Wirtschafts- & Börsenlexikon Börsen- und Finanzbegriffe von A bis Z

4418 Begriffe
Begriff Thema
American Style Futures Eine Kontraktart im Terminhandel, bei der die Position jederzeit vor dem Verfalltermin glattgestellt oder ausgeübt werden kann, was dem Inhaber maximale Flexibilität bei der Realisierung von Gewinnen oder Verlusten bietet
European Style Futures Eine Kontraktart im Terminhandel, bei der die Ausübung oder Glattstellung der Position ausschließlich zum Verfalltermin möglich ist, wodurch der Inhaber bis zur Fälligkeit an die vertraglichen Bedingungen gebunden bleibt
Covered Call Eine Optionsstrategie, bei der der Inhaber eines Basiswerts gleichzeitig eine Call-Option auf diesen Basiswert verkauft, um Prämieneinnahmen zu erzielen und das Abwärtspotenzial des Bestands teilweise abzufedern
Covered Warrant Eine Optionsstrategie, bei der der Emittent eines Optionsscheins gleichzeitig den zugrunde liegenden Vermögenswert oder ein gleichwertiges Gegengeschäft hält, um das eigene Liefer- und Erfüllungsrisiko bei Ausübung vollständig abzusichern
Niedrigster Verkaufspreis (Briefkurs/Ask) Der niedrigste Preis, zu dem ein Verkäufer bereit ist, ein Wertpapier oder ein Finanzinstrument sofort zu verkaufen, und der den Briefkurs bzw. Ask darstellt
Höchster Kaufpreis (Geldkurs/Bid) Der höchste Preis, zu dem ein Käufer bereit ist, ein Wertpapier oder ein Finanzinstrument sofort zu kaufen, und der den Geldkurs bzw. Bid darstellt
Sachkapital Eine Form des Kapitals, die in physischen Vermögensgegenständen wie Maschinen, Gebäuden, Fahrzeugen oder Anlagen besteht und der Produktion von Gütern oder Dienstleistungen dient
Humankapital Eine Form des Kapitals, die in den Fähigkeiten, dem Wissen, der Erfahrung und der Gesundheit der Menschen besteht und ihre Produktivität sowie wirtschaftliche Leistungsfähigkeit bestimmt
Geldmenge M1 Die enge Definition, die das umlaufende Bargeld sowie die täglich fälligen Sichteinlagen von Nichtbanken bei Banken umfasst
Geldmenge M2 Die erweiterte Geldmenge, die M1 sowie kurzfristige Einlagen mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist bis zu zwei Jahren und bestimmte marktfähige Wertpapiere umfasst
Geldmenge M3 Die weite Geldmenge, die M2 sowie längerfristige Einlagen mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist bis zu zwei Jahren und Repogeschäfte, Geldmarktpapiere sowie Schuldverschreibungen mit Laufzeiten bis zu zwei Jahren umfasst
Geldmenge M1, M2 und M3 Die gestaffelten Geldmengen, bei denen M1 das umlaufende Bargeld und täglich fällige Sichteinlagen umfasst, M2 zusätzlich kurzfristige Einlagen mit Laufzeit oder Kündigungsfrist bis zwei Jahre sowie bestimmte Wertpapiere enthält und M3 darüber hinaus längerfristige Einlagen, Repogeschäfte, Geldmarktpapiere und Schuldverschreibungen bis zwei Jahre einbezieht
Geldwert und Marktwert Zwei zentrale Bewertungsgrößen, bei denen der Geldwert die allgemeine Kaufkraft einer Währungseinheit beschreibt und der Marktwert den aktuellen, durch Angebot und Nachfrage bestimmten Preis eines konkreten Vermögensguts oder Finanzinstruments angibt
Marktwert von Unternehmen Der Marktwert eines Unternehmens, der sich aus der Multiplikation der Anzahl ausstehender Aktien mit dem aktuellen Börsenkurs ergibt und die Einschätzung der Investoren über den gesamten Unternehmenswert widerspiegelt
Marktwert bei Finanzinstrumenten Der aktuelle Preis, der sich auf einem offenen Markt durch Angebot und Nachfrage für ein Finanzinstrument wie eine Aktie, Anleihe oder ein Derivat ergibt und die Bewertung durch die Marktteilnehmer widerspiegelt
Marktwert von Immobilien Der aktuelle Preis, der sich auf einem offenen Markt durch Angebot und Nachfrage für eine Immobilie ergibt und die Bewertung durch potenzielle Käufer sowie die Lage, den Zustand und die Nutzungsmöglichkeiten der Immobilie widerspiegelt
Marktwert und tatsächlicher Kaufpreis Zwei unterschiedliche Größen, bei denen der Marktwert den theoretischen Preis darstellt, der sich auf einem offenen Markt durch Angebot und Nachfrage ergeben würde, während der tatsächliche Kaufpreis der real vereinbarte und gezahlte Betrag bei einer konkreten Transaktion ist
Target-Fonds Ein Investmentfonds, der ein festes Zieldatum hat und die Anlagestrategie im Laufe der Zeit automatisch anpasst, um das Risiko schrittweise zu reduzieren und das Vermögen zum Zieltermin möglichst sicher zur Verfügung zu stellen
Ziel-Sparfonds Ein Investmentfonds, der auf ein bestimmtes Sparziel ausgerichtet ist und die Anlagestrategie schrittweise anpasst, um das Risiko zu reduzieren und das angesparte Vermögen zum geplanten Zeitpunkt möglichst sicher zur Verfügung zu stellen
Zielfonds Ein Investmentfonds, der ein festes Zieldatum hat und die Anlagestrategie im Laufe der Zeit automatisch anpasst, um das Risiko schrittweise zu reduzieren und das Vermögen zum Zieltermin möglichst sicher zur Verfügung zu stellen
