Wirtschafts- & Börsenlexikon Börsen- und Finanzbegriffe von A bis Z

4411 Begriffe
Begriff Thema
Kapitalallokation Eine systematische Verteilung von Kapital auf verschiedene Anlageklassen, Regionen, Sektoren oder einzelne Wertpapiere innerhalb eines Portfolios oder Fonds, um Renditeziele bei definierter Risikotoleranz optimal zu erreichen
Forfaiteur Eine Person oder Institution (meist ein Kreditinstitut), die Forderungen von Unternehmen ankauft, sofort liquide Mittel zahlt und dabei das volle Ausfall- und Delkredererisiko übernimmt
Forfaitierungsprozess Eine Abfolge von Schritten, bei der ein Unternehmen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an einen Forfaitier verkauft, dieser die Forderungen prüft, den Kaufpreis sofort auszahlt und das volle Ausfallrisiko übernimmt, wodurch der Verkäufer sofort Liquidität erhält
Außenhandelsfinanzierung Eine Finanzierungsform, die Unternehmen bei grenzüberschreitenden Waren- und Dienstleistungsgeschäften unterstützt, indem Banken oder Spezialinstitute Lieferanten- oder Abnehmerkredite, Dokumentenakkreditive, Forfaitierungen oder Exportkreditgarantien bereitstellen, um Zahlungs- und Länderrisiken abzusichern und Liquidität zu schaffen
Forderungsverkäufer Eine Partei, meist ein Unternehmen, die offene Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an einen Käufer (z. B. Forfaitier oder Factoring-Gesellschaft) verkauft, um sofort Liquidität zu erhalten und das Ausfallrisiko abzugeben
Liquiditätsmanagement Eine systematische Planung, Steuerung und Optimierung der Zahlungsmittelbestände eines Unternehmens, um jederzeit Zahlungsfähigkeit zu gewährleisten, Liquiditätsengpässe zu vermeiden und überschüssige Mittel renditebringend anzulegen
Factoring-Gesellschaft Eine spezialisierte Finanzdienstleistungsgesellschaft, die offene Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von Unternehmen ankauft, sofort einen Großteil des Rechnungsbetrags auszahlt und das Forderungsmanagement sowie meist auch das Ausfallrisiko übernimmt
Liquiditätsquellen Eine Quelle oder Möglichkeit, aus der ein Unternehmen kurzfristig Zahlungsmittel oder liquide Mittel beziehen kann, wie z. B. vorhandene Bankguthaben, Forderungseinzug, Kreditlinien, Forderungsverkauf oder kurzfristige Finanzierungen
Liquiditätsverwendung Eine geplante oder tatsächliche Verwendung verfügbarer Zahlungsmittel eines Unternehmens, etwa für die Begleichung von Verbindlichkeiten, Investitionen, Rückzahlung von Krediten, Dividendenausschüttungen oder die Anlage überschüssiger Mittel
Finanzintermediäre Eine Institution oder Person, die zwischen Kapitalgebern und Kapitalnehmern vermittelt, indem sie Finanzmittel aufnimmt, bündelt, transformiert und weiterleitet, um Transaktionskosten zu senken und Risiken zu managen
Fristentransformation Eine Transformation der Laufzeiten, bei der Finanzintermediäre kurzfristige Einlagen oder Verbindlichkeiten aufnehmen und diese in längerfristige Kredite oder Anlagen umwandeln, um Zinsdifferenzen zu erzielen, dabei jedoch ein Zins- und Liquiditätsrisiko eingehen
Losgrößentransformation Eine Transformation der Losgrößen, bei der Finanzintermediäre kleine Einlagen oder Sparbeträge vieler Kapitalgeber bündeln und daraus größere, einheitliche Kredit- oder Anlagebeträge für einzelne Kapitalnehmer bilden, um eine effiziente Kapitalvermittlung zu ermöglichen
Betragstransformation Eine Transformation der Beträge, bei der Finanzintermediäre kleine Einlagen vieler Sparer bündeln und daraus größere Kredit- oder Anlagebeträge für einzelne Kreditnehmer bilden, um eine effiziente Kapitalallokation zu ermöglichen
