MICRON TECHNOLOGY WKN: 869020 ISIN: US5951121038 Forum: Aktien Thema: Hauptdiskussion
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Der Markt zweifelt trotz Rekordwerten Und doch notiert die Aktie heute mit minus 3,0 Prozent bei 781,90 Euro, nach einem Schlusskurs von 806,00 Euro am Mittwoch. Auf Sieben-Tage-Sicht steht ein Minus von 6,3 Prozent, der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt beträgt inzwischen 6,2 Prozent nach unten. Das mag Anleger irritieren, die sich an die frühere Rekordjagd gewöhnt hatten – ich sehe darin aber eher eine überfällige Verschnaufpause nach einem außergewöhnlichen Lauf als ein Warnsignal. Bemerkenswert ist die Substanz hinter den Zahlen: 16 Strategic Customer Agreements sichern Micron nach eigenen Angaben ein Auftragsvolumen von rund 100 Milliarden Dollar. Das ist kein spekulatives KI-Narrativ mehr, sondern vertraglich fixierte Nachfrage. Genau diese Visibilität unterscheidet Micron meiner Einschätzung nach von vielen anderen Profiteuren des KI-Booms, deren Wachstum stärker auf Erwartungen als auf Verträgen fußt. Nvidia als Nachfragetreiber – und als Warnung Dass Nvidia-Chef Jensen Huang bei seinem Besuch in Südkorea eine anhaltende Speicherknappheit „für Jahre“ erwartet, passt ins Bild. Huang bestätigte zudem, dass der kommende Vera-Prozessor auf DRAM von SK Hynix setzen wird – ein Hinweis darauf, dass die Nachfrage nach Hochleistungsspeicher branchenweit strukturell bleibt, nicht nur bei Micron. Für mich ist das ambivalent: Es untermauert die These vom mehrjährigen Superzyklus, zeigt aber auch, dass Micron nicht allein am Tisch sitzt. Die Konkurrenz um Kapazitäten und Kundenverträge dürfte sich verschärfen, gerade wenn Nvidia mit NVLink Fusion und NVHBM auf höhere Speicherbandbreite bei gleichzeitig geringerem Stromverbrauch setzt – Technologien, die die Anforderungen an Speicherhersteller weiter verschieben. Zölle als der eigentliche Unsicherheitsfaktor Der Punkt, der mir aktuell mehr Sorgen macht als jede Bewertungsdiskussion, sind die politischen Risiken. Die Trump-Administration erwägt laut Berichten neue, teils hohe Zölle auf importierte Halbleiter – mit der Option einer breiten Ausweitung oder einer gestaffelten Einführung. Handelsminister Lutnick brachte sogar Zollsätze von bis zu 100 Prozent für südkoreanische und taiwanische Unternehmen ins Spiel, sollten diese nicht ausreichend in US-Fertigung investieren. Das ist kein Detail am Rande, sondern ein Eingriff, der die globale Speicherlieferkette – und damit auch Microns Kostenstruktur und Wettbewerbsposition – direkt betreffen könnte. Mein Fazit Unterm Strich überwiegen für mich die operativen Argumente die kurzfristige Kursschwäche. Ein Unternehmen, das seine eigene Guidance mit vertraglich abgesicherter Nachfrage von rund 100 Milliarden Dollar unterlegt und gleichzeitig eine Bruttomarge von über 84 Prozent erzielt, befindet sich fundamental in einer Ausnahmeposition. Die Volatilität der letzten Tage spricht für mich eher für eine Konsolidierung nach starkem Lauf als für einen Trendbruch. Der eigentliche Risikofaktor liegt nicht im Geschäft selbst, sondern in Washington: Sollten die diskutierten Zölle tatsächlich in der drastischeren Variante kommen, dürfte das die gesamte Bewertung der Speicherbranche neu justieren – Micron eingeschlossen.
Der Markt zweifelt trotz Rekordwerten Und doch notiert die Aktie heute mit minus 3,0 Prozent bei 781,90 Euro, nach einem Schlusskurs von 806,00 Euro am Mittwoch. Auf Sieben-Tage-Sicht steht ein Minus von 6,3 Prozent, der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt beträgt inzwischen 6,2 Prozent nach unten. Das mag Anleger irritieren, die sich an die frühere Rekordjagd gewöhnt hatten – ich sehe darin aber eher eine überfällige Verschnaufpause nach einem außergewöhnlichen Lauf als ein Warnsignal. Bemerkenswert ist die Substanz hinter den Zahlen: 16 Strategic Customer Agreements sichern Micron nach eigenen Angaben ein Auftragsvolumen von rund 100 Milliarden Dollar. Das ist kein spekulatives KI-Narrativ mehr, sondern vertraglich fixierte Nachfrage. Genau diese Visibilität unterscheidet Micron meiner Einschätzung nach von vielen anderen Profiteuren des KI-Booms, deren Wachstum stärker auf Erwartungen als auf Verträgen fußt. Nvidia als Nachfragetreiber – und als Warnung Dass Nvidia-Chef Jensen Huang bei seinem Besuch in Südkorea eine anhaltende Speicherknappheit „für Jahre“ erwartet, passt ins Bild. Huang bestätigte zudem, dass der kommende Vera-Prozessor auf DRAM von SK Hynix setzen wird – ein Hinweis darauf, dass die Nachfrage nach Hochleistungsspeicher branchenweit strukturell bleibt, nicht nur bei Micron. Für mich ist das ambivalent: Es untermauert die These vom mehrjährigen Superzyklus, zeigt aber auch, dass Micron nicht allein am Tisch sitzt. Die Konkurrenz um Kapazitäten und Kundenverträge dürfte sich verschärfen, gerade wenn Nvidia mit NVLink Fusion und NVHBM auf höhere Speicherbandbreite bei gleichzeitig geringerem Stromverbrauch setzt – Technologien, die die Anforderungen an Speicherhersteller weiter verschieben. Zölle als der eigentliche Unsicherheitsfaktor Der Punkt, der mir aktuell mehr Sorgen macht als jede Bewertungsdiskussion, sind die politischen Risiken. Die Trump-Administration erwägt laut Berichten neue, teils hohe Zölle auf importierte Halbleiter – mit der Option einer breiten Ausweitung oder einer gestaffelten Einführung. Handelsminister Lutnick brachte sogar Zollsätze von bis zu 100 Prozent für südkoreanische und taiwanische Unternehmen ins Spiel, sollten diese nicht ausreichend in US-Fertigung investieren. Das ist kein Detail am Rande, sondern ein Eingriff, der die globale Speicherlieferkette – und damit auch Microns Kostenstruktur und Wettbewerbsposition – direkt betreffen könnte. Mein Fazit Unterm Strich überwiegen für mich die operativen Argumente die kurzfristige Kursschwäche. Ein Unternehmen, das seine eigene Guidance mit vertraglich abgesicherter Nachfrage von rund 100 Milliarden Dollar unterlegt und gleichzeitig eine Bruttomarge von über 84 Prozent erzielt, befindet sich fundamental in einer Ausnahmeposition. Die Volatilität der letzten Tage spricht für mich eher für eine Konsolidierung nach starkem Lauf als für einen Trendbruch. Der eigentliche Risikofaktor liegt nicht im Geschäft selbst, sondern in Washington: Sollten die diskutierten Zölle tatsächlich in der drastischeren Variante kommen, dürfte das die gesamte Bewertung der Speicherbranche neu justieren – Micron eingeschlossen.
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