Friedenssignal aus Teheran

Ölpreis vor dem Absturz? 14.06.2026, 15:10 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Iranische Flagge
© Bild von mostafa meraji auf Pixabay
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Öl (WTI) 84,26 USD ±0,00 % Lang & Schwarz
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Poker um Hormus

Die USA drängen auf eine rasche Vereinbarung mit Iran, die den Krieg beenden und die Straße von Hormus wieder für den internationalen Schiffsverkehr öffnen soll. US Präsident Donald Trump erklärte: “The Deal is scheduled to get signed tomorrow, and immediately after it is signed, the Hormuz Strait is OPEN TO ALL.” Iran dämpfte jedoch die Erwartungen und schloss eine Unterzeichnung am Sonntag zunächst aus. Vermittler aus Katar und Pakistan versuchen weiter, die letzten Streitpunkte zu klären.

Ölpreis reagiert sofort

Die Aussicht auf eine Entspannung hat den Ölpreis bereits deutlich bewegt. Brent fiel zuletzt unter 90 Dollar je Barrel, umgerechnet rund 78 Euro, nachdem zuvor im Markt zeitweise deutlich höhere Risikoprämien eingepreist waren. In der Spitze hatte Brent im Verlauf des Konflikts etwa 125 Dollar erreicht, also rund 108 Euro. Ein belastbares Abkommen könnte den Druck auf Brent Öl, WTI Öl und europäische Gaspreise weiter erhöhen.

Streit um Geld und Kontrolle

Offen bleibt vor allem, wer die Meerenge künftig kontrolliert und ob Iran Zugriff auf eingefrorene Gelder erhält. Berichtet wurde über mögliche iranische Forderungen von etwa 21,6 Milliarden Euro. Trump betonte dagegen, Iran werde kein Geld aus dem Deal erhalten. Teheran will zudem die eigene Rolle in Hormus nicht vollständig aufgeben. Damit bleibt das Risiko bestehen, dass eine Einigung zwar angekündigt, aber nur schrittweise umgesetzt wird.

Entlastung für Energieaktien

Eine Öffnung von Hormus könnte Raffinerien, Fluggesellschaften, Chemiekonzernen und Logistikunternehmen entlasten. Zugleich geraten Ölkonzerne wie Shell, BP, TotalEnergies, Exxon Mobil, Chevron und Saudi Aramco stärker in den Blick, weil niedrigere Preise Margen und Fördererlöse verändern können. Auch Energie ETFs, Rohstofffonds, Gas Futures und Aktien aus der Petrochemie dürften empfindlich reagieren, falls mehr Diesel, Benzin, Naphtha und Flüssiggas aus der Golfregion auf den Markt kommen.

Risiko bleibt hoch

Trotz der Hoffnung auf fallende Preise bleibt der Markt anfällig. Minen, blockierte Häfen, Angriffe im Libanon und der Streit um Irans Atomprogramm könnten die Entspannung jederzeit bremsen. Ohne stabile Umsetzung halten Analysten neue Preissprünge für möglich, während ein schneller Neustart der Lieferungen Brent theoretisch deutlich Richtung 43 Euro je Barrel drücken könnte. Für den Ölpreis entscheidet daher nicht die Ankündigung, sondern die tatsächliche Rückkehr normaler Tankerströme durch Hormus.

Bn-Redaktion/tb
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