Bayer-Aktie

Kommt jetzt der große Befreiungsschlag? 18.06.2025, 10:46 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Bayer vor möglichem Kursfeuerwerk: Warum Anleger jetzt genau hinschauen sollten

Comeback eines DAX-Schwergewichts

Nach Jahren massiver Kursverluste erlebt Bayer ein eindrucksvolles Börsenjahr 2025: Mit einem Plus von rund 40 % zählt die Aktie zu den stärksten Titeln im DAX. Die Rallye hat das Kursniveau mittlerweile so weit ansteigen lassen, dass es kurz davorsteht, den durchschnittlichen Zwölf-Monats-Kursziel der Analysten zu übertreffen.

Die Anleger setzen auf zwei Hoffnungsträger: eine mögliche Wende im US-Rechtsstreit um das Unkrautvernichtungsmittel Roundup und das Potenzial des Schlaganfallpräparats Asundexian. Letzteres befindet sich derzeit in einer späten Testphase und könnte sich zum Blockbuster entwickeln. Laut Bloomberg-Daten gibt es seit September keine Verkaufsempfehlungen mehr für die Aktie – ein Signal für neues Vertrauen am Markt.

Rechtsrisiken im Fokus – aber mit Chancen

Seit seinem Amtsantritt 2023 hat CEO Bill Anderson die Umstrukturierung des Konzerns vorangetrieben und die juristische Strategie in den USA intensiviert. Trotz der Erholung in diesem Jahr notieren die Papiere weiterhin deutlich unter früheren Höchstständen. Bisher hat Bayer rund 10 Milliarden US-Dollar der ursprünglich 16 Milliarden US-Dollar Rückstellungen für Roundup-Klagen ausgezahlt.

Die Entscheidung des Obersten US-Gerichts könnte zum Wendepunkt werden: Laut dem Litigation-Analysten Tom Claps liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Annahme der Klage bei 40 % – mit einer 75 %-igen Chance, dass Bayer im Falle einer Verhandlung gewinnt. Auch ein Unternehmenssprecher teilte mit, man rechne mit einer Entscheidung bis Ende Juni und prüfe alle rechtlichen Optionen.

Kursfantasie durch Gerichtsurteil und Pipeline

Ein Urteil zugunsten von Bayer könnte laut Goldman-Sachs-Analyst James Quigley einen Kursanstieg von 10 % bis 25 % auslösen. Er hat die Aktie kürzlich hochgestuft – eine von drei Kaufempfehlungen in diesem Monat.

Scheitert Bayer jedoch mit dem Berufungsversuch, könnte die Trennung vom Glyphosat-Geschäft notwendig werden. Bloomberg-Analystin Holly Froum geht in diesem Fall von weiteren Kosten in Höhe von rund 8 Milliarden US-Dollar aus, um die verbleibenden etwa 67.000 Klagen zu begleichen. Zu den Schätzungen wollte Bayer sich nicht äußern.

Günstige Bewertung und Hoffnung auf Asundexian

Trotz hoher Schulden und wachsender Konkurrenz – etwa bei Eylea und Xarelto – bleibt die Aktie im Vergleich günstig bewertet. Sie wird aktuell mit dem rund Sechsfachen der erwarteten Gewinne gehandelt, während der Durchschnitt im Stoxx 600 bei 15 liegt.

Ein Lichtblick ist das potenzielle Umsatzwachstum durch Asundexian: Union-Investment-Manager Markus Manns rechnet mit jährlichen Einnahmen von bis zu 2 Milliarden Euro, falls die laufende Studie positive Ergebnisse liefert.

HSBC-Analyst Rajesh Kumar hält eine nachhaltige Erholung für möglich – vorausgesetzt, die juristische Unsicherheit wird ausgeräumt. Erst dann könne Bayer seine Bilanz glaubhaft stärken und wieder stärker in Forschung und Entwicklung investieren.

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Bn-Redaktion/ts
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