Risikotransformation Eine Transformation von Risiken, bei der Finanzintermediäre durch Diversifikation, Streuung und professionelles Management unterschiedliche Risikoarten (z. B. Kredit-, Liquiditäts- oder Zinsrisiken) von Kapitalgebern aufnehmen und in geringer wahrgenommener Form an Kapitalnehmer weitergeben
Variable Notierung Eine börsentägliche Kursfeststellung an einer Wertpapierbörse, bei der nur zu bestimmten festgelegten Zeitpunkten (z. B. mehrmals täglich) ein einheitlicher Kurs ermittelt wird, indem alle vorliegenden Kauf- und Verkaufsaufträge gesammelt und zu einem Ausgleichskurs zusammengeführt werden
Round Lot Eine standardisierte Handelseinheit an der Börse, die einer festgelegten Mindeststückzahl oder einem Vielfachen davon entspricht (meist 100 Stück bei Aktien), um eine effiziente und geordnete Orderausführung zu gewährleisten
Minderheitenanteile Eine Position im Konzernabschluss, die den Anteil am Eigenkapital und am Ergebnis von Tochtergesellschaften darstellt, der nicht dem Mutterunternehmen gehört, sondern anderen Gesellschaftern zusteht
Future Spread Trading Eine Trading-Strategie, bei der gleichzeitig Long- und Short-Positionen in eng verwandten Terminkontrakten (z. B. unterschiedliche Laufzeiten oder eng korrelierte Basiswerte) eingegangen werden, um vom erwarteten Spread-Verlauf zu profitieren, während das absolute Marktrisiko minimiert wird
American Style Futures Eine Kontraktart im Terminhandel, bei der die Position jederzeit vor dem Verfalltermin glattgestellt oder ausgeübt werden kann, was dem Inhaber maximale Flexibilität bei der Realisierung von Gewinnen oder Verlusten bietet
European Style Futures Eine Kontraktart im Terminhandel, bei der die Ausübung oder Glattstellung der Position ausschließlich zum Verfalltermin möglich ist, wodurch der Inhaber bis zur Fälligkeit an die vertraglichen Bedingungen gebunden bleibt
Covered Call Eine Optionsstrategie, bei der der Inhaber eines Basiswerts gleichzeitig eine Call-Option auf diesen Basiswert verkauft, um Prämieneinnahmen zu erzielen und das Abwärtspotenzial des Bestands teilweise abzufedern
Covered Warrant Eine Optionsstrategie, bei der der Emittent eines Optionsscheins gleichzeitig den zugrunde liegenden Vermögenswert oder ein gleichwertiges Gegengeschäft hält, um das eigene Liefer- und Erfüllungsrisiko bei Ausübung vollständig abzusichern
Niedrigster Verkaufspreis (Briefkurs/Ask) Der niedrigste Preis, zu dem ein Verkäufer bereit ist, ein Wertpapier oder ein Finanzinstrument sofort zu verkaufen, und der den Briefkurs bzw. Ask darstellt
Höchster Kaufpreis (Geldkurs/Bid) Der höchste Preis, zu dem ein Käufer bereit ist, ein Wertpapier oder ein Finanzinstrument sofort zu kaufen, und der den Geldkurs bzw. Bid darstellt
Sachkapital Eine Form des Kapitals, die in physischen Vermögensgegenständen wie Maschinen, Gebäuden, Fahrzeugen oder Anlagen besteht und der Produktion von Gütern oder Dienstleistungen dient
Humankapital Eine Form des Kapitals, die in den Fähigkeiten, dem Wissen, der Erfahrung und der Gesundheit der Menschen besteht und ihre Produktivität sowie wirtschaftliche Leistungsfähigkeit bestimmt
Geldmenge M1 Die enge Definition, die das umlaufende Bargeld sowie die täglich fälligen Sichteinlagen von Nichtbanken bei Banken umfasst
Geldmenge M2 Die erweiterte Geldmenge, die M1 sowie kurzfristige Einlagen mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist bis zu zwei Jahren und bestimmte marktfähige Wertpapiere umfasst
