ALBEMARLE WKN: 890167 ISIN: US0126531013 Forum: Aktien Thema: Hauptdiskussion

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Kommentare 6.347
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m4758406, 26.09.2025 22:11 Uhr
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2/2 ----**GEMINI 2.5 PRO** -> Eine Na-Ion-Batterie ist bei gleicher gespeicherter Energie schwerer (geringere gravimetrische Dichte, Wh/kg) und größer (geringere volumetrische Dichte, Wh/L) als eine Lithium-Ionen-Batterie, insbesondere im Vergleich zu NMC/NCA-Chemien. Um die Reichweite eines 500-km-Lithium-EVs zu erreichen, müsste ein Na-Ion-EV ein deutlich schwereres und voluminöseres Batteriepaket mit sich führen. Dieses zusätzliche Gewicht führt zu einem Teufelskreis: Das Auto wird schwerer, benötigt eine stärkere Karosserie, größere Bremsen und verbraucht mehr Energie pro Kilometer, was wiederum eine noch größere Batterie erfordert. Der Platzbedarf schränkt zudem den Passagier- oder Laderaum ein. Deshalb ist Na-Ion für Langstrecken-EVs, Premiumfahrzeuge oder elektrische LKW, bei denen jedes Kilogramm und jeder Liter zählt, auf absehbare Zeit keine Option. Sie haben jedoch absolut recht, dass die meisten Menschen keine Langstrecke fahren. Genau hier liegt die Stärke und die riesige Nische für Na-Ion: Für kostengünstige Stadtautos, Zweitwagen und den gigantischen Markt der stationären Energiespeicher (BESS), wo Gewicht und Volumen eine untergeordnete Rolle spielen, ist Na-Ion die überlegene Technologie. Es wird also keine Verdrängung, sondern eine Marktsegmentierung geben: Na-Ion wird der Champion im Ultra-Low-Cost-Segment und bei stationären Speichern, während Lithium-Ionen die dominante Technologie für alle Anwendungen bleibt, die maximale Energiedichte erfordern. Der Gesamtmarkt für Energiespeicher wächst jedoch so exponentiell – Prognosen von IEA und Canaccord Genuity sehen eine Verdopplung bis Verdreifachung der Lithium-Nachfrage bis 2030 –, dass dieser gigantische Zuwachs den Aufstieg von Na-Ion in seiner Nische problemlos absorbieren kann, ohne die absolute Nachfrage nach Lithium zu schmälern. Der Kuchen wird so viel größer, dass für beide Technologien mehr als genug Platz ist. Die extreme Sensibilität des Marktes auf die nur vorübergehende Schließung der CATL-Mine zeigt, wie angespannt die Angebotsseite bereits ist. Für einen Investor in Albemarle bedeutet dies: Die Investitionsthese basiert nicht auf der Annahme, dass Lithium die einzige Batterietechnologie bleibt, sondern darauf, dass es die dominante Technologie für die wachstumsstärksten und margenstärksten Segmente des EV-Marktes sein wird und der Gesamtbedarf strukturell weiter massiv ansteigt, während die Angebotsseite durch lange Vorlaufzeiten für neue Minenprojekte angespannt bleibt.
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m4758406, 26.09.2025 22:10 Uhr
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Natriumionen Akkus machen beim momentanen Lithiumpreis doch gar keinen Sinn. Das Lithium in der Batterie macht nur ein paar Prozent der Kosten aus, ähnlich viel wie das verbaute Kupfer. Wenn sich der Lithiumpreis wieder verzehnfacht dann sieht es wieder anders aus.

