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Nahost-Diplomatie

DAX dreht nach Ölpreisrückgang ins Plus 22.09.2026, 15:24 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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DAX 25.602,44 PKT -0,13 % Ariva Indikation
Öl (WTI) 94,25 USD -2,17 % TTMzero RT (USD)

Der DAX legt am Dienstagnachmittag um 0,51 Prozent auf 25.767 Punkte zu und schüttelt damit frühe Verluste ab. Ausgelöst wurde die Wende durch diplomatische Signale aus dem Nahen Osten: Der Iran stellte eine Öffnung der Straße von Hormus binnen sieben Tagen in Aussicht – die Perspektive geringerer Versorgungsrisiken ließ die Ölpreise spürbar nachgeben und beflügelte den Leitindex zurück in die Gewinnzone.

Stimmungswende im Handelsverlauf

Noch zur Handelseröffnung hatte der DAX rund 0,4 Prozent auf etwa 25.484 Punkte verloren. Erneut steigende Ölpreise – ausgelöst durch einen weiteren Schiffsangriff in der Straße von Hormus – hatten die positive Stimmung vom Wochenauftakt gedämpft. Anleger verfolgten die Ölpreisentwicklung von Handelsbeginn an aufmerksam, da der Rohstoff die Inflationserwartungen und damit die Zinsperspektiven maßgeblich beeinflusst. EZB-Chefvolkswirt Philip Lane hatte zuletzt erklärt, der jüngste Energiepreisanstieg werde die Teuerung in der Eurozone länger auf erhöhtem Niveau halten als bisher gedacht.

Heute Öl beobachten. Zieht schon wieder verdächtig an.

Die frühe Einschätzung erwies sich als treffsicher: Als Teheran diplomatische Gesprächsbereitschaft signalisierte, gaben die Ölpreise deutlich nach. Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf erklärte: „Diplomatie bedeutet keine Kapitulation, sondern die Umwandlung der Stärke auf dem Feld in politische Errungenschaften." Teheran stellte darüber hinaus in Aussicht, die Straße von Hormus innerhalb von sieben Tagen zu öffnen, sofern Washington seine Seeblockade aufhöbe. Öl (WTI) verlor daraufhin 2,75 Prozent auf 89,55 US-Dollar.

UN-Debatte als nächster Impulsgeber

Investoren richten ihren Blick parallel nach New York, wo mit der Generaldebatte das Treffen der Vereinten Nationen beginnt. US-Präsident Donald Trump plant Gespräche mit Vertretern der Golfstaaten und könnte sich zudem mit dem iranischen Staatschef Massud Peseschkian treffen. Auch Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping reist vom 23. bis 25. September zu einem Staatsbesuch in die USA. Marktbeobachter gehen davon aus, dass die Begegnungen am Rande des UN-Treffens weitere Impulse für den Ölmarkt liefern könnten – in beide Richtungen.

Adidas und TUI unter den Tagesgewinnern

Im DAX zog Adidas um 3,4 Prozent an, nachdem der US-Finanzdienstleister StoneX eine Kaufempfehlung ausgesprochen hatte – eine externe Einschätzung, die keine redaktionelle Empfehlung darstellt. TUI erholte sich nach schwachem Start: Der Touristikkonzern meldete für das Pauschalreisegeschäft einen fünfprozentigen Rückgang beim gebuchten Umsatz und verwies auf den Iran-Krieg sowie den Trend zu Last-Minute-Buchungen als Belastungsfaktoren. Dennoch drehten die Titel ins Plus und gewannen zuletzt 2,4 Prozent; Analysten von Bernstein Research bescheinigten den Eckdaten beruhigenden Charakter. Der MDAX legte mit 1,33 Prozent auf 31.774 Punkte deutlich stärker zu als der Leitindex.

Technisch nähert sich der DAX damit erneut seiner 50-Tage-Linie, die derzeit bei rund 25.775 Punkten verläuft und den Index am vergangenen Donnerstag noch ausgebremst hatte. Ob diese Marke nun überwunden werden kann, dürfte wesentlich davon abhängen, wie sich die Gespräche am Rande der UN-Generaldebatte entwickeln.

Bn-Redaktion/sb
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