Wirtschafts- & Börsenlexikon Börsen- und Finanzbegriffe von A bis Z

4416 Begriffe
Begriff Thema
Renteneintrittsalter Ein Renteneintrittsalter ist der gesetzlich festgelegte Zeitpunkt, ab dem eine Person Anspruch auf den Bezug einer Altersrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung hat
Altersvorsorge Eine systematische finanzielle Absicherung für den Lebensabend, bei der während der Erwerbsphase regelmäßig Mittel angespart oder investiert werden, um im Ruhestand ein ausreichendes Einkommen zu gewährleisten
Private Altersvorsorge Eine eigenverantwortliche finanzielle Absicherung für den Ruhestand durch individuelle Spar- und Anlageformen wie Riester-Rente, Rürup-Rente, Lebensversicherungen oder Wertpapiere, die zusätzlich zur gesetzlichen Rentenversicherung aufgebaut wird
Zusatzvorsorgesysteme Eine staatlich geförderte oder betriebliche Ergänzung zur gesetzlichen Rentenversicherung, die durch individuelle oder kollektive Spar- und Anlageformen zusätzliche Leistungen im Alter, bei Invalidität oder im Todesfall aufbaut
Regelaltersgrenze Eine gesetzlich festgelegte Altersstufe, ab der Versicherte ohne Abschläge Anspruch auf die volle Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung haben
Vorzeitiger Renteneintritt Eine gesetzlich geregelte Möglichkeit, die Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung früher als zur Regelaltersgrenze zu beziehen, meist verbunden mit dauerhaften Abschlägen auf die monatliche Rentenhöhe
Späterer Renteneintritt Eine gesetzlich geregelte Möglichkeit, die Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung nach Erreichen der Regelaltersgrenze weiter aufzuschieben, wodurch sich die monatliche Rentenhöhe durch Zuschläge dauerhaft erhöht
Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) Ein unabhängiges Wirtschaftsforschungsinstitut in Mannheim, das angewandte Studien zu europäischen und deutschen Wirtschaftsthemen durchführt und monatlich den Konjunkturindikator aus einer Umfrage unter Finanzmarktexperten veröffentlicht
Operative Ertragskraft Eine operative Ertragskraft beschreibt die Fähigkeit eines Unternehmens, aus seiner laufenden Geschäftstätigkeit nachhaltig Gewinne zu erwirtschaften, ohne Einflüsse von Finanzierung, Steuern oder einmaligen Sondereffekten
Kostenstruktur Eine systematische Gliederung aller Aufwendungen eines Unternehmens in fixe und variable Anteile sowie nach Funktionsbereichen wie Produktion, Vertrieb und Verwaltung
Zinsaufwendungen Eine Zinsaufwendungen umfasst die Aufwendungen, die aus der Inanspruchnahme von Fremdkapital entstehen und in der Gewinn- und Verlustrechnung als Finanzaufwand ausgewiesen werden
Kapitalverwendung Eine Kapitalverwendung beschreibt die Art und Weise, wie ein Unternehmen sein verfügbares Kapital einsetzt, insbesondere für Investitionen in Anlagevermögen, Vorräte, Forderungen oder andere Vermögensgegenstände
Gesamtkostenverfahren Das Verfahren in der Gewinn- und Verlustrechnung, bei dem alle Aufwendungen einer Periode nach ihrer Art gegliedert ausgewiesen werden, unabhängig davon, ob sie dem Herstellungs-, Verwaltungs- oder Vertriebsbereich zuzuordnen sind
Betriebsergebnis Der Überschuss der betrieblichen Erträge über die betrieblichen Aufwendungen einer Periode, der das Ergebnis aus der eigentlichen operativen Tätigkeit eines Unternehmens ohne Berücksichtigung von Finanz- oder außerordentlichen Posten darstellt
