1,5 Milliarden Euro Risiko

Lloyds steht vor einer heiklen Entscheidung 22.06.2026, 20:25 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Lloyds Banking Group 1,346 EUR ±0,00 % Lang & Schwarz

Lloyds nimmt Aldermore ins Visier

Lloyds Banking Group soll eine Übernahme von Aldermore prüfen. Analysten sehen einen möglichen Kaufpreis von 1,3 Milliarden Pfund, umgerechnet rund 1,5 Milliarden Euro. Im Raum steht damit ein Deal, der Lloyds Zugang zu zusätzlichem Geschäft mit kleineren Unternehmen und Projektfinanzierungen geben könnte. Aldermore beschäftigt rund 1.500 Mitarbeiter an Standorten in London, Reading, Manchester und Cardiff.

Bankendeal mit strategischer Frage

Für Lloyds wäre eine solche Transaktion ein Schritt zur Stärkung des Kreditgeschäfts. Genau darin liegt aber auch die zentrale Frage für Anleger. RBC-Analyst Benjamin Toms sieht Aldermore eher als Skalengewinn denn als echten Ausbau neuer Fähigkeiten. Nach seiner Einschätzung würde der Zukauf Lloyds nicht helfen, die Abhängigkeit vom Nettozinsertrag stärker zu verringern.

Warum Aldermore verkauft werden soll

Aldermore gehört zur südafrikanischen FirstRand-Gruppe. Diese hatte bereits im April angekündigt, sich von ihren britischen Aktivitäten trennen zu wollen. Dazu zählen Aldermore und der Autofinanzierer MotoNovo. Hintergrund ist unter anderem der Ärger über das Entschädigungssystem der britischen Finanzaufsicht im Zusammenhang mit Autofinanzierungen, das FirstRand als "deeply flawed" bezeichnete.

Synergien oder verpasste Chance

Ein möglicher Vorteil für Lloyds wären niedrigere Finanzierungskosten. Aldermore verfügt nicht über Girokonten, weshalb ein größerer Bankkonzern günstigere Refinanzierungsmöglichkeiten einbringen könnte. Gleichzeitig bleibt die Kritik bestehen, dass Lloyds mit einem Kauf vor allem das bestehende Kreditgeschäft vergrößern würde. Toms verweist darauf, dass ein Zukauf im Vermögensgeschäft attraktiver sein könnte, weil Lloyds dort noch vergleichsweise schwach aufgestellt ist.

Signal für den Bankensektor

Die Lloyds Aktie reagiert damit auf ein mögliches Spannungsfeld zwischen Wachstum, Kapitaldisziplin und strategischer Ausrichtung. Der Deal käme in einer Phase, in der britische Banken zum Wochenstart ohnehin gesucht waren. Lloyds legte zeitweise um rund 3 Prozent zu, während auch NatWest und Barclays Gewinne verzeichneten. Für Anleger bleibt entscheidend, ob Lloyds mit Aldermore nur größer wird oder tatsächlich robuster und profitabler.

Bn-Redaktion/tb
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