ALBEMARLE WKN: 890167 ISIN: US0126531013 Kürzel: AMC Forum: Aktien Thema: Hauptdiskussion
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Mittlerweile halte ich Joe Lowry für etwas überschätzt. Zwischendurch erwähnt er immer mal seine tollen Profite mit Lithiumaktien. Wenn es dann schlecht für Lithiumaktien läuft hört man dazu entweder nichts oder auch mal, dass er ja nur mit 2 oder 3 % seines Depots in Lithium investiert ist, was ich Ihm nicht wirklich abkaufe.
Mr Lithium, Joe Lowry, meldet sich nun auch zu Wort. Für den ist Marktmanipulation keine Überraschung, sondern ganz normal in China. Aus seiner Sicht bestimmen "Marktkräfte" und die Kostenkurve langfristig den Lithiumpreis. "Until then, rumors, "restatements" (wen oder was immer er damit meint) and rhetoric will drive volatility." Dazu dass er seit Monaten ebenfalls von steigenden Lithiumpreisen ausgeht und damit komplett daneben liegt, fällt ihm aber nichts ein. Quelle: https://x.com/globallithium/status/2110399329336766910
Matt Fernley, der mit seinem Compagnon Howard Klein RK Equity betreibt, und die Leute seit Monaten in die Lithiumaktien getrieben hat, kommt nun zur Erkenntnis, dass seine Lagerbestandsthese nicht zu steigenden Lithiumpreisen führt, weil der Markt entgegen seiner bisherigen Annahme offenbar doch manipuliert wird. https://x.com/matt_fernley/status/2110278442012819705 Damit hat er nun eine gute Begründung, warum seine Kaufempfehlungen nicht aufgegangen sind. Aber müsste er jetzt nicht auch davon abraten, überhaupt in den Lithiummarkt einzusteigen? Privatanleger, aber auch Profis, haben in manipulierten Märkten nichts verloren. Oder sieht das jemand anders?
Ich weiß auch nicht... gibt auch Leute, die sagen, dass die ganze Börse manipuliert ist. Für mich stellt sich auch die Frage, wofür manipuliert? Und war es dann nach oben hin auch manipuliert? Bezüglich wieder einsteigen/nachkaufen würde ich eventuell erstmal eine Art Bodenbildung abwarten. Bisher ist ja jeder kurze Anstieg beim Lithiumpreis wieder verpufft und hat neue Tiefs gebildet. Geht ihr hier alle noch von einer zeitnahen Erholung aus? Sofern das jetzt wieder ein Lithium Winter werden sollte... die Bodenbildung beim letzten mal hat ja auch über 1 Jahr gedauert.
2/2 ----**GEMINI 2.5 PRO** -> Ein weiteres historisches Beispiel ist der Diamantenmarkt unter der Kontrolle von De Beers. Über Jahrzehnte hinweg kontrollierte das De Beers-Kartell nicht nur einen Großteil der Minen, sondern auch den Vertrieb und vor allem das Marketing. Um den Preis hochzuhalten, schuf De Beers eine künstliche Knappheit, indem es nicht nur die eigene Produktion drosselte, sondern auch Diamanten von anderen Produzenten auf dem Weltmarkt aufkaufte und einlagerte, um ein Überangebot zu verhindern. Dies zeigt, wie ein dominanter Akteur den Preis für alle anderen Produzenten diktieren kann, die dann gezwungen sind, zu diesem künstlich gesetzten Preis zu verkaufen. Auch die japanischen Keiretsu-Konglomerate nach dem Zweiten Weltkrieg in Branchen wie der Elektronik oder Automobilindustrie nutzten eine Form der Quersubventionierung. Ein Hersteller innerhalb eines Keiretsu konnte global mit extrem niedrigen Margen oder sogar Verlusten agieren, um Marktanteile zu gewinnen, weil er durch die konzerneigene Bank mit günstigen Krediten und durch das konzerneigene Handelshaus mit einem globalen Vertriebsnetz gestützt wurde. Der Gewinn musste nicht in einer einzelnen Sparte, sondern im Gesamtsystem des Konglomerats erzielt werden – eine direkte Parallele zur Aussage "Für CATL zählt das Gesamtsystem – der Gewinn kommt woanders." In jüngerer Zeit lässt sich eine ähnliche Dynamik bei OPEC und insbesondere Saudi Aramco beobachten. Als Swing Producer können sie den Ölpreis massiv beeinflussen, indem sie die Produktion drosseln oder den Markt fluten. Um beispielsweise die aufstrebende, aber kostenintensivere US-Schieferölindustrie zu schädigen, erhöhte die OPEC die Produktion, was den Ölpreis abstürzen ließ und viele US-Produzenten unrentabel machte. Der kurzfristige Verlust durch niedrigere Preise wurde in Kauf genommen, um langfristig die Kontrolle über den Markt zu behalten. All diese Beispiele untermauern Ihre Analyse: Ein Spezialchemie-Hersteller wie Albemarle, dessen Produkte wie ein Rohstoff gehandelt werden und der nicht bis zum finalen Endprodukt (dem E-Auto) integriert ist, ist den strategischen Manövern der großen, integrierten Akteure ausgeliefert. Er ist gezwungen, seine Investitionen prozyklisch zu steuern – in Hochpreisphasen massiv zu investieren und in Tiefpreisphasen, wie Sie es bei Albemarle korrekt beobachten, Projekte zu stoppen. Genau dieses Muster macht das Investment in solche Unternehmen so riskant und erfordert eine außergewöhnlich hohe Sicherheitsmarge, da der Preis des verkauften Gutes nicht von freier Marktdynamik, sondern von den strategischen Zielen der mächtigsten Wettbewerber abhängt.