Gewinn vor Steuern Der Saldo aus Betriebsergebnis und Finanzergebnis einer Periode, der in der Gewinn- und Verlustrechnung den Erfolg vor Abzug der Steuern vom Einkommen und Ertrag sowie sonstiger Steuern darstellt und somit die Grundlage für die Ermittlung des Jahresüberschusses bildet
Earnings Yield Der Gewinn pro Aktie im Verhältnis zum aktuellen Börsenkurs eines Unternehmens, ausgedrückt in Prozent, der als Kehrwert des Kurs-Gewinn-Verhältnisses die erzielte Rendite je investiertem Euro aufzeigt und die Bewertung einer Aktie im Vergleich zu festverzinslichen Anlagen erleichtert
Sammelurkunde Eine Urkunde, die mehrere gleichartige Wertpapiere oder Rechte einer Emission zusammenfasst und bei einer Wertpapiersammelbank hinterlegt wird, sodass die Einzelstücke nicht physisch ausgegeben werden müssen und Übertragungen buchmäßig ohne Bewegung der Urkunden erfolgen
Quadruple Witching Der gleichzeitige Verfall von Aktienindex-Futures, Aktienindex-Optionen, Einzelaktien-Optionen und Einzelaktien-Futures am dritten Freitag der Monate März, Juni, September und Dezember, der zu stark erhöhten Handelsvolumina, verstärkter Volatilität und oft deutlichen Kursbewegungen in den letzten Börsenstunden führt
Wachstumsstrategie Eine Anlagestrategie, die sich auf Unternehmen mit überdurchschnittlichem erwartetem Umsatz- und Gewinnwachstum konzentriert, wobei Anleger höhere Bewertungskennzahlen akzeptieren, um von zukünftigen Kurssteigerungen durch Expansion in wachstumsstarken Branchen zu profitieren
Cost of Carry Die laufenden Aufwendungen für die Haltung eines Wertpapiers, einer Ware oder einer Derivateposition über einen bestimmten Zeitraum, die Zinskosten, Lagerkosten, Versicherungen oder Opportunitätskosten umfassen und den Unterschied zwischen Kassapreis und Futurespreis maßgeblich beeinflussen
Carrying Charges Die laufenden Aufwendungen für die Haltung eines Wertpapiers, einer Ware oder einer Derivateposition über einen bestimmten Zeitraum, die Zinskosten, Lagerkosten, Versicherungen oder Opportunitätskosten umfassen und den Unterschied zwischen Kassapreis und Futurespreis maßgeblich beeinflussen
Kaufempfehlung (Buy) Die Empfehlung eines Analysten oder einer Bank, eine Aktie oder ein Wertpapier zu erwerben, weil die erwartete Kursentwicklung positiv eingeschätzt wird und das Papier als unterbewertet oder mit hohem Aufwärtspotenzial gilt
Verkaufsempfehlung (Sell) Die Empfehlung eines Analysten oder einer Bank, eine Aktie oder ein Wertpapier zu veräußern, weil die erwartete Kursentwicklung negativ eingeschätzt wird und das Papier als überbewertet oder mit hohem Abwärtspotenzial gilt
Eigenhändler Ein Marktteilnehmer oder Kreditinstitut, der Wertpapiere, Devisen oder Derivate im eigenen Namen und für eigene Rechnung kauft und verkauft, um aus Kursdifferenzen oder Preisbewegungen Gewinne zu erzielen, und dabei als direkter Vertragspartner gegenüber dem Kunden oder dem Markt auftritt
Kommissionshändler Ein Marktteilnehmer oder Kreditinstitut, der Wertpapiere oder andere Finanzinstrumente im eigenen Namen, aber auf Rechnung und für fremde Rechnung eines Auftraggebers kauft oder verkauft und dabei als Kommissionär auftritt
Skontroführer Der amtlich bestellte Makler an einer Präsenzbörse, der für bestimmte Wertpapiere das Orderbuch führt, Kurse feststellt und als neutraler Vermittler zwischen Käufern und Verkäufern für einen ordnungsgemäßen und fairen Handel sorgt
Hong Kong Stock Exchange (HKEX) Die zentrale Wertpapier- und Derivatebörse in Hongkong, die Aktien, Anleihen, Futures, Optionen und andere Finanzinstrumente handelt und als eine der weltweit führenden Plattformen für den asiatischen Kapitalmarkt fungiert
