Boeing ringt

Neue Risiken, alter Auftragshunger 13.11.2025, 16:20 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Boeing ringt: Neue Risiken, alter Auftragshunger
© Symbolbild von Etienne Jong auf Unsplash
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Boeing 174,79 EUR +0,71 % L&S Exchange

Rechtsrisiken erhöhen den Druck

Ein Schwerpunkt der vergangenen Woche war das Urteil im ersten großen US-Gerichtsprozess im Zusammenhang mit den 737-MAX-Abstürzen von 2018 und 2019. Boeing wurde zu einer Zahlung von über 28 Millionen USD verurteilt – ein Betrag, der finanziell verkraftbar erscheint, aber symbolisch schwer wiegt. Analysten warnen, dass weitere Verfahren folgen könnten und sich die kumulierten Verpflichtungen im Extremfall im dreistelligen Millionenbereich summieren.

Parallel dazu belastet die Ankündigung der NATO, die geplante Beschaffung des Frühwarnflugzeugs E-7 Wedgetail nicht weiterzuverfolgen. Die militärische und finanzielle Grundlage der Anschaffung sei „nicht mehr gegeben“. Für Boeing bedeutet dies den Verlust eines potenziell mehrjährigen, möglicherweise vier- bis fünfstelligen Millionenvolumens umfassenden Projekts, abhängig von der letztlich ausgeschriebenen Flottenstärke.

Streik bei Boeing Defense – eine Hängepartie bleibt

Bei Boeing Defense spitzt sich die Situation zu: Die streikenden Mitarbeiter sollen in Kürze über das neueste Vertragsangebot abstimmen. Die Gewerkschaft IAM hatte zuletzt ein verbessertes Gehaltsangebot als „signifikanten Schritt, aber nicht ausreichend“ bezeichnet.

Der Arbeitskampf dauert inzwischen fast drei Monate und trifft wichtige Standorte, darunter Anlagen für F-15, F/A-18 und militärische 737-Ableger. Branchenanalysen schätzen, dass jede zusätzliche Streikwoche den Output der Sparte messbar reduziert – in einem Jahr, in dem Boeing ohnehin Kosten stabilisieren und Qualitätssicherung priorisieren muss.

Ziviles Geschäft: Indien bleibt Wachstumsmotor

Während die USA und Europa Boeing eher durch regulatorischen Druck als durch zusätzliche Großaufträge beschäftigen, zeigen sich in Asien klar positivere Signale.

Die indische Airline SpiceJet teilte mit, fünf Boeing-737 zur Flotte hinzuzufügen – darunter mindestens eine MAX-Variante. Die Aktie des Unternehmens in Mumbai legte daraufhin um 3,5 % zu. Die Erweiterung erhöht die tägliche Flugleistung auf 176 Verbindungen, im Vergleich zu knapp 150 vor wenigen Monaten.

Boeing wertet solche Meldungen als Beleg dafür, dass die 737-MAX-Familie trotz Reputationsschäden weltweit weiter nachgefragt wird. Der Hersteller schätzt, dass Indien bis 2040 mehr als 2.200 neue Flugzeuge benötigen wird – eine Zahl, die ihn langfristig strukturell im Vorteil gegenüber Airbus sehen könnte, sofern Lieferkapazitäten stabilisiert werden.

Marktbewertung und strategischer Kontext

Mit einem Kurs von 167 EUR (entspricht etwa 177 USD) liegt Boeing deutlich unter den Höchstständen der 2018er Jahre, aber auch klar über den Tiefständen nach den MAX-Krisen. Das KGV auf Basis der 2026-Gewinnschätzungen liegt bei rund 26, was eine Rückkehr zur operativen Normalität bereits teilweise einpreist.

Analystenhäuser bleiben gespalten:

Optimisten sehen in Boeing einen „Turnaround-Titel mit Luft nach oben“. Pessimisten verweisen auf strukturelle Risiken in Qualität, Supply Chain und Rechtskosten.

Community-Stimmung

Im Forum zeigen sich die Anleger deutlich polarisiert.
Einige Beiträge loben:
„Boeing ist auf diesem Niveau eine Chance – zivile Nachfrage bleibt stark.“
Andere warnen: „Ohne Ende an Baustellen: Klagen, Streik, verlorene NATO-Deals – das wird nicht schnell besser.“
Mehrere Nutzer betonen den langfristigen Charakter:
„Wer hier investiert, braucht Geduld und starke Nerven.“

Die übergreifende Stimmung bleibt also verhalten konstruktiv, aber eindeutig mit Risikoaufschlag.

Bn-Redaktion/pl
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