BASF nach Zahlen

Weniger Farbe, mehr Strategie 29.10.2025, 13:27 Uhr Jetzt kommentieren: 0

BASF nach Zahlen: Weniger Farbe, mehr Strategie
© Symbolbild von ADIGUN AMPA auf Unsplash
Werte zum Artikel
Name Aktuell Diff. Börse
BASF 50,67 EUR +0,10 % Lang & Schwarz

Solides Ergebnis trotz schwacher Konjunktur

Im dritten Quartal 2025 erzielte BASF einen Umsatz von 17,2 Milliarden EUR, was einem Rückgang von 3 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht.
Der bereinigte Betriebsgewinn (EBIT vor Sondereinflüssen) lag mit 1,92 Milliarden EUR über den Markterwartungen von rund 1,7 Milliarden EUR – ein Plus von 4 % gegenüber dem Vorquartal. Der Nettogewinn stieg leicht auf 1,05 Milliarden EUR.

Das Management führte die Entwicklung auf gestiegene Absatzmengen und Kostendisziplin zurück. Vor allem die Bereiche Agrarlösungen und Performance Materials trugen positiv bei, während das Geschäft mit Bauchemikalien und Beschichtungen weiterhin unter Druck stand.
„Wir sehen erste Zeichen einer Stabilisierung der Nachfrage, besonders in Asien“, sagte CEO Markus Kamieth im Earnings Call. Dennoch bleibe das Umfeld „volatil und herausfordernd“.

Strategische Neuausrichtung schreitet voran

Ein zentrales Thema ist der Verkauf der Coatings-Sparte, die Lacke und Oberflächenmaterialien für die Automobilindustrie herstellt. Der Verkaufserlös – Schätzungen zufolge zwischen 5,5 und 6 Milliarden EUR – soll in wachstumsstärkere Bereiche fließen, darunter Batteriematerialien, Recyclingtechnologien und grüne Chemie.

Analysten sehen den Schritt überwiegend positiv. Reuters schrieb, die Transaktion „verdeutlicht den Fokus auf kapitalstärkere Segmente“, während Bloomberg von einem „disziplinierten Umbau mit klarer Kapitalrenditeorientierung“ sprach.

Parallel kündigte BASF ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 3 Milliarden EUR bis Ende 2026 an – ein Signal an die Investoren, dass der Konzern Vertrauen in seine Bilanz und künftige Ertragskraft hat.

Kamieth betonte, BASF wolle sich „fokussierter, digitaler und resilienter“ aufstellen. Dazu gehöre auch der Abbau administrativer Strukturen – eine Forderung, die der Vorstand zuletzt an die Europäische Union richtete. Der Konzern kritisiert, dass übermäßige Regulierung die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Chemieindustrie gefährde.

Regionale Trends und Perspektive

Besonders in China – dem wichtigsten Einzelmarkt – verzeichnete BASF eine Erholung der Absatzmengen um 6 %.
In Europa dagegen bleiben die Energiepreise und politische Unsicherheiten ein Belastungsfaktor.
Das Werk in Ludwigshafen, lange das Herzstück des Konzerns, wird zunehmend auf energieeffiziente Prozesse und grünen Wasserstoff umgestellt.
Bis 2030 will BASF die CO2-Emissionen um 25 % senken und die Produktionskapazität für Batteriematerialien verdoppeln.

Für das Gesamtjahr 2025 erwartet das Management nun einen Umsatz zwischen 67 und 69 Milliarden EUR sowie ein EBIT zwischen 7,3 und 7,6 Milliarden EUR – jeweils am oberen Ende der bisherigen Spanne.

Analysten von Deutsche Bank Research sehen die Aktie mit einem Kursziel von 50 EUR als „unterbewertet mit solidem Risiko-Rendite-Profil“.

Community-Stimmung

Im Börsennews-Forum zeigt sich die Anlegerstimmung zwiegespalten:
Ein Nutzer schreibt: „Die Zahlen waren besser als gedacht, aber ohne neuen Wachstumsmotor bleibt das Papier träge.“
Ein anderer kontert: „Das Rückkaufprogramm ist ein starkes Signal. BASF ist kein Hype-Wert, sondern ein Dividendenanker.“
Besonders häufig diskutiert wird der Verkauf der Coatings-Sparte. Viele sehen darin „die richtige Priorisierung“, manche warnen jedoch, dass „ein Stück industrieller DNA verloren geht“.
Insgesamt überwiegt ein verhalten optimistischer Ton – man erwartet Stabilität, aber keine schnellen Sprünge.

