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Abnehmspritzen-Preiskampf

Novo verbilligt Wegovy um ein Fünftel 01.10.2026, 13:12 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Name Aktuell Diff. Börse
Novo Nordisk 33,46 EUR -0,15 % Baader Bank
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Novo Nordisk macht Wegovy in Schweden deutlich billiger. Seit dem 1. Oktober kostet die Abnehmspritze dort 20 Prozent weniger – ein weiterer Schritt in einem Markt, in dem der dänische Konzern seit Monaten mit sinkenden Preisen und dem US-Rivalen Eli Lilly ringt. Die Aktie gibt am Mittag rund ein halbes Prozent auf 33,33 Euro nach, im Verlauf fiel sie mit 33,18 Euro auf den tiefsten Stand seit einer Woche; unter Aktionären überwiegt Ernüchterung.

Selbstzahler sparen rund 500 Kronen im Monat

Die Senkung betrifft die Dosierungen von 1,7 und 2,4 Milligramm, die den Großteil einer Behandlung ausmachen. Für Patienten, die selbst zahlen, bedeutet das nach Unternehmensangaben eine Ersparnis von rund 500 schwedischen Kronen oder mehr pro Monat – vorausgesetzt, die Apotheken geben den Nachlass weiter, denn sie legen ihre Verkaufspreise selbst fest. Wegovy ist bislang nicht im schwedischen Erstattungssystem. Ein erster Antrag auf Kostenübernahme für ausgewählte Patientengruppen war abgelehnt worden, Novo hat inzwischen einen neuen eingereicht. Mit dem niedrigeren Preis will der Konzern erreichen, dass mehr Patienten ihre Therapie langfristig fortsetzen. Ähnliche Preissenkungen hatte Novo bereits im Februar in den USA vorgenommen.

Ob der Preisschritt den Kurs bewegt, wird unter Anlegern unterschiedlich gelesen. Auf der einen Seite wird der Nachlass in Schweden direkt als Erklärung für die Schwäche am Vormittag herangezogen. Dagegen steht der Einwand, ein Land mit knapp zehn Millionen Einwohnern sei viel zu klein, um einen Konzern dieser Größe spürbar zu belasten. Der Tenor bleibt vorsichtig: Der Preis steht weniger als Einzelereignis im Fokus denn als Symptom eines anhaltenden Drucks.

Regeneron-Daten stützen Semaglutid als Basis

Rückenwind kam von anderer Seite. Der US-Konzern Regeneron legte auf dem europäischen Diabetes-Kongress in Mailand Studiendaten vor, wonach sein Wirkstoff Trevogrumab in Kombination mit Semaglutid, dem Wirkstoff von Wegovy, den Muskelverlust beim Abnehmen etwa halbiert. Nach 26 Wochen verloren Patienten mit Semaglutid allein 6,7 Prozent ihrer Muskelmasse, mit der höheren Trevogrumab-Dosis nur 3,3 Prozent. Überschattet wurden die Daten von zwei Todesfällen in einem Studienarm mit einer Dreifachkombination, der eingestellt wurde. Die Regeneron-Aktie legt rund 1,5 Prozent auf 679,40 Euro zu. In der Anlegerdebatte zu Novo spielen die Studiendaten dagegen bislang keine Rolle – der Blick richtet sich fast ausschließlich auf Preise und Kursverlauf.

Aktie verliert binnen eines Jahres ein Drittel

Vor einem Jahr notierte das Papier noch bei rund 50 Euro, vom Rekordhoch ist es inzwischen mehr als 70 Prozent entfernt. Auch der Kapitalmarkttag am 21. September brachte keine Wende: Novo kündigte bis 2030 mehr als fünf neue Kassenschlager-Medikamente an, Analysten zweifelten jedoch, ob künftige Präparate hohe Preise halten können, wenn der Patentschutz für Semaglutid ausläuft. Zugleich dürfte Lillys Konkurrenzpräparat Zepbound Wegovy in diesem Jahr beim Umsatz deutlich überholen.

Aus Anlegersicht reiht sich der aktuelle Rückgang in eine Serie gebrochener Böden ein: Jede Marke, die zuvor als Halt galt, sei später doch unterschritten worden, und auch an der US-Börse sei vorbörslich das Tief der Vorwoche gerissen worden. Zweifel richten sich zudem an die Konzernführung.

Ohne neuen CEO war’s das erstmal

Ganz ohne Zuversicht ist die Diskussion nicht. Solange die Aktie über 33 Euro bleibe, sei die Lage im Rahmen, lautet eine gelassenere Sicht, die auf Geduld setzt. Nach den vielen Rückschlägen bleibt die Grundstimmung dennoch resigniert, die Erwartungen an eine rasche Erholung sind gedämpft.

Bn-Redaktion/sb
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