Growth Enterprise Market (GEM) Der alternative Börsensegment der Hongkonger Börse, das kleineren und wachstumsstarken Unternehmen mit geringeren Zulassungsvoraussetzungen als dem Hauptmarkt einen erleichterten Zugang zum Kapitalmarkt ermöglicht
Glattstellen einer Position Der vollständige Ausgleich einer bestehenden offenen Position durch ein entgegengesetztes Geschäft, sodass keine weiteren Preis- oder Kursrisiken mehr bestehen und die Position geschlossen wird
Hit-Scheine Ein Optionsschein, der eine feste Auszahlung auslöst, sobald der Basiswert während der Laufzeit ein festgelegtes Kursniveau erreicht oder überschreitet, unabhängig vom Stand am Ende der Laufzeit
Digital-Scheine Ein Optionsschein, der bei Erreichen oder Überschreiten eines festgelegten Kursniveaus des Basiswerts während der Laufzeit eine pauschale Auszahlung leistet, ohne dass der finale Kurs am Verfalltag eine Rolle spielt
Simplex-Scheine Ein Optionsschein, der eine feste Zahlung auslöst, sobald der Basiswert während der Laufzeit ein vorab definiertes Kursniveau berührt oder übersteigt, unabhängig vom Kurs am Ende der Laufzeit
Long Put Calendar Spread Eine Strategie, bei der eine länger laufende Put-Option gekauft und gleichzeitig eine kürzer laufende Put-Option mit gleichem Basispreis verkauft wird, um vom beschleunigten Zeitwertverfall der kurzen Position zu profitieren
Mindestrendite Eine vorgegebene Schwelle, die ein Investment oder Projekt erwirtschaften muss, damit es als lohnenswert gilt und genehmigt wird
Schwellenzins Eine erforderliche Ertragsgrenze, die ein geplantes Investment oder Vorhaben mindestens erreichen muss, um als wirtschaftlich sinnvoll eingestuft und umgesetzt zu werden
Zielrendite Eine angestrebte Ertragsgrenze, die ein Investment oder Projekt mindestens erreichen soll, um als wirtschaftlich sinnvoll bewertet und verfolgt zu werden
Hybridanleihe Eine nachrangige Unternehmensanleihe mit eigenkapitalähnlichen Merkmalen wie sehr langer oder unbegrenzter Laufzeit sowie der Möglichkeit, Zinszahlungen aufzuschieben, die höhere Renditen bei erhöhtem Risiko bietet
Tier-1-Anleihen Eine nachrangige Bankschuldverschreibung mit eigenkapitalähnlichen Merkmalen wie unbegrenzter Laufzeit, diskretionären oder aufschiebbaren Zinszahlungen und automatischer Verlustteilnahme bei Unterschreiten einer Kapitalquote, die Banken zur Erfüllung regulatorischer Kernkapitalanforderungen ausgeben
Additional Tier 1 (AT1) Ein zusätzliches Kernkapital, das aus hybriden Instrumenten wie Contingent Convertible Bonds besteht und bei Unterschreiten einer bestimmten Kapitalquote automatisch in Eigenkapital umgewandelt oder abgeschrieben wird
Grundschuld Eine abstrakte dingliche Belastung eines Grundstücks oder einer Immobilie, die unabhängig von einer konkreten Forderung im Grundbuch eingetragen wird und dem Gläubiger bei Zahlungsausfall die Zwangsversteigerung ermöglicht, ohne automatisch mit der Tilgung eines Darlehens zu erlöschen
Grundpfandrecht Eine Oberkategorie dinglicher Rechte an einem Grundstück oder einer Immobilie, die dem Gläubiger im Fall eines Zahlungsausfalls die Verwertung durch Zwangsversteigerung ermöglicht und in Form von Hypothek, Grundschuld oder Rentenschuld bestellt werden kann
Rentenschuld Eine Sonderform der Grundpfandrechtsbelastung eines Grundstücks, bei der zu regelmäßig wiederkehrenden Terminen eine feste Geldsumme aus dem Grundstück zu entrichten ist und der Eigentümer nach Kündigungsfrist die Ablösung durch einmalige Zahlung eines festgelegten Betrags verlangen kann