ALBEMARLE WKN: 890167 ISIN: US0126531013 Kürzel: AMC Forum: Aktien Thema: Hauptdiskussion
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2/2 ----**GEMINI 2.5 PRO** -> Ein weiteres historisches Beispiel ist der Diamantenmarkt unter der Kontrolle von De Beers. Über Jahrzehnte hinweg kontrollierte das De Beers-Kartell nicht nur einen Großteil der Minen, sondern auch den Vertrieb und vor allem das Marketing. Um den Preis hochzuhalten, schuf De Beers eine künstliche Knappheit, indem es nicht nur die eigene Produktion drosselte, sondern auch Diamanten von anderen Produzenten auf dem Weltmarkt aufkaufte und einlagerte, um ein Überangebot zu verhindern. Dies zeigt, wie ein dominanter Akteur den Preis für alle anderen Produzenten diktieren kann, die dann gezwungen sind, zu diesem künstlich gesetzten Preis zu verkaufen. Auch die japanischen Keiretsu-Konglomerate nach dem Zweiten Weltkrieg in Branchen wie der Elektronik oder Automobilindustrie nutzten eine Form der Quersubventionierung. Ein Hersteller innerhalb eines Keiretsu konnte global mit extrem niedrigen Margen oder sogar Verlusten agieren, um Marktanteile zu gewinnen, weil er durch die konzerneigene Bank mit günstigen Krediten und durch das konzerneigene Handelshaus mit einem globalen Vertriebsnetz gestützt wurde. Der Gewinn musste nicht in einer einzelnen Sparte, sondern im Gesamtsystem des Konglomerats erzielt werden – eine direkte Parallele zur Aussage "Für CATL zählt das Gesamtsystem – der Gewinn kommt woanders." In jüngerer Zeit lässt sich eine ähnliche Dynamik bei OPEC und insbesondere Saudi Aramco beobachten. Als Swing Producer können sie den Ölpreis massiv beeinflussen, indem sie die Produktion drosseln oder den Markt fluten. Um beispielsweise die aufstrebende, aber kostenintensivere US-Schieferölindustrie zu schädigen, erhöhte die OPEC die Produktion, was den Ölpreis abstürzen ließ und viele US-Produzenten unrentabel machte. Der kurzfristige Verlust durch niedrigere Preise wurde in Kauf genommen, um langfristig die Kontrolle über den Markt zu behalten. All diese Beispiele untermauern Ihre Analyse: Ein Spezialchemie-Hersteller wie Albemarle, dessen Produkte wie ein Rohstoff gehandelt werden und der nicht bis zum finalen Endprodukt (dem E-Auto) integriert ist, ist den strategischen Manövern der großen, integrierten Akteure ausgeliefert. Er ist gezwungen, seine Investitionen prozyklisch zu steuern – in Hochpreisphasen massiv zu investieren und in Tiefpreisphasen, wie Sie es bei Albemarle korrekt beobachten, Projekte zu stoppen. Genau dieses Muster macht das Investment in solche Unternehmen so riskant und erfordert eine außergewöhnlich hohe Sicherheitsmarge, da der Preis des verkauften Gutes nicht von freier Marktdynamik, sondern von den strategischen Zielen der mächtigsten Wettbewerber abhängt.
1/2 ----**GEMINI 2.5 PRO** -> Albemarle ist kein reiner Rohstoffförderer, sondern ein hochspezialisierter Chemiekonzern. Dennoch trifft Ihre Schlussfolgerung den Kern des Problems, denn die Profitabilität des Unternehmens ist untrennbar mit den Zyklen eines rohstoffähnlichen Marktes verbunden. Die von Ihnen beschriebene strategische Preismanipulation durch vertikal integrierte Giganten ist ein wesentlicher Grund, warum das Geschäft selbst für hochentwickelte, aber nicht end-to-end integrierte Produzenten oft so herausfordernd ist. Diese grundlegende Schwäche – ein Preisnehmer für das eigene hochveredelte Produkt zu sein – wird durch Akteure, die den Preis aktiv als Waffe einsetzen, massiv verstärkt, und dafür gibt es zahlreiche historische Parallelen in anderen Branchen. Das von Ihnen bei CATL und BYD beobachtete Muster ist ein klassisches Lehrbuchbeispiel für wirtschaftliche Kriegsführung. Eines der bekanntesten Beispiele ist John D. Rockefellers Standard Oil im späten 19. Jahrhundert. Rockefeller baute nicht nur eine dominante Stellung im Ölgeschäft auf, sondern integrierte die gesamte Wertschöpfungskette – von der Förderung über Raffinerien bis hin zum Transport und Vertrieb. Um Konkurrenten aus dem Markt zu drängen, setzte er gezielt auf räuberische Preisgestaltung: In einer bestimmten Region senkte Standard Oil die Kerosinpreise drastisch unter die Gestehungskosten, um den lokalen Wettbewerber in den Ruin zu treiben. Die Verluste aus diesem regionalen Preiskampf wurden durch die hohen Gewinne in anderen, bereits monopolisierten Märkten quersubventioniert. Sobald der Konkurrent aufgab, wurden die Preise wieder angehoben. Dies ist exakt die Logik, die Sie bei CATL und BYD im Lithiummarkt beschreiben, nur auf globaler Ebene und über verschiedene Wertschöpfungsstufen hinweg.
