USA drohen mit Goldzoll

Schweiz vor Milliardenlast 10.08.2025, 13:33 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Neue Zollregelung trifft vor allem Schweizer Goldexporte

Die USA planen laut einem Bericht der Financial Times, Zölle auf die Einfuhr von Gold zu erheben. Betroffen wären vor allem Lieferungen aus der Schweiz. Nach Angaben der Zollbehörde Customs Border Protection Agency (CBS) sollen Goldbarren mit einem Gewicht von einem Kilo und 100 Unzen künftig mit Abgaben belegt werden. Die Regelung geht aus einem sogenannten "Ruling Letter" vom 31. Juli hervor, der der Zeitung vorliegt. Solche Schreiben dienen in den USA dazu, handelspolitische Entscheidungen der Zollbehörde zu präzisieren.

Ein-Kilo-Barren sind das am häufigsten gehandelte Format an der New Yorker Terminbörse Comex. Die Schweiz, als größtes Raffineriezentrum der Welt, fertigt viele dieser Barren und exportiert sie in die USA. Oft werden in London übliche Formate in der Schweiz in die in New York gängigen Größen umgeformt.

Milliardenvolumen im Fokus der US-Handelspolitik

Bislang galt die Annahme, dass Edelmetalle aus Schweizer Raffinerien zollfrei in die USA eingeführt werden können. Doch laut David Wilson, Rohstoffstratege bei BNP Paribas, herrscht nun in der Branche Unklarheit, ob die neuen Vorschriften auch für Ein-Kilo-Barren gelten.

Die Dimension der möglichen Zolleinnahmen ist enorm: Laut Financial Times lieferte die Schweiz in den zwölf Monaten bis Juni Gold im Wert von 61,5 Milliarden US-Dollar in die USA. Bei einem von der US-Regierung festgesetzten Zollsatz von 39 Prozent würden damit theoretisch rund 24 Milliarden Dollar an Abgaben fällig. Schon diese Ankündigung hatte in der exportorientierten Schweizer Wirtschaft für Alarmstimmung gesorgt. Nach Angaben des Tagesanzeigers wurden allein im ersten Halbjahr 476 Tonnen Gold im Wert von 39 Milliarden Franken in die USA geliefert – ein wesentlicher Treiber für den Schweizer Handelsbilanzüberschuss, der US-Präsident Donald Trump seit Langem ein Dorn im Auge ist.

Goldmarkt vor möglichen Umwälzungen

Sollten die Zölle tatsächlich umgesetzt werden, wäre "das Herz des globalen Goldhandels" betroffen, so Analyst Stephen Innes von SPI Asset Management. Er spricht von einer möglichen "tektonischen Verschiebung auf dem Goldmarkt".

Trotz des Berichts zeigte sich der Goldpreis heute in London stabil bei 3.392 US-Dollar je Feinunze, nur etwa drei Dollar weniger als am Vortag. In New York hingegen zogen die Futures deutlich an und überschritten die Marke von 3.500 Dollar. Seit Jahresbeginn hat Gold rund 30 Prozent an Wert gewonnen, nachdem im April ein Rekordhoch bei 3.500 Dollar erreicht worden war.

Bn-Redaktion/aw
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