1/2 ----**GEMINI 2.5 PRO** -> Albemarle ist kein reiner Rohstoffförderer, sondern ein hochspezialisierter Chemiekonzern. Dennoch trifft Ihre Schlussfolgerung den Kern des Problems, denn die Profitabilität des Unternehmens ist untrennbar mit den Zyklen eines rohstoffähnlichen Marktes verbunden. Die von Ihnen beschriebene strategische Preismanipulation durch vertikal integrierte Giganten ist ein wesentlicher Grund, warum das Geschäft selbst für hochentwickelte, aber nicht end-to-end integrierte Produzenten oft so herausfordernd ist. Diese grundlegende Schwäche – ein Preisnehmer für das eigene hochveredelte Produkt zu sein – wird durch Akteure, die den Preis aktiv als Waffe einsetzen, massiv verstärkt, und dafür gibt es zahlreiche historische Parallelen in anderen Branchen. Das von Ihnen bei CATL und BYD beobachtete Muster ist ein klassisches Lehrbuchbeispiel für wirtschaftliche Kriegsführung. Eines der bekanntesten Beispiele ist John D. Rockefellers Standard Oil im späten 19. Jahrhundert. Rockefeller baute nicht nur eine dominante Stellung im Ölgeschäft auf, sondern integrierte die gesamte Wertschöpfungskette – von der Förderung über Raffinerien bis hin zum Transport und Vertrieb. Um Konkurrenten aus dem Markt zu drängen, setzte er gezielt auf räuberische Preisgestaltung: In einer bestimmten Region senkte Standard Oil die Kerosinpreise drastisch unter die Gestehungskosten, um den lokalen Wettbewerber in den Ruin zu treiben. Die Verluste aus diesem regionalen Preiskampf wurden durch die hohen Gewinne in anderen, bereits monopolisierten Märkten quersubventioniert. Sobald der Konkurrent aufgab, wurden die Preise wieder angehoben. Dies ist exakt die Logik, die Sie bei CATL und BYD im Lithiummarkt beschreiben, nur auf globaler Ebene und über verschiedene Wertschöpfungsstufen hinweg.
Matt Fernley, der mit seinem Compagnon Howard Klein RK Equity betreibt, und die Leute seit Monaten in die Lithiumaktien getrieben hat, kommt nun zur Erkenntnis, dass seine Lagerbestandsthese nicht zu steigenden Lithiumpreisen führt, weil der Markt entgegen seiner bisherigen Annahme offenbar doch manipuliert wird. https://x.com/matt_fernley/status/2110278442012819705 Damit hat er nun eine gute Begründung, warum seine Kaufempfehlungen nicht aufgegangen sind. Aber müsste er jetzt nicht auch davon abraten, überhaupt in den Lithiummarkt einzusteigen? Privatanleger, aber auch Profis, haben in manipulierten Märkten nichts verloren. Oder sieht das jemand anders?
Der steigende Lithium-Future von gestern war wohl nur eine Eintagsfliege. Heute stürzt er sich insbesondere im späteren Handel wieder gnadenlos in die Tiefe und zu den 100.000 Yuan/t fehlt weniger als 1%! Das haben die australischen Lithiumproduzenten nur eingeschränkt mitbekommen. Die steigen nach dem mehrtägigen brutalen Absturz um bescheidene 1 - 4%, Ausnahme Elevra -0,5%. Für die chinesischen Lithiumproduzenten geht die Talfahrt aber weiter. Aktuell -1,5 bis -4%, Ausnahme Tianqi -0,7%. Heute klammern sich alle an die Worte von Dwayne Sparkes, der mal wieder seinen Kaffee schlürft und sich Gedanken über den Lithiummarkt macht. Da hat er eine ziemlich steile These, an die ich nicht so recht glauben kann. Am besten selber lesen. Hier ist der Link: https://x.com/sparkes_dwayne/status/2110153485966889189 Teile davon sind aber durchaus nachvollziehbar. Z. B. das es in Zukunft immer schwieriger werden dürfte bei Minenprojekten eine Finanzierung auf die Beine zu stellen, wenn die Lithiumpreise so extrem schwanken. Ich hoffe bei den Lithiumpreisen gibt es einen Kampf um die Schwelle von 100.000 Yuan/t, der länger dauert als ein paar Stunden. Vielleicht ist es eine Grenze, wie die 200.000 auf dem Weg nach oben.
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