Fazit

Mit einem Kurs von 44 EUR bleibt BASF fundamental solide aufgestellt.
Die Quartalszahlen belegen, dass der Konzern auch in einem schwachen Marktumfeld profitabel wirtschaften kann. Der geplante Umbau – weniger klassische Chemie, mehr Zukunftstechnologien – dürfte den langfristigen Wert steigern, auch wenn kurzfristig Belastungen bestehen.
Die BASF-Aktie bleibt damit ein Substanzwert mit strategischem Potenzial, der in Zeiten von Unsicherheit Stabilität ausstrahlt – aber auch Geduld verlangt.

Bn-Redaktion/pl
Kommentare (0) ... diskutiere mit.
Werbung

Handeln Sie Aktien bei SMARTBROKER+ für 0 Euro!* Profitieren Sie von kostenloser Depotführung, Zugriff auf 29 deutsche und internationale Börsenplätze und unschlagbar günstigen Konditionen – alles in einer innovativen, brandneuen App. Jetzt zu SMARTBROKER+ wechseln und durchstarten!

*Ab 500 EUR Ordervolumen über gettex. Zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen.

k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
Werbung
Weiter abwärts?
Kurzfristig positionieren
Ask: 0,27
Hebel: 18
mit starkem Hebel
Ask: 1,04
Hebel: 4
mit kleinem Hebel
Smartbroker
UBS
Im Durchschnitt erleiden 7 von 10 Kleinanlegern Verluste beim Handel mit Turbo-Zertifikaten. Turbo-Zertifikate sind hoch risikoreiche Produkte und nicht für langfristige Anlagestrategien geeignet. Eine vorgeschriebene allgemeine Mitteilung gemäß BaFin-Beschluss.
Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie hier: WA5N9N WA2Y9Q. Beachten Sie auch die weiteren Hinweise zu dieser Werbung. Der Emittent ist berechtigt, Wertpapiere mit open end-Laufzeit zu kündigen.
Weitere News

Gestern 9:00 Uhr • Artikel • BörsenNEWS.de

Gestern 8:53 Uhr • Artikel • BörsenNEWS.de

Freitag 17:10 Uhr • Artikel • BörsenNEWS.de

Freitag 17:03 Uhr • Artikel • BörsenNEWS.de

Freitag 16:42 Uhr • Artikel • BörsenNEWS.de

Freitag 14:16 Uhr • Artikel • BörsenNEWS.de

Freitag 12:58 Uhr • Artikel • BörsenNEWS.de

Freitag 12:43 Uhr • Artikel • BörsenNEWS.de

Schreib den ersten Kommentar!

Dis­clai­mer: Die hier an­ge­bo­te­nen Bei­trä­ge die­nen aus­schließ­lich der In­for­ma­t­ion und stel­len kei­ne Kauf- bzw. Ver­kaufs­em­pfeh­lung­en dar. Sie sind we­der ex­pli­zit noch im­pli­zit als Zu­sich­er­ung ei­ner be­stim­mt­en Kurs­ent­wick­lung der ge­nan­nt­en Fi­nanz­in­stru­men­te oder als Handl­ungs­auf­for­der­ung zu ver­steh­en. Der Er­werb von Wert­pa­pier­en birgt Ri­si­ken, die zum To­tal­ver­lust des ein­ge­setz­ten Ka­pi­tals füh­ren kön­nen. Die In­for­ma­tion­en er­setz­en kei­ne, auf die in­di­vi­du­el­len Be­dür­fnis­se aus­ge­rich­te­te, fach­kun­di­ge An­la­ge­be­ra­tung. Ei­ne Haf­tung oder Ga­ran­tie für die Ak­tu­ali­tät, Rich­tig­keit, An­ge­mes­sen­heit und Vol­lständ­ig­keit der zur Ver­fü­gung ge­stel­lt­en In­for­ma­tion­en so­wie für Ver­mö­gens­schä­den wird we­der aus­drück­lich noch stil­lschwei­gend über­nom­men. Die Mar­kets In­side Me­dia GmbH hat auf die ver­öf­fent­lich­ten In­hal­te kei­ner­lei Ein­fluss und vor Ver­öf­fent­lich­ung der Bei­trä­ge kei­ne Ken­nt­nis über In­halt und Ge­gen­stand die­ser. Die Ver­öf­fent­lich­ung der na­ment­lich ge­kenn­zeich­net­en Bei­trä­ge er­folgt ei­gen­ver­ant­wort­lich durch Au­tor­en wie z.B. Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­richt­en­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men. In­fol­ge­des­sen kön­nen die In­hal­te der Bei­trä­ge auch nicht von An­la­ge­in­te­res­sen der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und/oder sei­nen Mit­ar­bei­tern oder Or­ga­nen be­stim­mt sein. Die Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­rich­ten­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men ge­hör­en nicht der Re­dak­tion der Mar­kets In­side Me­dia GmbH an. Ihre Mei­nung­en spie­geln nicht not­wen­di­ger­wei­se die Mei­nung­en und Auf­fas­sung­en der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und de­ren Mit­ar­bei­ter wie­der. Aus­führ­lich­er Dis­clai­mer