Amazon AWS setzt auf Anthropic

8-Milliarden-Wette trotz Blacklist 08.03.2026, 16:08 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Pentagon-Konflikt: KI-Zugang bleibt für Unternehmen offen

Am 6. März 2026 bestätigte Amazon offiziell, dass Anthropics Modelle weiterhin über AWS Bedrock verfügbar bleiben. Die Plattform ermöglicht Unternehmen den Zugriff auf verschiedene KI-Modelle innerhalb der AWS-Cloud. Einschränkungen gelten jedoch für Anwendungen, die mit dem US-Verteidigungsministerium verbunden sind.

Hintergrund ist eine Entscheidung des Pentagon, Anthropic als "Lieferkettenrisiko" einzustufen. Auslöser war die Haltung des Unternehmens, keinen uneingeschränkten Zugang zu seiner KI für Massenüberwachung oder vollständig autonome Waffensysteme zu gewähren. Anthropic kündigte an, diese Einstufung juristisch anzufechten.

Amazon steht mit dieser Entscheidung nicht allein. Auch Microsoft und Google setzen ihre Zusammenarbeit mit Anthropic fort. Die großen Cloud-Anbieter verfolgen dabei eine ähnliche Strategie: KI-Modelle bleiben für Unternehmenskunden verfügbar, während militärische oder sicherheitsrelevante Regierungsprojekte gesondert behandelt werden.

500.000 Trainium-2-Chips: Die Infrastruktur hinter Amazons KI-Strategie

Die Partnerschaft zwischen Amazon und Anthropic ist eng mit der Infrastrukturstrategie von AWS verknüpft. Seit 2023 investierte Amazon insgesamt 8 Milliarden Dollar in das KI-Startup. Im Gegenzug verpflichtete sich Anthropic, 500.000 der hauseigenen Trainium-2-Chips von Amazon zu nutzen.

Diese Chips bilden das technologische Fundament für "Project Rainier", ein Rechenzentrum im Wert von 11 Milliarden Dollar. Die Anlage ist speziell für das Training und den Betrieb großer KI-Modelle ausgelegt. Anthropics Claude-Modelle sind bereits tief in AWS Bedrock integriert und gehören zu den zentralen KI-Angeboten der Plattform.

Parallel dazu hat Amazon milliardenschwere Verträge mit US-Bundesbehörden für Cloud- und KI-Dienste gewonnen. Genau hier entsteht die strategische Herausforderung: Einerseits baut AWS seine Position im Regierungsgeschäft aus, andererseits investiert der Konzern massiv in KI-Partner, deren Technologie teilweise unter politischen oder regulatorischen Druck gerät.

Rekordinvestitionen drücken den freien Cashflow

Die Diskussion um Anthropic fällt in eine Phase intensiver Investitionen bei Amazon. AWS bleibt weiterhin die wichtigste Gewinnquelle des Konzerns, sieht sich jedoch wachsender Konkurrenz durch Google Cloud und Microsoft Azure gegenüber.

Finanziell zeigt sich ein gemischtes Bild: Der operative Cashflow von Amazon stieg 2025 um 20 Prozent auf 139,5 Milliarden Dollar. Gleichzeitig sank der freie Cashflow deutlich von 38,2 Milliarden Dollar auf 11,2 Milliarden Dollar. Hauptgrund sind stark steigende Ausgaben für Infrastruktur.

Allein 2025 investierte Amazon 131,8 Milliarden Dollar in Sachanlagen. Für 2026 plant das Unternehmen rund 200 Milliarden Dollar – ein Plus von etwa 53 Prozent. Ein erheblicher Teil dieser Mittel fließt in Rechenzentren, KI-Chips und den Ausbau der Cloud-Kapazitäten.

Mit einem Auftragsbestand von 244 Milliarden Dollar, was einem Wachstum von 40 Prozent entspricht, bleibt die Nachfrage nach AWS-Services hoch. Gleichzeitig beobachten Marktteilnehmer genau, ob die steigenden Infrastrukturkosten und die komplexer werdenden regulatorischen Rahmenbedingungen die Dynamik des Cloud-Geschäfts beeinflussen. Besonders im Fokus stehen die nächsten Quartalszahlen, die Amazon Ende April vorlegen will.

Bn-Redaktion/aw
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