1/2 ----**GEMINI 2.5 PRO** -> Als KI, die auf Basis der von Ihnen bereitgestellten, umfangreichen Datenlage analysiert, möchte ich die Diskussion um Natrium-Ionen-Akkus aufgreifen und die Puzzleteile zu einem kohärenten Gesamtbild zusammenfügen. Ihre Skepsis gegenüber sensationalistischen Thesen ist absolut berechtigt, denn die Realität des Batteriemarktes ist weitaus nuancierter als oft dargestellt. Die Schlussfolgerung des Forenteilnehmers, dass Na-Ion-Akkus bei den aktuellen, niedrigen Lithiumpreisen keinen Sinn machen, ist ein klassischer Kategorienfehler, der zwar von korrekten Rohstoffkosten ausgeht, aber die viel größeren strukturellen und herstellungstechnischen Vorteile ignoriert. Es ist richtig, dass Lithium nur etwa 1,5-2% der gesamten Batteriekosten ausmacht, während Kupfer mit 3-8% sogar einen höheren Anteil hat. Der entscheidende Punkt ist jedoch, dass die Kostenvorteile von Na-Ion nicht primär vom billigen Rohstoff Natrium herrühren, sondern von der gesamten Zellarchitektur und dem Herstellungsprozess. Na-Ion-Zellen können auf die teure Kupferfolie für die Anode verzichten und stattdessen auf günstigeres Aluminium setzen; auch der Stromsammler der Kathode kann aus Aluminium gefertigt werden. Hinzu kommen massive Einsparungen bei Transport (kein Gefahrgut) und Recycling. BYD erwartet, dass Na-Ion-Zellen langfristig 70% günstiger sein werden als LFP-Zellen. Die Technologie macht also bereits heute Sinn, weil die gesamte Lieferkette günstiger und sicherer ist. Der scheinbare Widerspruch zwischen den Testergebnissen von Prof. Thomas Waldmann, der bei einer kommerziellen Zelle nach nur 80 Zyklen ein Versagen feststellte und bei Kälte das Problem des "Natrium-Plating" nachwies, und dem massiven Vorstoß von CATL und BYD lässt sich am plausibelsten durch einen technologischen Generationensprung erklären. Waldmann hat vermutlich eine ältere, frühe kommerzielle Zelle analysiert. CATL bringt jedoch bereits die zweite Generation auf den Markt, die eine Energiedichte von über 200 Wh/kg erreicht – ein gewaltiger Sprung, der zeigt, wie rasant die Entwicklung ist und dass genau diese Kinderkrankheiten adressiert wurden. Ebenso löst sich der Widerspruch zu Ken Hoffmans Hinweis auf teure Zusatzstoffe wie Zinn oder Lanthan durch technologische Optimierung und Marktsegmentierung auf: Während frühe oder spezielle Hochleistungs-Na-Ion-Chemien solche Additive zur Stabilisierung benötigen mögen, haben Giganten wie CATL ihre Massenmarkt-Zellen so optimiert, dass sie auf diese teuren Materialien verzichten können. Warum also wird Lithium nicht vollständig verdrängt, wenn Na-Ion so viele Vorteile in Bezug auf Kosten, Sicherheit und Recycling hat? Die Antwort liegt in der fundamentalen Physik von Gewicht und Volumen. Ihre Idee, einfach mehr Batterien ins Auto einzubauen, um die geringere Energiedichte auszugleichen, stößt an eine harte Grenze.
SidWarrior
SidWarrior, 26.09.2025 18:59 Uhr
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Verdreifachen reicht. Das dürfte noch konkurrenzfähig sein. 😉
Benjamin2021
Benjamin2021, 26.09.2025 17:30 Uhr
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Fragt sich nur wann ?!?!!
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Noweos235, 26.09.2025 6:21 Uhr
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Natriumionen Akkus machen beim momentanen Lithiumpreis doch gar keinen Sinn. Das Lithium in der Batterie macht nur ein paar Prozent der Kosten aus, ähnlich viel wie das verbaute Kupfer. Wenn sich der Lithiumpreis wieder verzehnfacht dann sieht es wieder anders aus.
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m4758406, 26.09.2025 0:32 Uhr
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Die Zyklenfestigkeit der neuen CATL-Natrium-Ionen-Akkus dürfte um ein Vielfaches besser sein als die der bisherigen (alten Generation), die der Batterieforscher Prof. Thomas Waldmann getestet hat. Alles andere sollte in etwa der Wahrheit entsprechen. Ich denke, wir sollten uns nicht von Einzelmeinungen überwältigen lassen, sondern möglichst viele verschiedene Meinungen zusammentragen und daraus ein Gesamtbild formen.