Letzter Kurs Der letzte tatsächlich bezahlte Preis, zu dem ein Wertpapier an der Börse gehandelt wurde und der als aktuelle Kursnotierung dient
Durchschnittskurs Der durchschnittliche Preis, der aus mehreren Kursen eines Wertpapiers innerhalb eines bestimmten Zeitraums oder einer Handelsperiode berechnet wird und als Referenz für die Bewertung dient
Einfacher Durchschnittskurs Der arithmetische Mittelwert, der durch Addition mehrerer Kurse eines Wertpapiers innerhalb eines Zeitraums und anschließende Teilung durch die Anzahl der Kurse ermittelt wird
Gewichteter Durchschnittskurs Der Durchschnittskurs, bei dem die einzelnen Kurse mit dem jeweiligen Handelsvolumen gewichtet werden, sodass kurse mit höherem Umsatz stärker in die Berechnung eingehen
Zeitbezogener Durchschnittskurs Der Durchschnittskurs, der durch die zeitliche Gewichtung der einzelnen Kurse innerhalb eines bestimmten Zeitraums ermittelt wird, sodass längere Phasen mit stabilem Kurs stärker in die Berechnung eingehen als kurze Kursspitzen
Durchschnittskurs - Einfach, Gewichtet und Zeitbezogen Drei Arten von Durchschnittskursen, bei denen der einfache arithmetische Mittelwert alle Kurse gleich behandelt, der gewichtete die einzelnen Kurse mit dem jeweiligen Handelsvolumen gewichtet und der zeitbezogene die Kurse nach ihrer zeitlichen Dauer gewichtet, sodass längere stabile Phasen stärker einfließen
Individual Clearing Mitglied (ICM) Ein Clearing-Mitglied, das ausschließlich eigene Geschäfte bei der zentralen Clearing-Stelle abrechnen darf und nicht berechtigt ist, Geschäfte Dritter zu verarbeiten
Clearing-System Ein zentrales Abrechnungssystem, das Käufe und Verkäufe von Finanzinstrumenten zwischen den Handelsparteien verrechnet, die gegenseitigen Forderungen und Verbindlichkeiten aufrechnet und die Erfüllung der Geschäfte sicherstellt
Kapitaldeckungsverfahren Ein Finanzierungsverfahren, bei dem die laufenden Beiträge der Versicherten angespart und verzinslich angelegt werden, um später die eigenen Leistungsansprüche daraus zu finanzieren
Umlage- und Kapitaldeckungsverfahren Zwei Finanzierungsverfahren, bei denen das Umlageverfahren laufende Ausgaben unmittelbar durch laufende Beiträge der Erwerbstätigen deckt, während das Kapitaldeckungsverfahren Beiträge ansammelt und verzinslich anlegt, um spätere Leistungsansprüche daraus zu erfüllen
Erwerbsbeteiligung Ein Maß, das den Anteil der erwerbsfähigen Bevölkerung angibt, der tatsächlich einer bezahlten Erwerbstätigkeit nachgeht
Renteneintrittsalter Ein Renteneintrittsalter ist der gesetzlich festgelegte Zeitpunkt, ab dem eine Person Anspruch auf den Bezug einer Altersrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung hat
Altersvorsorge Eine systematische finanzielle Absicherung für den Lebensabend, bei der während der Erwerbsphase regelmäßig Mittel angespart oder investiert werden, um im Ruhestand ein ausreichendes Einkommen zu gewährleisten
Private Altersvorsorge Eine eigenverantwortliche finanzielle Absicherung für den Ruhestand durch individuelle Spar- und Anlageformen wie Riester-Rente, Rürup-Rente, Lebensversicherungen oder Wertpapiere, die zusätzlich zur gesetzlichen Rentenversicherung aufgebaut wird
Zusatzvorsorgesysteme Eine staatlich geförderte oder betriebliche Ergänzung zur gesetzlichen Rentenversicherung, die durch individuelle oder kollektive Spar- und Anlageformen zusätzliche Leistungen im Alter, bei Invalidität oder im Todesfall aufbaut
Regelaltersgrenze Eine gesetzlich festgelegte Altersstufe, ab der Versicherte ohne Abschläge Anspruch auf die volle Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung haben
Vorzeitiger Renteneintritt Eine gesetzlich geregelte Möglichkeit, die Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung früher als zur Regelaltersgrenze zu beziehen, meist verbunden mit dauerhaften Abschlägen auf die monatliche Rentenhöhe
Späterer Renteneintritt Eine gesetzlich geregelte Möglichkeit, die Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung nach Erreichen der Regelaltersgrenze weiter aufzuschieben, wodurch sich die monatliche Rentenhöhe durch Zuschläge dauerhaft erhöht
Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) Ein unabhängiges Wirtschaftsforschungsinstitut in Mannheim, das angewandte Studien zu europäischen und deutschen Wirtschaftsthemen durchführt und monatlich den Konjunkturindikator aus einer Umfrage unter Finanzmarktexperten veröffentlicht
Operative Ertragskraft Eine operative Ertragskraft beschreibt die Fähigkeit eines Unternehmens, aus seiner laufenden Geschäftstätigkeit nachhaltig Gewinne zu erwirtschaften, ohne Einflüsse von Finanzierung, Steuern oder einmaligen Sondereffekten
Kostenstruktur Eine systematische Gliederung aller Aufwendungen eines Unternehmens in fixe und variable Anteile sowie nach Funktionsbereichen wie Produktion, Vertrieb und Verwaltung
Zinsaufwendungen Eine Zinsaufwendungen umfasst die Aufwendungen, die aus der Inanspruchnahme von Fremdkapital entstehen und in der Gewinn- und Verlustrechnung als Finanzaufwand ausgewiesen werden