gesuchte Gold kann derzeit nicht zulegen: Die Feinunze notierte bei rund 4.270 US-Dollar leicht im Minus (−0,35 Prozent). Steigende Renditen erhöhen die Opportunitätskosten des zinslosen Edelmetalls.

25.000 Punkte und der Trump-Xi-Gipfel

Charttechnisch ist die Lage angespannt. In der Vorwoche war der DAX bereits zeitweise unter die 100-Tage-Linie gefallen, hatte sich aber wieder gefangen. Ob das erneut gelingt, dürfte sich an Unterstützungszonen knapp unterhalb des aktuellen Niveaus entscheiden. Nutzer @Funzel verortete wichtige Haltemarken bei 25.212 sowie im Bereich von 25.168 bis 25.189 Punkten.

User @NeverStop hielt bereits am frühen Morgen ein Abrutschen unter die Marke von 25.000 Punkten für möglich und sah weitere Unterstützungen erst zwischen 24.700 und 24.500 Punkten. Bei beiden Einschätzungen handelt es sich um Meinungen von Privatanlegern, nicht um redaktionelle Prognosen.

Politisch richtet sich der Blick auf Washington, wo US-Präsident Donald Trump am Donnerstag Chinas Staatschef Xi Jinping empfängt. Ein erstes Signal gibt es bereits: Die bis November ausgesetzten Zusatzzölle auf chinesische Importe sollen nach Angaben von US-Finanzminister Scott Bessent um weitere zwei Monate aufgeschoben werden. Eine Bestätigung aus Peking stand zunächst aus. Greifbare Fortschritte im Handelsstreit könnten die Stimmung stützen – solange Öl und Renditen auf hohem Niveau verharren, dürfte der Druck auf den Aktienmarkt jedoch anhalten.

Bn-Redaktion/sb
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