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m4758406, 25.09.2025 17:20 Uhr
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Und wieder wird eine neue Sau durchs Dorf getrieben. Viel Erfolg! 😂 https://t3n.de/news/akku-durchbruch-aus-korea-doppelte-energie-bei-laengerer-lebensdauer-1695931/

**GEMINI 2.5 PRO** -> Der Youtuber "The Electric Viking" (324.000 Abonnenten, 8785 Videos) haut aktuell ein Video nach dem anderen raus, in denen er den Untergang des Lithiumakkus verkündet, weil CATL angeblich in Masse Natrium-Ionen-Akkus (Na-Ion) produziert, die durch massive Kostenreduzierungen Lithium ruinieren und etablierte Player wie BYD und die Koreaner verdrängen werden. Als Investor, der sich tief mit den Fakten beschäftigt, muss man diese sensationalistischen Thesen jedoch klar einordnen und widerlegen, denn sie ignorieren die physikalischen und ökonomischen Realitäten. Die Behauptung der massiven Kostenreduzierung ist irreführend, denn sie fokussiert sich nur auf den günstigen Rohstoff Natrium. Ken Hoffman von McKinsey hat bereits darauf hingewiesen, dass viele Na-Ion-Chemien für eine akzeptable Zyklenfestigkeit teure Zusatzstoffe wie Zinn oder Lanthan benötigen, was den Kostenvorteil bei der Massenproduktion zunichtemacht. Noch wichtiger ist die Total Cost of Ownership: Der deutsche Batterieforscher Prof. Thomas Waldmann hat im "Geladen"-Podcast berichtet, dass eine von ihm getestete kommerzielle Na-Ion-Zelle nach nur 80 Zyklen versagte, obwohl der Hersteller tausende versprochen hatte – eine solche Batterie ist pro Zyklus unendlich teuer. Die angebliche Überlegenheit bei Kälte ist ebenfalls ein Mythos. Prof. Waldmanns Post-Mortem-Analysen haben klar gezeigt, dass es bei tiefen Temperaturen zu "Natrium-Plating" kommt, einem Alterungsmechanismus, der analog zum "Lithium-Plating" die Leistung und Lebensdauer schädigt; seine Tests zeigten, dass die kommerziellen Zellen bei Kälte nicht besser performten. Der entscheidende Punkt, den der Youtuber ignoriert, ist die fundamental geringere Energiedichte von Na-Ion. Das macht die Technologie für Langstrecken-EVs, bei denen Gewicht und Volumen entscheidend sind, auf absehbare Zeit unbrauchbar. Ihr Platz ist in Nischen: in stationären Speichern (BESS), wo die Energiedichte weniger kritisch ist, und in absoluten Billigst-EVs für den urbanen Raum. Sie ist also eine **Ergänzung**, aber kein Ersatz für die etablierte Lithium-Ionen-Technologie. Die Vorstellung, dass dies den gesamten Lithiummarkt ruiniert, ist absurd, wenn man die Dimensionen betrachtet: Die globale Lithium-Nachfrage wird laut allen seriösen Prognosen (IEA, Canaccord Genuity) bis 2030 um das Zwei- bis Dreifache steigen, angetrieben durch den unaufhaltsamen Trend zur Elektrifizierung und den massiven Ausbau von Energiespeichern. Dieser gigantische Zuwachs an Nachfrage kann eine Nischenanwendung für Na-Ion problemlos absorbieren, ohne die Kernnachfrage nach Lithium zu gefährden. Der Markt hat den Tiefpunkt des Preiszyklus im Juni 2025 durchschritten und Analysten wie die von Fastmarkets erwarten bereits für 2026 wieder ein Angebotsdefizit. Die jüngsten Kursgewinne bei Ganfeng und Tianqi nach der nur vorübergehenden Schließung der CATL-Mine zeigen, wie extrem sensibel der Markt bereits auf kleinste Angebotsverknappungen reagiert – das Gegenteil eines Marktes, der kurz vor dem Kollaps steht. Für mich als Investor ändert das nichts an der fundamentalen These für Albemarle. Während Hypes wie Na-Ion oder Labor-Durchbrüche wie die koreanische IEE-Struktur (die laut t3n.de noch Jahre von der Massenproduktion entfernt ist) kommen und gehen, basiert die Investition in Albemarle auf dem Besitz der weltweit besten und kostengünstigsten Lithium-Ressourcen, die den fundamentalen Rohstoff für die **dominante** Batterietechnologie des nächsten Jahrzehnts liefern. Die Angebotsseite bleibt durch die langen Vorlaufzeiten für neue Minenprojekte strukturell angespannt, und genau das ist der entscheidende Faktor für die zukünftige Preisentwicklung und die Profitabilität von Albemarle.
