44 Grad Risiko

Diese Aktien geraten jetzt unter Druck 22.06.2026, 19:27 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Hitzewelle
© Bild von Gerd Altmann auf Pixabay
Werte zum Artikel
Name Aktuell Diff. Börse
Deutsche Lufthansa 9,118 EUR +1,08 % TTMzero RT
E.ON 17,78 EUR -1,58 % Gettex
TUI 7,203 EUR +0,66 % Baader Bank
Munich Reinsurance Company 9,50 EUR +0,53 % Lang & Schwarz

Verkehr und Tourismus unter Druck

Besonders empfindlich reagieren könnten Unternehmen aus Verkehr und Tourismus. Hitze kann Bahnstrecken, Flughäfen, Hotels, Reiseveranstalter und Innenstädte belasten, weil Verspätungen, Ausfälle und sinkende Aufenthaltsqualität zusätzliche Kosten verursachen. Für börsennotierte Werte wie TUI oder Lufthansa ist entscheidend, ob die Reiselust stabil bleibt oder ob Extremtemperaturen in Südeuropa Buchungen, Abläufe und Margen beeinträchtigen. Auch kurzfristige Störungen im Flugverkehr können teuer werden, wenn Personal, Technik und Infrastruktur stärker beansprucht werden.

Versicherer vor höheren Risiken

In den Fokus rücken zudem Versicherer und Rückversicherer. Hitzewellen sind nicht nur ein Gesundheitsrisiko, sondern können Waldbrände, Ernteausfälle, Gebäudeschäden und Betriebsunterbrechungen wahrscheinlicher machen. Für Werte wie Munich Re, Hannover Rück oder Allianz entsteht daraus ein schwieriges Spannungsfeld. Einerseits können steigende Klimarisiken langfristig höhere Prämien ermöglichen. Andererseits können häufigere Extremwetterereignisse die Schadenseite stärker belasten und Risikomodelle unter Druck setzen. Die europäische Umweltagentur warnt, dass häufigere und intensivere Hitzewellen Gesundheit, Natur, Wasserversorgung, Lebensmittelproduktion, Infrastruktur und Wirtschaft treffen.

Energie und Netze im Stresstest

Auch die Energiebranche steht vor einer Bewährungsprobe. Steigt der Kühlbedarf, wächst der Stromverbrauch gerade in Stunden, in denen Netze ohnehin stark ausgelastet sein können. Eine Studie zu Deutschland kommt zu dem Ergebnis, dass zusätzliche mobile Klimageräte in einem Hitzeszenario die Spitzenlast um mehr als 12,9 Gigawatt erhöhen könnten. Das betrifft Versorger und Netzbetreiber ebenso wie Energietechnikunternehmen. Aktien wie E.ON, RWE oder Siemens Energy könnten deshalb stärker beobachtet werden, wenn Hitzeperioden den Investitionsbedarf in Netze, Speicher und flexible Kraftwerksleistung sichtbar machen.

Landwirtschaft und Konsum als Schwachstellen

Unter Druck geraten könnten auch Agrarwerte, Lebensmittelhersteller und Einzelhändler. Hitze und Trockenheit können Ernten belasten, Transportkosten erhöhen und die Preise für bestimmte Produkte treiben. Gleichzeitig verändern Verbraucher ihr Kaufverhalten, wenn Aufenthalte in Einkaufsstraßen unattraktiver werden oder Lieferketten empfindlicher reagieren. Die Hitzewelle zeigt damit, dass Extremwetter kein Randthema mehr ist. Für Anleger zählen nun nicht nur kurzfristige Kursreaktionen, sondern die Frage, welche Geschäftsmodelle wiederkehrende Hitze besser verkraften und welche Branchen strukturell anfälliger werden.

Bn-Redaktion/tb
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