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Soldatenwohnungen

Vonovia rutscht auf neues Jahrestief ab 24.09.2026, 10:53 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Name Aktuell Diff. Börse
Vonovia 17,21 EUR -0,82 % Baader Bank
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Vonovia-Papiere sind am Donnerstag erneut abgerutscht: Mit 17,08 Euro markierte die Aktie zeitweise ein Jahrestief. Zuletzt notierte der DAX-Wert bei 17,20 Euro und damit 0,9 Prozent im Minus. Das Angebot des Konzerns, für die wachsende Bundeswehr Wohnungen zu errichten, konnte den Abwärtstrend nicht bremsen.

Serieller Neubau für die Truppe

Deutschlands größter Wohnungskonzern hat sich bereit erklärt, Soldatenwohnungen zu bauen und auch zu betreiben. Vorstandschef Luka Mucic setzt dabei auf seriellen Neubau in ausgewiesenen Wohngebieten; die Einheiten könnten an Bundeswehrangehörige und deren Familien vermietet werden. Gespräche mit der militärischen Ebene habe es bereits gegeben, die Entscheidung liege nun beim Verteidigungsministerium. Engpässe sieht das Unternehmen nicht flächendeckend, wohl aber in einzelnen Städten wie Berlin. Schon Mucics Vorgänger Rolf Buch hatte eine solche Rolle ins Spiel gebracht.

Der Bedarf ist erheblich: Ende Juli dienten knapp 187.000 Soldatinnen und Soldaten in der Bundeswehr. Um die neuen Nato-Ziele zu erfüllen, soll die aktive Truppe auf mindestens 260.000 Männer und Frauen anwachsen. Für einen Bestandshalter mit Erfahrung im Neubau könnte daraus ein zusätzliches Geschäftsfeld entstehen – konkrete Aufträge gibt es bislang allerdings nicht.

Berliner Wahlergebnis überlagert alles

An der Börse spielt der Vorstoß vorerst kaum eine Rolle. Seit der Berliner Abgeordnetenhauswahl am Sonntag, aus der die Linke als stärkste Kraft hervorging, dominiert die Debatte über eine Vergesellschaftung großer Wohnungsbestände. Vonovia besitzt in der Hauptstadt rund 130.000 Wohnungen. Hinzu kommt der Zinsdruck: Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg zuletzt auf rund 5,1 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit 2007 – für kreditfinanzierte Immobilienkonzerne ein spürbarer Gegenwind. Im Wochenverlauf hat die Aktie knapp vier Prozent verloren, binnen eines Jahres rund ein Drittel.

Wie stark sich die Bewertung inzwischen von den operativen Zahlen gelöst hat, verdeutlichte Nutzer @windowsfenster mit einem Vergleich innerhalb des Leitindex.

Bezogen auf die Marktkapitalisierung fällt Vonovia gleich auf Platz 32 im DAX und wird von Sartorius überholt. Das ist witzig, weil Vonovia in einem einzigen Quartal mehr Cashflow generiert als Sartorius im ganzen Jahr.

Derselbe Nutzer erinnerte zudem an das Tief nach der Corona-Krise bei rund 15,50 Euro – damals habe die Aktie nur an wenigen Handelstagen unter 17 Euro gelegen. Ihren defensiven Charakter habe sie inzwischen weitgehend eingebüßt.

Politische Hürden bleiben hoch

Dass die Enteignungspläne rasch Realität werden, bezweifeln allerdings Teile der Aktionäre. @Jo__Hannes verwies darauf, dass die Linke keine eigene Mehrheit habe und auch ein Bündnis aus CDU, Grünen und SPD denkbar sei. Selbst in einer rot-grün-roten Koalition stünden Widerstände in der SPD, eine milliardenschwere Finanzierung und langwierige verfassungsrechtliche Verfahren im Weg. Aus seiner Sicht rechtfertige die Lage einen politischen Risikoabschlag, aber keine Untergangsstimmung. @Ginnungagap lenkte den Blick auf einen anderen Punkt: Das eigentliche Problem der Berliner Mieter seien weniger die Mieten als vielmehr die Nebenkosten.

Wie es weitergeht, dürfte maßgeblich von den Koalitionsgesprächen in Berlin abhängen. Solange dort keine Klarheit herrscht, könnte die Aktie anfällig bleiben – ein Zuschlag der Bundeswehr würde daran kurzfristig wohl wenig ändern.

Bn-Redaktion/sb
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