Geldmenge M3 Die weite Geldmenge, die M2 sowie längerfristige Einlagen mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist bis zu zwei Jahren und Repogeschäfte, Geldmarktpapiere sowie Schuldverschreibungen mit Laufzeiten bis zu zwei Jahren umfasst
Geldmenge M1, M2 und M3 Die gestaffelten Geldmengen, bei denen M1 das umlaufende Bargeld und täglich fällige Sichteinlagen umfasst, M2 zusätzlich kurzfristige Einlagen mit Laufzeit oder Kündigungsfrist bis zwei Jahre sowie bestimmte Wertpapiere enthält und M3 darüber hinaus längerfristige Einlagen, Repogeschäfte, Geldmarktpapiere und Schuldverschreibungen bis zwei Jahre einbezieht
Geldwert und Marktwert Zwei zentrale Bewertungsgrößen, bei denen der Geldwert die allgemeine Kaufkraft einer Währungseinheit beschreibt und der Marktwert den aktuellen, durch Angebot und Nachfrage bestimmten Preis eines konkreten Vermögensguts oder Finanzinstruments angibt
Marktwert von Unternehmen Der Marktwert eines Unternehmens, der sich aus der Multiplikation der Anzahl ausstehender Aktien mit dem aktuellen Börsenkurs ergibt und die Einschätzung der Investoren über den gesamten Unternehmenswert widerspiegelt
Marktwert bei Finanzinstrumenten Der aktuelle Preis, der sich auf einem offenen Markt durch Angebot und Nachfrage für ein Finanzinstrument wie eine Aktie, Anleihe oder ein Derivat ergibt und die Bewertung durch die Marktteilnehmer widerspiegelt
Marktwert von Immobilien Der aktuelle Preis, der sich auf einem offenen Markt durch Angebot und Nachfrage für eine Immobilie ergibt und die Bewertung durch potenzielle Käufer sowie die Lage, den Zustand und die Nutzungsmöglichkeiten der Immobilie widerspiegelt
Marktwert und tatsächlicher Kaufpreis Zwei unterschiedliche Größen, bei denen der Marktwert den theoretischen Preis darstellt, der sich auf einem offenen Markt durch Angebot und Nachfrage ergeben würde, während der tatsächliche Kaufpreis der real vereinbarte und gezahlte Betrag bei einer konkreten Transaktion ist
Target-Fonds Ein Investmentfonds, der ein festes Zieldatum hat und die Anlagestrategie im Laufe der Zeit automatisch anpasst, um das Risiko schrittweise zu reduzieren und das Vermögen zum Zieltermin möglichst sicher zur Verfügung zu stellen
Ziel-Sparfonds Ein Investmentfonds, der auf ein bestimmtes Sparziel ausgerichtet ist und die Anlagestrategie schrittweise anpasst, um das Risiko zu reduzieren und das angesparte Vermögen zum geplanten Zeitpunkt möglichst sicher zur Verfügung zu stellen
Zielfonds Ein Investmentfonds, der ein festes Zieldatum hat und die Anlagestrategie im Laufe der Zeit automatisch anpasst, um das Risiko schrittweise zu reduzieren und das Vermögen zum Zieltermin möglichst sicher zur Verfügung zu stellen
Letzter Kurs Der letzte tatsächlich bezahlte Preis, zu dem ein Wertpapier an der Börse gehandelt wurde und der als aktuelle Kursnotierung dient
Durchschnittskurs Der durchschnittliche Preis, der aus mehreren Kursen eines Wertpapiers innerhalb eines bestimmten Zeitraums oder einer Handelsperiode berechnet wird und als Referenz für die Bewertung dient
Einfacher Durchschnittskurs Der arithmetische Mittelwert, der durch Addition mehrerer Kurse eines Wertpapiers innerhalb eines Zeitraums und anschließende Teilung durch die Anzahl der Kurse ermittelt wird
Gewichteter Durchschnittskurs Der Durchschnittskurs, bei dem die einzelnen Kurse mit dem jeweiligen Handelsvolumen gewichtet werden, sodass kurse mit höherem Umsatz stärker in die Berechnung eingehen