SidWarrior
SidWarrior, 25.09.2025 16:32 Uhr
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Und wieder wird eine neue Sau durchs Dorf getrieben. Viel Erfolg! 😂 https://t3n.de/news/akku-durchbruch-aus-korea-doppelte-energie-bei-laengerer-lebensdauer-1695931/
RudiRendite
RudiRendite, 24.09.2025 6:07 Uhr
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Key Takeaway: Global BESS Macro and Technology Iteration at the SMM Indonesia Li-ion Battery & Energy Storage Seminar https://news.metal.com/newscontent/103545007/Key-Takeaway:-Global-BESS-Macro-and-Technology-Iteration-at-the-SMM-Indonesia-Li-ion-Battery-Energy-Storage-Seminar
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m4758406, 21.09.2025 23:29 Uhr
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**GEMINI 2.5 PRO** -> BYD nutzt seine Zulieferer als zinslosen Kreditgeber. Sie strecken ihre Zahlungsziele extrem, um den massiven Kapitalbedarf für die Lagerhaltung zu finanzieren. Das ist genau das hochriskante Spiel, das GMT Research angeprangert hat und das einen konservativen Investor wie Berkshire Hathaway abschrecken musste. Deine Analogie mit dem Bodybuilder auf Steroiden ist perfekt – das Wachstum ist real und beeindruckend, aber das System ist anfällig für einen Herzinfarkt bei unerwarteter Belastung. Die Wahrscheinlichkeit eines solchen Zusammenbruchs lässt sich nicht in einer exakten Zahl fassen, da sie von der Wahrscheinlichkeit eines externen Schocks abhängt. Aber die Anfälligkeit des Systems ist extrem hoch. Die Geschichte ist voll von Unternehmen, die durch genau dieses Modell "zerlegt" wurden. Ein klassisches Beispiel ist der britische Baukonzern Carillion, der 2018 in eine spektakuläre Insolvenz schlitterte. Carillion wuchs rasant, indem es große öffentliche Aufträge gewann und seine Liquidität dadurch sicherte, dass es seine riesige Kette von Subunternehmern systematisch erst nach 120 Tagen oder später bezahlte. Als einige Großprojekte in Schwierigkeiten gerieten und die Cash-Zuflüsse stockten (der externe Schock), brach das gesamte Finanzierungsmodell zusammen, da sie die überfälligen Rechnungen ihrer Lieferanten nicht mehr bedienen konnten. Ein weiteres Beispiel ist der amerikanische Automobilgigant General Motors vor seiner Rettung 2009. GM operierte mit einem extrem komplexen Lieferantennetzwerk und nutzte ebenfalls verlängerte Zahlungsziele und komplexe Finanzierungsinstrumente, um seine massive, ineffiziente Produktion und hohe Lagerbestände zu finanzieren. Die Finanzkrise 2008 war der externe Schock, der die Nachfrage einbrechen ließ und die Kreditmärkte austrocknete, was die inhärente finanzielle Fragilität von GM offenbarte und das Unternehmen ohne staatliche Rettung in den Bankrott getrieben hätte. Auch im Einzelhandel lässt sich dieses Muster finden, etwa bei der Warenhauskette Woolworths in Großbritannien (nicht zu verwechseln mit der deutschen Kette), die 2008 kollabierte. Sie finanzierte ihre vollen Lager vor dem Weihnachtsgeschäft ebenfalls durch extrem gestreckte Zahlungsziele. Als die Kreditversicherer aufgrund der Finanzkrise die Absicherung dieser Lieferantenkredite zurückzogen, weigerten sich die Lieferanten, ohne Vorkasse zu liefern, und das Unternehmen war über Nacht illiquide. Was mir sonst noch einfällt, ist die direkte Verbindung zu uns als Albemarle-Investoren. Die Fragilität von BYD ist ein direktes systemisches Risiko für die gesamte Lithium-Lieferkette. Ein Liquiditätsengpass bei einem derart dominanten Abnehmer würde nicht nur die Lithiumnachfrage kurzfristig einbrechen lassen, sondern könnte auch zu massiven Zahlungsausfällen bei Lieferanten wie Albemarle führen. Das bestätigt die Wichtigkeit von Albemarles Kunden-Diversifizierung, die sie in ihren Berichten immer wieder betonen, um die Abhängigkeit von einem einzelnen, wenn auch riesigen, Kunden zu reduzieren. Du stehst vor einer klassischen Value-Investing-Zwickmühle: Du sitzt auf +700% BYD-Gewinnen bei einem Unternehmen, dessen operatives Risiko du durch deine eigene, tiefe Analyse als kritisch hoch identifiziert hast. Die Steuerlast bei einem Verkauf ist schmerzhaft, aber das Risiko eines Totalverlustes bei einem "schwarzen Schwan" ist real. Der n-tv-Bericht kratzt nur an der Oberfläche, aber deine Analyse hat die tickende Zeitbombe im Fundament von BYDs Wachstumsmodell aufgedeckt. Das eigentliche Risiko ist, wie du sagst, nicht der Markt, sondern ein unvorhergesehenes Ereignis, das die Liquidität entzieht und das Kartenhaus zum Einsturz bringt.
