Wirtschafts- & Börsenlexikon Börsen- und Finanzbegriffe von A bis Z
4411 Begriffe
| Begriff | Thema | |
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| ISDA-Rahmenvertrag | Ein standardisierter Rahmenvertrag der International Swaps and Derivatives Association, der die allgemeinen Bedingungen für den Handel mit Derivaten zwischen zwei Parteien regelt und risikomindernde Klauseln wie Netting und Sicherheitenstellung enthält | |
| FX-Swap-Markt | Ein Markt für den kurzfristigen Tausch von Währungen, bei dem zwei Parteien vereinbaren, heute eine Währung zu kaufen und gleichzeitig in der Zukunft zu einem festgelegten Kurs zurückzuverkaufen | |
| Forward-Swap-Markt | Ein Markt für Forward-Swaps, bei dem zwei Parteien einen Zinsswap zu einem zukünftigen Starttermin vereinbaren, um variable gegen feste Zinsen zu tauschen | |
| Basis-Swap-Markt | Ein Markt für Basis-Swaps, bei dem zwei Parteien variable Zinssätze unterschiedlicher Referenzen (z. B. EURIBOR vs. LIBOR oder EURIBOR vs. ESTR) gegeneinander tauschen, um Zinsbasisrisiken abzusichern oder zu handeln | |
| Finanzswap-Markt | Ein Markt für Zinsswaps, auf dem zwei Parteien feste gegen variable Zinssätze (oder umgekehrt) tauschen, um Zinsrisiken abzusichern oder spekulative Positionen einzugehen | |
| Basis-Fixing | Eine tägliche Festlegung des Differenzbetrags zwischen Kassakurs und Futures- oder Forward-Kurs eines Basiswerts, um den Ausgleich von Preisabweichungen für die Kontraktparteien zu ermöglichen | |
| Bullische Flagge (BullFlag) | Eine bullische Fortsetzungsformation im Chart, bei der nach einem starken Aufwärtstrend eine kurzfristige, gegenläufige Konsolidierung in Form eines abfallenden Kanals (Flagge) auftritt, bevor der Preis die Aufwärtsbewegung fortsetzt | |
| Bärische Flagge (BearFlag) | Eine bärische Fortsetzungsformation im Chart, bei der nach einem starken Abwärtstrend eine kurzfristige, gegenläufige Konsolidierung in Form eines aufsteigenden Kanals (Flagge) auftritt, bevor der Preis die Abwärtsbewegung fortsetzt | |
| Floater-Anleihe | Eine Anleihe mit variablen Zinszahlungen, die sich periodisch an einen Referenzzinssatz wie EURIBOR oder €STR plus fester Aufschlag anpasst, um Zinsänderungsrisiken für den Emittenten zu reduzieren | |
| Handelsparkett (Trading Floor) | Eine physische Handelsfläche an einer Börse, auf der Händler und Makler persönlich Orders ausführen, Preise aushandeln und Transaktionen abschließen | |
| Thesaurierende und Ausschüttende Fonds | Eine Unterscheidung von Investmentfonds: thesaurierende reinvestieren alle Erträge automatisch, während ausschüttende diese regelmäßig an die Anleger auszahlen | |
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| Investmentanteile | Eine Anteilschein an einem Investmentfonds, der den proportionalen Anteil eines Anlegers am gesamten Fondsvermögen repräsentiert und dessen Wert sich nach der Entwicklung der enthaltenen Vermögenswerte richtet | |
| Börsenhandel von Fonds | Eine Form des Handels mit Anteilen an Investmentfonds an einer Wertpapierbörse, bei der Fondsanteile wie Aktien über die Börse gekauft und verkauft werden und der Preis durch Angebot und Nachfrage bestimmt wird | |
| Fondsgebundene Rente | Eine Form der privaten Altersvorsorge, bei der die eingezahlten Beiträge in Investmentfonds angelegt werden und die spätere Rentenzahlung oder Auszahlung von der Wertentwicklung dieser Fonds abhängt | |
| Fondsgebundene Altersvorsorge | Eine Form der privaten Altersvorsorge, bei der die eingezahlten Beiträge in Investmentfonds investiert werden und die spätere Renten- oder Kapitalauszahlung von der Wertentwicklung dieser Fonds abhängt | |
