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Adidas-Aktie fällt

Das macht Anleger nervös 10.09.2026, 14:12 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Adidas-Aktie fällt: Das macht Anleger nervös
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Name Aktuell Diff. Börse
adidas 139,95 EUR -4,47 % Lang & Schwarz

Rekordumsatz reicht nicht: Die Marge wird zum Knackpunkt

Operativ konnte adidas Ende Juli zunächst mit kräftigem Wachstum aufwarten. Der Quartalsumsatz erreichte den Rekordwert von 6,74 Milliarden Euro und lag damit 13 Prozent über dem entsprechenden Vorjahresquartal. Auch das Betriebsergebnis legte zu: Mit 574 Millionen Euro erzielte der Sportartikelkonzern einen Anstieg von 5 Prozent.

Beim Blick auf die Profitabilität zeigte sich jedoch ein anderes Bild. Die operative Marge sank von 9,2 Prozent auf 8,5 Prozent. Belastet wurde das Ergebnis unter anderem durch Marketingausgaben von rund 212 Millionen Euro im Zusammenhang mit der Fußballweltmeisterschaft.

Für das Gesamtjahr erhöhte adidas zwar seine Umsatzprognose und erwartet nun ein Wachstum von 9 bis 10 Prozent. Das Ziel für das Betriebsergebnis blieb mit rund 2,3 Milliarden Euro allerdings unverändert. Genau diese Kombination aus kräftigem Umsatzwachstum und einer gleichzeitig unter Druck stehenden Marge prägt seitdem auch die Diskussion unter Analysten.

UBS reagierte bereits Anfang August und stufte die adidas-Aktie von "Kaufen" auf "Hold" ab. Gleichzeitig reduzierte die Bank ihr Kursziel deutlich von 219 Euro auf 173 Euro. Die Umsatzentwicklung wurde dabei als stabil beurteilt, während die Marge als verwundbar gilt.

173 oder 200 Euro? Analysten streiten über die Perspektiven

RBC Capital Markets beurteilt die Situation optimistischer. Das Analysehaus bestätigte am Mittwoch seine Einstufung "Outperform" und beließ das Kursziel bei 200 Euro. Damit unterscheiden sich die Einschätzungen von RBC und UBS nicht nur bei der Bewertung, sondern auch beim Kursziel erheblich.

RBC-Analyst Piral Dadhania richtet den Blick insbesondere auf China. Die dortige Nachfrage beschreibt er insgesamt als gemischt, sieht allerdings deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Sportartikelherstellern. adidas profitiere demnach von seinen lokalen Geschäftsaktivitäten sowie positiven Modetrends.

Beim Konkurrenten Nike stellt sich die Situation nach seiner Einschätzung schwieriger dar. Der US-Konzern beschäftigt sich weiterhin mit dem Umbau seiner Lagerbestände und seines Geschäftsmodells. Damit sieht RBC adidas trotz des herausfordernden Marktumfelds in einer vergleichsweise günstigeren Position.

Zusätzliche Bedeutung erhält die Entwicklung in China durch die jüngsten Zahlen eines weiteren Wettbewerbers. Lululemon löste in der vergangenen Woche mit seinem Geschäftsbericht erhebliche Unruhe in der gesamten Branche aus.

Lululemon stürzt 18 Prozent ab und erhöht den Druck auf die Branche

Die Lululemon-Aktie brach um knapp 18 Prozent auf rund 100 US-Dollar ein und erreichte damit den niedrigsten Stand seit 2018. Auslöser waren schwache Geschäftszahlen, die insbesondere bei der regionalen und produktspezifischen Nachfrage enttäuschten.

Das US-Geschäft schrumpfte um 8 Prozent, während die Damenkollektion einen Rückgang von 4 Prozent verzeichnete. Besonders deutlich fiel die Abweichung von den Erwartungen in China aus: Die währungsbereinigten Erlöse gingen dort um 2 Prozent zurück. Das Management hatte zuvor mit einem Wachstum von 13 Prozent gerechnet.

Wie die dpa berichtete, verstärkte diese Entwicklung die Nervosität innerhalb der gesamten Sportartikelbranche. Jefferies-Analyst Randal Konik sprach von einem "dreifachen Hammer". Citigroup-Analyst Paul Lejuez bezeichnete China als die zentrale Enttäuschung des Quartals. Die Sorge, dass die Probleme auf eine breitere Nachfrageschwäche hindeuten könnten, belastete daraufhin auch andere Branchentitel.

adidas befindet sich dabei in einer besonderen Ausgangslage. Nach einem vom Handelsblatt Anfang Mai veröffentlichten Bilanzvergleich wächst der Konzern schneller als PUMA und nähert sich Nike wirtschaftlich weiter an. Dennoch zeigt sich 2026 wiederholt eine Diskrepanz zwischen den operativen Fortschritten und der Reaktion an der Börse.

Für die weitere Einordnung dürfte insbesondere die Entwicklung des chinesischen Geschäfts relevant werden. Ob sich die von RBC beschriebene Stabilisierung tatsächlich in Umsatz und Ergebnis niederschlägt, werden erst die kommenden Geschäftszahlen zeigen. Bis dahin treffen bei adidas Rekordumsätze und Wachstum auf eine gesunkene Marge sowie ein zunehmend aufmerksam beobachtetes Branchenumfeld.

Bn-Redaktion/aw
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