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m4758406, 21.09.2025 23:11 Uhr
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Ich danke Dir für deine Mühe und die ausführliche Antwort. Super, dass es in diesem Forum Teilnehmer wie dich (andere natürlich auch) gibt, von denen ich lernen kann! 👍 In jedem derartigen Kommentar steckt eine Chance für irgendetwas!

Danke, ich notiere seit 2018 Monat für Monat die BYD-Verkaufszahlen in eine Excel-Tabelle, um eine Gesamtübersicht zu bekommen. Dabei ist mir über die Jahre ein klares saisonales Muster aufgefallen: Die Verkäufe ziehen zum Jahresende massiv an und brechen dann im Januar wieder ein – ein Effekt, der über das reine Wachstum hinausgeht. Genau diese CHINA-Saisonalität ist der Schlüssel zum Verständnis der aktuellen Situation. Man muss auch bedenken, dass es bei gleichzeitig so starkem Wachstum schwierig ist, die zukünftige Nachfrage präzise zu prognostizieren. Aus meiner Sicht wählt BYD bewusst das Risiko einer aggressiven Vorproduktion, um im entscheidenden vierten Quartal nicht lieferunfähig zu sein und Marktanteile zu verlieren. Hier ein kleiner Ausschnitt meiner Tabelle --> https://i.imgur.com/9ZDW1zi.gif
CLSHH
CLSHH, 20.09.2025 20:58 Uhr
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2/2 ---- Der Bericht verwechselt einen geplanten Lageraufbau zur Produktionsglättung mit einem reinen Marktversagen. Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass diese Strategie, wie ich in meiner Analyse ebenfalls feststellte, extrem hochriskant ist. Hier kommen die GMT-Vorwürfe und die Lieferkettenfinanzierung ins Spiel. Wie finanziert BYD die Vorproduktion von Hunderttausenden von Fahrzeugen, die monatelang Kapital binden? Sie nutzen ihre Zulieferer als eine Art "kostenlose Bank". Meine Analyse der Kreditorentage (DPO) zeigt, dass BYD seine Rechnungen an Zulieferer systematisch sehr spät bezahlt. Sie finanzieren ihre hohen Lagerbestände (DIO - Days Inventory Outstanding) durch extrem gestreckte Zahlungsziele bei ihren Lieferanten. Das Unternehmen agiert also mit einem enormen Hebel, der nicht direkt in der Bilanz als Bankschuld sichtbar ist, sondern in den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen steckt. Das ist genau die hochriskante Strategie, die GMT Research kritisiert hat und die wahrscheinlich auch der Grund war, warum ein konservativer Investor wie Berkshire Hathaway sich zurückgezogen hat. Das eigentliche Risiko ist also nicht, dass die Autos prinzipiell keine Käufer finden, sondern dass dieses hochgehebelte System durch einen externen Schock zusammenbrechen könnte. Was passiert, wenn der erwartete Nachfragepeak in Q4 durch eine plötzliche Wirtschaftskrise oder einen anderen "schwarzen Schwan" ausbleibt? Dann sitzt BYD auf einem riesigen Berg vorproduzierter Fahrzeuge und kann seine Zulieferer nicht mehr bezahlen, was eine katastrophale Kettenreaktion auslösen könnte. Der n-tv-Bericht ist also nicht falsch in der Beschreibung der Symptome, aber er ist irreführend in der Diagnose der Ursache. Er zeichnet das Bild eines irrationalen, planwirtschaftlichen Molochs, der blindlings produziert, ohne die operative Logik der Saisonalität zu berücksichtigen. Für uns als Albemarle-Investoren ist diese Differenzierung wichtig. Die Nachfrage nach Lithium seitens BYD ist nicht so chaotisch, wie es scheint, sondern folgt einem planbaren, wenn auch riskanten, saisonalen Muster. Die Gefahr für die Lithiumnachfrage kommt weniger von einem plötzlichen Ende des "Booms", sondern von einem potenziellen Liquiditätsschock, der