VW WKN: 766403 ISIN: DE0007664039 Kürzel: VOW3 Forum: Aktien Thema: Hauptdiskussion
Ein kleiner Wink zur Managementstrategie, zweimal VW Nutzfahrzeuge, praktisch zeitgleich: https://www.radio-hannover.de/hannover-news/wegen-mangelnder-nachfrage-vwn-werk-in-stoecken-steht-in-den-herbstferien-still https://www.electrive.net/2025/10/20/vwn-erweitert-werk-in-polen-fuer-naechsten-e-crafter/ Es wird hoffentlich Gründe für diese doppelt teuren Widersprüche geben. Ich kann sie aber leider nicht erkennen. Für mich spiegelt das eher das übliche Chaos im Management wider. Vielleicht kann es jemand aus dem Kreis der Optmisten erklären. Ich wäre dankbar.
Was hat Buffet mal gesagt Sei ängstlich, wenn andere gierig sind, und sei gierig, wenn andere ängstlich sind. Was für VW spricht: VW hat eine gewaltige Produktionsinfrastruktur in ganz Europa – das ist realer Sachwert, kein Luftschloss. So etwas kann kein Tesla oder BYD mal eben nachbauen. Das Markenportfolio ist stark: Audi, Porsche, Skoda, Seat, Lamborghini, Bentley usw. – VW deckt praktisch jede Zielgruppe ab. Niedersachsen sitzt mit im Boot und hat ein klares Interesse, dass der Konzern stabil bleibt. (Siehe auch staatliche Hilfen bei anderen Großunternehmen – Deutschland lässt seine Industriesymbole selten fallen.) Die Dividende ist üppig, fast schon überdurchschnittlich – das ist für Value-Anleger ein starkes Argument. Die Bewertung ist absurd niedrig. VW wird aktuell unter Buchwert gehandelt, was für langfristig denkende Investoren eine echte Chance sein kann, wenn das Management die Kurve kriegt. Was gegen VW spricht: Das Management wirkt träge. Die E-Strategie ist nicht konsequent genug, und die Bürokratie bremst an vielen Stellen. Tesla, BYD und Co. sind technologisch und organisatorisch deutlich agiler. Margen sind schwach, Fixkosten hoch, und die Transformation kostet Milliarden. Der Fokus auf Europa macht VW anfällig für die schwache Konjunktur hierzulande. Alte Strukturen, Gewerkschaftseinfluss und politische Einmischung verhindern oft, dass Entscheidungen schnell umgesetzt werden. Mein Fazit: VW ist keine Aktie für Ungeduldige oder Momentum-Trader. Aber für jemanden, der Substanz, Dividende und Turnaround-Potenzial sucht, kann sie auf diesem Niveau ein klarer Value-Play sein. Die Risiken sind real – aber das gilt auch für die Chancen. Entscheidend wird sein, ob das Management endlich beweist, dass es die vorhandene Substanz wieder profitabel in Bewegung setzen kann.
Der Kurs ist ein Signal, aber nicht das ganze Bild. VW und Porsche fallen nicht wegen „Blume“, sondern wegen globalen Faktoren: Zinsen, China, E-Markt und Kostenstruktur. Umbau heißt nicht „Streichung“, sondern Neuaufstellung - Prozesse, Synergien, Prioritäten. Cariad wurde nicht aufgegeben, sondern endlich reformiert. Die Börse bestraft gerade Erwartungen, nicht Ergebnisse. Blume ist kein Messias, aber er räumt auf. Und das braucht mehr als zwei Jahre auch wenn Ungeduld lauter ist als Realität.
Der Vergleich mit General Motors hinkt gewaltig. GM ist 2009 in einer völlig anderen Lage kollabiert mitten in einer weltweiten Finanzkrise, ohne Rücklagen, mit veralteten Modellen und einem völlig zusammengebrochenen US-Markt. VW hingegen ist heute ein globaler Konzern mit stabiler Liquidität, hohen Cashflows, enormer Fertigungstiefe und einer klaren E-Strategie. Selbst wenn einzelne Marken schwächeln, ist der Konzern als Ganzes finanziell weit entfernt von einer Insolvenz. Und wer glaubt, dass die Bundesregierung, Niedersachsen und Katar einfach zusehen würden, wie hunderttausende Jobs verschwinden, hat die Dimension des Themas nicht verstanden. VW hat Probleme, keine Frage. Aber vom GM-Szenario ist das Lichtjahre entfernt.
1. Natürlich ist der Kurs EINE Messlatte, nicht die einzige. Habe ich nicht gesagt. 2. VW und Porsche sind überproportional gefallen. Nicht nur wie andere. 3. Selbstverständlich ist der CEO dafür eine maßgeblich verantwortliche Person. „nur Blume“ hat niemand gesagt. 4. Konzern umgebaut? Erklär mal! 😎 Sie sind mitten drin in einer Streichungsorgie, die man mit sehr viel gutem Willen als „Umbau“ bezeichnen könnte. 5. An der Software gearbeitet, indem man CARIAD quasi aufgegeben hat, meinst Du das? 6. Es gibt nur Gründe für „Bestrafung“, keine für „Belohnung“. 7. Deinen Appel, die Realität anzuerkennen, unterstreiche ich. Ich habe aber das Gefühl, Du meinst das irgendwie unrealistisch.
AJ fasst es hier mal für die Blume-Gläubigen zusammen: “VW Group's Oliver Blume gets a pay cut of €1M while the companies he was paid to lead lost 31% and 48% in market value during his tenure. Is this fair? Blume until recently held famously the CEO role of both entities: VW Goup and VW Group's subsidiary Porsche. Blume became CEO of both on September 1, 2022. Since then, VW Group's and Porsche's share price decreased by 31% and 48%, respectively: VW Group share price: -31% >September 1, 2022: €132.62 >Last Friday's close: €91.20 Porsche's share price: -48% >Since IPO September 29, 2022: €82.90 >Last Friday's close: €42.29 In contrast, for this 'performance' Blume gets an 11% pay cut from 2026. In the last full financial year (2024), Blume was paid €10.6 million and was the highest paid CEO in the German DAX index.”
Ja, VW wird noch lange Autos bauen, das denke ich auch. Die sozialen und volkswirtschaftlichen Konsequenzen eines völligen Niedergangs wären zu dramatisch. Aber dass die AG irgendwann vielleicht Insolvenz anmelden muss, ist weitaus weniger unwahrscheinlich. Wie wahrscheinlich, dass muss jeder für sich selbst befinden. Beispiel General Motors. Sie mussten 2009 Insolvenz anmelden. Aktionäre gingen natürlich vollständig leer aus. „Old GM“ war nur noch Penny Stock. Eine staatliche Rettung entschädigte Gläubiger und Gewerkschaften. Erst über ein Jahr später gab es ein neues IPO. Alte Aktionäre profitierten davon natürlich nicht.
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