| Altersvorsorgedepot (2026) | Eine in Deutschland eingeführte Form der privaten Altersvorsorge, bei der Anleger steuerbegünstigt ein Depot bei einem Anbieter eröffnen und frei in Wertpapiere investieren können, mit späterer steuerfreier Auszahlung im Alter | |
| Aktienrente | Eine Form der privaten Altersvorsorge, bei der Beiträge in ein Depot mit Wertpapieren (vorwiegend Aktien oder Aktienfonds) investiert werden und die spätere Auszahlung von der Wertentwicklung dieser Anlagen abhängt | |
| Aktienrente (staatlich) | Eine staatlich organisierte Form der Altersvorsorge, bei der Beiträge in einen Kapitaldeckungsstock (z. B. Staatsfonds) investiert werden, um langfristig höhere Renditen zu erzielen und das Umlagesystem zu ergänzen oder teilweise zu ersetzen; Beispiele sind Schweden (Premiumpensionssystem) und Norwegen (Öl-Fonds) | |
| Fondsverwaltung | Eine professionelle Tätigkeit, bei der ein Kapitalverwaltungsgesellschaft das Vermögen eines Investmentfonds nach festgelegten Anlagerichtlinien verwaltet, investiert, überwacht und administrative sowie regulatorische Pflichten erfüllt | |
| Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) | Eine professionelle, aufsichtsrechtlich regulierte Gesellschaft, die das Vermögen von Investmentfonds organisiert, die Anlagestrategie umsetzt, das Portfolio verwaltet und alle gesetzlichen Pflichten gegenüber Anlegern sowie Behörden wahrnimmt | |
| Performancegebühren | Eine erfolgsabhängige Vergütung für die Fondsverwaltung, die nur dann anfällt, wenn die Wertentwicklung des Fonds eine vorher festgelegte Benchmark oder Hürde übertrifft und dadurch die Interessen von Anlegern und Verwalter angleicht | |
| Performancegebührenmodelle | Eine Vergütungsstruktur für Fondsmanager, bei der ein variabler Anteil der Vergütung nur bei Übertreffen einer festgelegten Renditehürde oder Benchmark anfällt, oft mit High-Water-Mark-Mechanismus, um langfristige Interessengleichheit zu fördern | |
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| High-Water-Mark-Prinzip | Eine Regelung bei erfolgsabhängigen Vergütungen, wonach eine Performancegebühr nur dann gezahlt wird, wenn der Fonds einen neuen Höchststand erreicht und frühere Verluste vollständig ausgeglichen wurden | |
| Hurdle-Rate-Modelle | Eine Vergütungsstruktur bei Performancegebühren, bei der eine Erfolgsvergütung erst dann anfällt, wenn die Fondsrendite eine vorher festgelegte Mindestrendite (Hurdle Rate) übersteigt, um Anreize mit Anlegerinteressen besser abzustimmen | |
| Transaktionskosten | Eine Gesamtheit aller Kosten, die bei Kauf, Verkauf oder Umschichtung von Wertpapieren innerhalb eines Fonds entstehen, einschließlich Courtage, Spreads, Stempelgebühren und sonstiger Börsenentgelte, die die Fondsperformance belasten | |
| Courtage | Eine Provision oder Gebühr, die ein Broker oder eine Börse beim Kauf oder Verkauf von Wertpapieren berechnet, meist als Prozentsatz des Kurswerts oder als fester Betrag pro Stück oder Order | |
| Stempelgebühren | Eine Gebühr, die bei bestimmten Wertpapiertransaktionen (insbesondere Aktienkäufen) von staatlicher Seite erhoben wird, meist als prozentualer Anteil des Transaktionsvolumens, und die zu den Transaktionskosten eines Fonds zählt | |
| Börsenentgelte | Eine Gebühr, die von Börsen oder Handelsplätzen für die Ausführung von Wertpapierorders erhoben wird, meist als prozentualer Anteil oder fester Betrag pro Transaktion, und zu den Transaktionskosten eines Fonds zählt | |
| Spreads | Eine Differenz zwischen Ankaufs- und Verkaufspreis eines Wertpapiers oder einer Währung am Markt, die als indirekte Transaktionskosten gilt und die Rendite eines Fonds durch Käufe und Verkäufe mindert | |