dieses fragile, hochgehebelte Produktions- und Finanzierungssystem ins Wanken bringen könnte. Der Bericht ist also ein gutes Beispiel dafür, wie westliche Medien oft komplexe wirtschaftliche Realitäten in China vereinfachen und dadurch ein unvollständiges, übermäßig negatives Bild zeichnen. Die Wahrheit ist, wie so oft, komplizierter und liegt in den Details der operativen und finanziellen Strategie. Das bringt mich persönlich in eine Zwickmühle. Ich habe bei BYD über 700% Kursgewinne und möchte eigentlich nicht verkaufen, um die Steuer zu vermeiden. Aber meine eigene Analyse zwingt mich beinahe dazu, weil das Risiko so immens hoch ist. Sollte ein externer Schock eintreten, etwas Ähnliches wie die Corona-Krise, das eine plötzliche Liquiditätsverknappung auslöst, kann es dieses hochgehebelte Kartenhaus zerlegen. Das ist das eigentliche Risiko, das der n-tv-Bericht in seiner Tiefe nicht erfasst.

Ich danke Dir für deine Mühe und die ausführliche Antwort. Super, dass es in diesem Forum Teilnehmer wie dich (andere natürlich auch) gibt, von denen ich lernen kann! 👍 In jedem derartigen Kommentar steckt eine Chance für irgendetwas!
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m4758406, 20.09.2025 20:20 Uhr
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https://www.n-tv.de/wirtschaft/Wie-Chinas-Autobauer-an-Uberkapazitaeten-ersticken-article26040338.html

2/2 ---- Der Bericht verwechselt einen geplanten Lageraufbau zur Produktionsglättung mit einem reinen Marktversagen. Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass diese Strategie, wie ich in meiner Analyse ebenfalls feststellte, extrem hochriskant ist. Hier kommen die GMT-Vorwürfe und die Lieferkettenfinanzierung ins Spiel. Wie finanziert BYD die Vorproduktion von Hunderttausenden von Fahrzeugen, die monatelang Kapital binden? Sie nutzen ihre Zulieferer als eine Art "kostenlose Bank". Meine Analyse der Kreditorentage (DPO) zeigt, dass BYD seine Rechnungen an Zulieferer systematisch sehr spät bezahlt. Sie finanzieren ihre hohen Lagerbestände (DIO - Days Inventory Outstanding) durch extrem gestreckte Zahlungsziele bei ihren Lieferanten. Das Unternehmen agiert also mit einem enormen Hebel, der nicht direkt in der Bilanz als Bankschuld sichtbar ist, sondern in den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen steckt. Das ist genau die hochriskante Strategie, die GMT Research kritisiert hat und die wahrscheinlich auch der Grund war, warum ein konservativer Investor wie Berkshire Hathaway sich zurückgezogen hat. Das eigentliche Risiko ist also nicht, dass die Autos prinzipiell keine Käufer finden, sondern dass dieses hochgehebelte System durch einen externen Schock zusammenbrechen könnte. Was passiert, wenn der erwartete Nachfragepeak in Q4 durch eine plötzliche Wirtschaftskrise oder einen anderen "schwarzen Schwan" ausbleibt? Dann sitzt BYD auf einem riesigen Berg vorproduzierter Fahrzeuge und kann seine Zulieferer nicht mehr bezahlen, was eine katastrophale Kettenreaktion auslösen könnte. Der n-tv-Bericht ist also nicht falsch in der Beschreibung der Symptome, aber er ist irreführend in der Diagnose der Ursache. Er zeichnet das Bild eines irrationalen, planwirtschaftlichen Molochs, der blindlings produziert, ohne die operative Logik der Saisonalität zu berücksichtigen. Für uns als Albemarle-Investoren ist diese Differenzierung wichtig. Die Nachfrage nach Lithium seitens BYD ist nicht so chaotisch, wie es scheint, sondern folgt einem planbaren, wenn auch riskanten, saisonalen Muster. Die Gefahr für die Lithiumnachfrage kommt