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Schock um zwölf

Preissprung frisst Tankrabatt binnen Stunden auf 01.10.2026, 13:50 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Schock um zwölf: Preissprung frisst Tankrabatt binnen Stunden auf
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Um Punkt 12 Uhr war der Tankrabatt an vielen Zapfsäulen wieder verschwunden. In Berlin sprang der Liter E10 von rund 2,01 Euro um 11.30 Uhr auf 2,26 Euro, Diesel von 2,16 auf 2,41 Euro. Damit lag Sprit zeitweise höher als am Mittwochmorgen ohne Rabatt, als E10 in der Hauptstadt etwa 2,14 Euro kostete. Gleichzeitig steigt Öl (Brent) um 2,3 Prozent auf rund 100,20 Dollar je Barrel – und verstärkt unter Anlegern die Zweifel, wie lange die Entlastung tragen kann.

E10 springt mittags um bis zu 27 Cent

Am Morgen hatte der Steuernachlass von 16,7 Cent je Liter noch voll gewirkt: Um 8.00 Uhr kostete E10 im Bundesschnitt 2,062 Euro und damit 14,5 Cent weniger als zur gleichen Zeit am Vortag, Diesel 2,209 Euro und 15,2 Cent weniger. Mit der täglichen Preiserhöhung zur Mittagszeit kehrte sich das Bild um. In München, Leipzig, Bremen und Köln zog E10 um 12.00 Uhr auf 2,25 bis 2,26 Euro an, Diesel auf 2,39 bis 2,41 Euro. Bis 13.00 Uhr gaben die Preise wieder etwas nach, E10 lag dann meist zwischen 2,18 und 2,22 Euro, Diesel um 2,35 Euro. Der aktuelle Bundesschnitt von rund 2,22 Euro für E10 und 2,37 Euro für Diesel entspricht nahezu dem Tagesdurchschnitt vom Mittwoch. Ein endgültiger Vergleich ist allerdings erst mit dem Tagesmittel möglich, das morgen feststeht.

Dass gerade Diesel so teuer bleibt, wird auf Anlegerseite mit der Knappheit am Kraftstoffmarkt erklärt – ein Faktor, der unabhängig vom Rohölpreis wirke.

Und wenn Diesel teuer bleibt weil es im Moment sehr knapp ist wird das zusätzlich unabhängig vom Ölpreis in die Kassen spülen

Gestützt wird diese Sicht durch den Hinweis auf rekordhohe Raffineriemargen, den Analysten der kanadischen Bank RBC zuletzt hervorgehoben hatten – eine externe Einschätzung, keine redaktionelle Empfehlung. Der Tenor: Der Rabatt senkt die Steuer, an der Knappheit ändert er nichts.

Kritik am Tankrabatt erhält neue Nahrung

Der ADAC hatte schon am Vormittag gemahnt, die Senkung dürfe weder mit dem Preissprung um 12.00 Uhr noch in den kommenden Tagen wieder einkassiert werden. Eine Pflicht zur Weitergabe gibt es für Tankstellen nicht. Das Ifo-Institut will genau auswerten, wie viel ankommt, die Monopolkommission hält die rund 2,5 Milliarden Euro teure Maßnahme für zu ungezielt. Die Mineralölwirtschaft weist den Vorwurf zurück, der Nachlass werde nicht vollständig weitergegeben.

Saudi-Arabien öffnet die Ausweichroute wieder

Hinter den hohen Preisen steht weiter der Konflikt um die Straße von Hormus. Beim Rohöl entspannt sich die Lage zwar: Saudi-Arabien hat die Ost-West-Pipeline nach Angriffen der Huthis wieder in Betrieb genommen und belädt im Rotmeerhafen Yanbu erneut Tanker, wenn auch noch nicht mit voller Kapazität. Die Rohölexporte aus dem Nahen Osten stiegen im September auf 16,3 Millionen Barrel pro Tag, den höchsten Stand seit Kriegsbeginn, aber noch gut 3 Millionen Barrel unter dem Februar-Niveau. Knapp bleiben vor allem Ölprodukte: Chinesische Raffinerien haben ihre Kraftstoffexporte über Hongkong und Macau hinaus vorerst gestoppt.

Auf Anlegerseite war die Rückkehr der saudischen Lieferungen schon Anfang der Woche registriert worden. Zugleich wächst das Misstrauen: Die Glaubwürdigkeit der Meldungen aus Washington und Teheran sei das eigentliche Problem. Entscheidend sei am Ölmarkt nicht nur das tatsächliche Angebot, sondern die wahrgenommene Gefahr neuer Störungen. Der Benzin-Future zieht um 1,2 Prozent auf 3,30 Dollar an, hat im Wochenverlauf aber rund 8 Prozent eingebüßt. Diesel gibt um 1,4 Prozent nach, Öl (WTI) steigt um 1,6 Prozent auf rund 92 Dollar.

BP und Co. geben trotz teurem Rohöl nach

BP verliert 0,5 Prozent auf 6,43 Euro, Shell 1,0 Prozent auf 41,61 Euro. TotalEnergies fällt um 1,5 Prozent, ENI um 1,1 Prozent und OMV um 1,0 Prozent.

Unter Aktionären stößt dieses Auseinanderlaufen auf Unverständnis: Ölpreis rauf, BP-Aktie runter, das sei schwer nachzuvollziehen. Wer auf die Bilanzen blickt, setzt dagegen auf ein weiteres gewinnstarkes Quartal. Skeptiker richten den Blick auf die Diplomatie: Sollte die Straße von Hormus tatsächlich geöffnet werden, könnte Brent rasch in Richtung 95 Dollar fallen und auch die Energiewerte belasten. Die Anleger-Stimmung bleibt gespalten zwischen der Hoffnung auf hohe Margen und der Sorge vor einem schnellen Ende der Krisenprämie.

Bn-Redaktion/sb
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