102 Milliarden Euro Risiko

Nvidia kämpft um seinen Schutzwall 26.05.2026, 18:07 Uhr Jetzt kommentieren: 0

102 Milliarden Euro Risiko: Nvidia kämpft um seinen Schutzwall
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Intel 88,99 EUR +1,22 % Tradegate
NVIDIA 194,57 EUR +0,63 % Baader Bank

Nvidia hat sich binnen weniger Jahre vom Spezialisten für Grafikchips zum Zentrum des globalen KI-Booms entwickelt. Die Dimension ist außergewöhnlich: 46,2 Milliarden Euro Gewinn im vergangenen Quartal, mehr als alle 40 DAX-Konzerne im selben Zeitraum, ein Börsenwert von rund 4,6 Billionen Euro und ein Wertzuwachs von 1364 Prozent in fünf Jahren. Die 100 wertvollsten deutschen Unternehmen kommen zusammen auf rund 2,6 Billionen Euro, doch hinter der Gewinnmaschine von Jensen Huang stehen starke Schutzwälle, extreme Abhängigkeiten und eine teure Wette.

Der Chip Vorteil

Ein normaler Prozessor von Intel oder AMD arbeitet Aufgaben nacheinander ab. Nvidia-Grafikchips sind dagegen auf viele einfache Rechenoperationen zugleich ausgelegt. Diese parallele Struktur, ursprünglich für Computerspiele entwickelt, passt zur Künstlichen Intelligenz, weil KI Milliarden Wahrscheinlichkeiten gleichzeitig verarbeitet und damit Pixeltechnik in industrielle Rechenleistung verwandelt.

Der Moment von 2012

Jensen Huang gründete Nvidia 1993 als Anbieter für Grafikchips. 2006 folgte CUDA, eine offene Softwareschnittstelle, mit der Forscher die Chips selbst programmieren konnten. 2012 zeigte AlexNet um Geoffrey Hinton auf Nvidia-Prozessoren, welches Potenzial KI besitzt. 2016 stellte Nvidia den ersten eigenen KI-Supercomputer vor und lieferte ein frühes System an OpenAI.

Das Rennen der Techkonzerne

Seit ChatGPT Ende 2022 hat sich der Bedarf an Rechenleistung massiv beschleunigt. Microsoft, Google, Amazon und Meta bauen riesige Rechenzentren mit wassergekühlten Racks. Im Nvidia-System GB200 NVL72 arbeiten 72 KI-Prozessoren zusammen. Der Umsatz lag 2023 bei rund 23,2 Milliarden Euro und steuert nun auf mehr als 258 Milliarden Euro zu.

Der Software Schutzwall

Nvidia verkauft nicht nur Chips, sondern komplette Systeme aus Hardware, Netzwerken, Spezialsoftware und Entwicklerwerkzeugen. CUDA bindet Kunden über Jahre, weil ein Wechsel große Mengen gewachsenen Codes betrifft. Huang nennt Nvidia eine „Full-Stack-Computing-Company“. Die Bruttomarge von 75 Prozent zeigt die Preissetzungsmacht, auch wenn Google, Microsoft Maia und Amazon Trainium eigene Wege suchen.

Die gefährliche Abhängigkeit

Für die Nvidia Aktie bleiben zwei Risiken zentral. Ein einzelner Großkunde steht für 22 Prozent des Umsatzes, ein weiterer für 14 Prozent. Drosseln Microsoft, Amazon, Google oder Meta ihre Investitionen, trifft das Nvidia direkt. Zugleich stiegen Vorleistungen an TSMC und Speicherhersteller auf rund 102,3 Milliarden Euro. Bricht die Nachfrage ein, drohen Belastungen, während AMD, Broadcom und eigene Chips der Cloudkonzerne die Preissetzungsmacht angreifen.

Bn-Redaktion/ar
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