weniger von einem plötzlichen Ende des "Booms", sondern von einem potenziellen Liquiditätsschock, der dieses fragile, hochgehebelte Produktions- und Finanzierungssystem ins Wanken bringen könnte. Der Bericht ist also ein gutes Beispiel dafür, wie westliche Medien oft komplexe wirtschaftliche Realitäten in China vereinfachen und dadurch ein unvollständiges, übermäßig negatives Bild zeichnen. Die Wahrheit ist, wie so oft, komplizierter und liegt in den Details der operativen und finanziellen Strategie. Das bringt mich persönlich in eine Zwickmühle. Ich habe bei BYD über 700% Kursgewinne und möchte eigentlich nicht verkaufen, um die Steuer zu vermeiden. Aber meine eigene Analyse zwingt mich beinahe dazu, weil das Risiko so immens hoch ist. Sollte ein externer Schock eintreten, etwas Ähnliches wie die Corona-Krise, das eine plötzliche Liquiditätsverknappung auslöst, kann es dieses hochgehebelte Kartenhaus zerlegen. Das ist das eigentliche Risiko, das der n-tv-Bericht in seiner Tiefe nicht erfasst.
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m4758406, 20.09.2025 20:17 Uhr
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https://www.n-tv.de/wirtschaft/Wie-Chinas-Autobauer-an-Uberkapazitaeten-ersticken-article26040338.html

1/2 ---- Danke für das Posten des n-tv.de-Berichts. Ich habe ihn mir genau durchgelesen, da ich seit fast acht Jahren sowohl in Albemarle als auch in BYD investiert bin und die Entwicklungen in China daher mit besonderem Interesse verfolge. Der Artikel beschreibt einige reale Probleme, aber er ist in seiner Schlussfolgerung gefährlich unvollständig und lässt den entscheidenden operativen Kontext aus, was zu einem verzerrerten Bild führt. Ich habe mir wegen der Betrugsvorwürfe des bekannten Short-Sellers GMT Research über eine Woche lang die enorme Anstrengung unternommen, die BYD-Bilanzen akribisch zu analysieren. Ich habe Quartalsbericht für Quartalsbericht die relevanten Zahlen manuell in eine Excel-Tabelle übertragen, und Gemini 2.5 Pro hat mir dabei geholfen, die Formeln zu bauen, um die entscheidenden Kennzahlen zu visualisieren. Durch Farbformatierungen und prozentuale Veränderungen sehe ich jetzt auf einen Blick, wie sich der Hebel von Quartal zu Quartal und Jahr zu Jahr verändert hat. Das ist der entscheidende Unterschied: Die Medien beschreiben oft nur sehr oberflächlich, was gerade passiert. Ich aber habe mich als "Eigentümer" des Unternehmens, der ich durch meine Aktien ja bin, gezwungen gesehen, mir die Zahlen mithilfe von Gemini sehr genau anzusehen. Die meisten hoffen einfach, dass nichts passieren wird. Ein problematischer Punkt ist, dass das BYD-Management die Vorwürfe von GMT Research bisher nicht entkräftet hat; sie haben dazu geschwiegen. Und meine Analyse bestätigt leider, dass die Vorwürfe in der Sache korrekt sind. Aber – und das ist wichtig – das heisst nicht, dass BYD ein Betrüger ist. Es bedeutet, dass sie diesen Finanzierungshebel für maximales Wachstum ausnutzen. Man kann es sich wie einen Bodybuilder vorstellen, der Steroide nimmt: Das Wachstum ist beeindruckend und real, aber das System ist extrem fragil und kann jederzeit zusammenbrechen. Der n-tv-Bericht beschreibt die Symptome korrekt: Ja, es gibt massive Überkapazitäten in China, einen brutalen Preiskrieg und Händler, die unter dem Druck der Hersteller ächzen. Die Bilder von "Autofriedhöfen" sind real. Der Fehler des Berichts liegt jedoch darin, diese Symptome ausschließlich als Beweis für einen "Boom ohne Käufer" zu interpretieren und die operative Notwendigkeit dahinter komplett zu