Matt Fernley, der mit seinem Compagnon Howard Klein RK Equity betreibt, und die Leute seit Monaten in die Lithiumaktien getrieben hat, kommt nun zur Erkenntnis, dass seine Lagerbestandsthese nicht zu steigenden Lithiumpreisen führt, weil der Markt entgegen seiner bisherigen Annahme offenbar doch manipuliert wird. https://x.com/matt_fernley/status/2110278442012819705 Damit hat er nun eine gute Begründung, warum seine Kaufempfehlungen nicht aufgegangen sind. Aber müsste er jetzt nicht auch davon abraten, überhaupt in den Lithiummarkt einzusteigen? Privatanleger, aber auch Profis, haben in manipulierten Märkten nichts verloren. Oder sieht das jemand anders?
Der steigende Lithium-Future von gestern war wohl nur eine Eintagsfliege. Heute stürzt er sich insbesondere im späteren Handel wieder gnadenlos in die Tiefe und zu den 100.000 Yuan/t fehlt weniger als 1%! Das haben die australischen Lithiumproduzenten nur eingeschränkt mitbekommen. Die steigen nach dem mehrtägigen brutalen Absturz um bescheidene 1 - 4%, Ausnahme Elevra -0,5%. Für die chinesischen Lithiumproduzenten geht die Talfahrt aber weiter. Aktuell -1,5 bis -4%, Ausnahme Tianqi -0,7%. Heute klammern sich alle an die Worte von Dwayne Sparkes, der mal wieder seinen Kaffee schlürft und sich Gedanken über den Lithiummarkt macht. Da hat er eine ziemlich steile These, an die ich nicht so recht glauben kann. Am besten selber lesen. Hier ist der Link: https://x.com/sparkes_dwayne/status/2110153485966889189 Teile davon sind aber durchaus nachvollziehbar. Z. B. das es in Zukunft immer schwieriger werden dürfte bei Minenprojekten eine Finanzierung auf die Beine zu stellen, wenn die Lithiumpreise so extrem schwanken. Ich hoffe bei den Lithiumpreisen gibt es einen Kampf um die Schwelle von 100.000 Yuan/t, der länger dauert als ein paar Stunden. Vielleicht ist es eine Grenze, wie die 200.000 auf dem Weg nach oben.
Denke auch ist eine Übertreibung nach unten. Aber als ich heute früh geschaut habe, nachdem ich gestern Abend bei Lac nachgelegt habe, und der Lithium Future nochmal mit 4 % runter (104.000) war habe ich schon geschluckt. Aber 1. so genau kann man es eh nie treffen und 2. ist er jetzt schon wieder bei 107.000. Also schau mer mal
Das glaube ich ja gerne, dass die Terminhändler an der GFEX auf Lieferverträge und Auftragsbücher von Zellherstellern reagieren. Aber was ich nicht glaube ist, dass die Reduktion der Hybridexporte im Jahr 2027 um 450.000 Fahrzeuge heute einen Rückgang von 10,5% bei Lithiumcarbonat auslöst. Um die 450.000 mal einzuordnen. China hat in den ersten 3 Quartalen 12,5 Mio NEV produziert. Und bis Jahresende werden das über 17 Mio sein. https://german.cri.cn/2026/10/12/ARTI1791788486824752 Da sind 450.000 gerade mal 2,6%. Und es sind in der Realität keine 2,6%, weil sich viele dieser Käufer trotzdem für ein Hybridauto oder vollelektrisches Auto entscheiden werden. Für mich liegt das Problem in der Nachfrage nach Energiespeichern. Da steigt die Lagerhaltung an.
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