| Spezial-AIF | Eine spezielle Form des Alternativen Investmentfonds, die sich an professionelle und semiprofessionelle Anleger richtet, mit flexibleren Anlageregeln, höheren Risikoprofilen und meist eingeschränkter oder keiner Anteilsrückgabe während der Laufzeit | |
| Alternativer Investmentfonds (AIF) | Eine regulierte Anlageform, die in alternative Vermögenswerte wie Immobilien, Private Equity, Hedgefonds-Strategien oder Rohstoffe investiert und sich vorwiegend an professionelle oder semiprofessionelle Anleger richtet | |
| Publikums-AIF | Eine Anlageform des Alternativen Investmentfonds, die sich an Privatanleger (Publikum) richtet, unterliegt strengeren regulatorischen Anforderungen hinsichtlich Transparenz, Risikohinweisen und Anlegerschutz als Spezial-AIF und erlaubt meist eine begrenzte Anteilsrückgabe | |
| Zielzeitfonds | Eine Anlageform mit festgelegter Laufzeit, bei der das Fondsvermögen so gesteuert wird, dass es zum vereinbarten Endtermin einen bestimmten Zielwert oder eine definierte Rendite erreichen soll, oft mit abnehmendem Risiko gegen Laufzeitende | |
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| Zweitmarkt | Eine Plattform oder ein Handelsmechanismus außerhalb der regulären Börse, auf dem bestehende Anteile an geschlossenen Fonds, insbesondere Immobilienfonds, zwischen Anlegern gehandelt werden, oft zu Kursen unter oder über dem Nettoinventarwert | |
| Zweitmarktfonds | Eine Anlageform, bei der ein Fonds gezielt Anteile an bestehenden geschlossenen Fonds (insbesondere Immobilienfonds) über Zweitmärkte erwirbt, um Anlegern liquide Beteiligungsmöglichkeiten an bereits investierten Vermögenswerten zu bieten | |
| Fonds-Boutique | Eine kleine, unabhängige Kapitalverwaltungsgesellschaft mit schlanken Strukturen, die sich auf spezialisierte Anlagestrategien konzentriert, hohe Flexibilität bietet und oft von erfahrenen Fondsmanagern gegründet wird, um persönlichere und fokussiertere Anlageansätze umzusetzen | |
| Fonds-Supermarkt | Eine Online- oder stationäre Plattform, die Investmentfonds zahlreicher Anbieter gebündelt anbietet, Anlegern Vergleichs-, Analyse- und Handelsmöglichkeiten bietet und häufig reduzierte oder keine Ausgabeaufschläge erhebt | |
| Fondsmarkt | Eine Gesamtheit aller organisierten Handels- und Vertriebsstrukturen für Investmentfonds, auf denen Anteile ausgegeben, gehandelt, zurückgenommen und zwischen Anlegern sowie Emittenten vermittelt werden | |
| Fondsadministration | Eine organisatorische und administrative Tätigkeit, bei der Buchhaltung, Bewertung des Vermögens, Berechnung des Nettoinventarwerts, Erstellung von Berichten, Ausschüttungsabwicklung sowie Erfüllung regulatorischer und steuerlicher Pflichten für einen Investmentfonds übernommen werden | |
| OGAW-Fonds | Eine regulierte Anlageform für offene Investmentfonds (Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren), die strenge EU-Vorgaben zu Diversifikation, Liquidität, Transparenz und Anlegerschutz einhält und den grenzüberschreitenden Vertrieb in der EU erleichtert | |
| UCITS-Richtlinie | Eine europäische Rechtsvorschrift, die einheitliche Standards für offene Investmentfonds (OGAW) schafft, strenge Regeln zu Diversifikation, Liquidität, Risikomanagement, Transparenz und Anlegerschutz festlegt und den grenzüberschreitenden Vertrieb innerhalb der EU ermöglicht | |
| UCITS-Fonds | Eine regulierte Anlageform für offene Investmentfonds gemäß EU-Recht (UCITS-Richtlinie), die strenge Vorgaben zu Diversifikation, Liquidität, Risikomanagement, Transparenz und Anlegerschutz erfüllt und den grenzüberschreitenden Vertrieb in der gesamten EU erleichtert | |