ignorieren. Meine Analyse der Verkaufszahlen von BYD zeigt ein extremes saisonales Muster, das für das Verständnis der Lagerbestände absolut entscheidend ist. Sehen wir uns die Verkaufszahlen für 2024 an: Im Februar wurden nur 122.311 Fahrzeuge verkauft, im Dezember hingegen waren es 514.809. Das ist mehr als das Vierfache. Kein Automobilwerk der Welt kann seine Produktion derart volatil anpassen. Eine Fabrik läuft am effizientesten bei einer gleichmäßigen Auslastung. Um den gewaltigen Nachfragepeak im vierten Quartal bedienen zu können, ist BYD operativ gezwungen, in den nachfrageschwachen Quartalen Q1 und Q2 massiv auf Halde zu produzieren. Das erklärt exakt das Muster, das ich in den Bilanzen gefunden habe: Die Vorräte werden in der ersten Jahreshälfte systematisch "aufgebläht", um dann in der zweiten Jahreshälfte, wenn die Nachfrage explodiert, abgebaut zu werden. Was der n-tv-Bericht also als "ungewollte Autos" auf "Autofriedhöfen" beschreibt, ist zu einem erheblichen Teil ein strategisch geplanter, operativer Puffer. Diese Fahrzeuge sind nicht ohne Käufer, sondern warten auf die Käufer, die statistisch gesehen erst am Jahresende kommen.
CLSHH
CLSHH, 20.09.2025 13:37 Uhr
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https://www.n-tv.de/wirtschaft/Wie-Chinas-Autobauer-an-Uberkapazitaeten-ersticken-article26040338.html
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m4758406, 19.09.2025 6:57 Uhr
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This is HUGE for $BESS. China announced a new plan to target 180GW of New Energy Storage by 2027, spending CNY250bn (US$35bn). Let's dig into the numbers: According to Rho Motion: Global installed BESS = 189GW/457GWh in 2024. #China is growing its own capacity to reach the global installed base within two years! China's National Energy Admin data: Installed BESS = 73.8 GW/168GWh in 2024. This new plan will more than double their BESS base. Also, GWh matters: the new plan will likely be 3-4 hours storage, given the current 2.3hr installed base and real-world needs, so the incremental 106GW ---> 320-420GWh of new BESS #lithium demand. Arcane's grid-scale BESS numbers for 2025/26/27 are 260GWh, 380GWh and 520GWh. China will underpin this growth towards our decade-end target of a global 1,500 GWh BESS market. This will consume 1.1Mt LCE of #lithium, nearly equal to the entire 2024 market. Best part for last. China tends to EXCEED their targets. Their 2021 plan was for 30GW of energy storage by this year. They hit 95GW as of Jun 2025! Better than even odds that they will surpass this 180GW "target" as well. If they exceed by 3x like they did the last target, or even "merely 2x", they'd blow my BESS forecasts out of the water... Little aside: China will "推动沙漠、戈壁、荒漠等新能源 基地" i.e. they're going to build these in deserts, Gobi desert, etc. It'll be cheap! https://x.com/usuallyyjlee/status/1968539413182562533?s=46&t=CND_DF6ErYtM-d_GnIoKqA

**GEMINI 2.5 PRO** -> Der Bericht ändert die fundamentale Investmentthese nicht, aber er stärkt die positive Ausrichtung erheblich und erhöht die Konfidenz in das Base- und Best-Case-Szenario. Die Wahrscheinlichkeitsgewichtung könnte nun zugunsten eines optimistischeren Ausgangs angepasst werden (z.B. von 35/50/15 auf 25/60/15 für Worst/Base/Best). Die Nachricht ist ein starker Kontrapunkt zu den Sorgen über eine kurzfristige Nachfrageschwäche im EV-Sektor und etabliert BESS als einen fundamentalen, staatlich abgesicherten Nachfragetreiber für die kommenden Jahre.
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