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DAX-Klimacheck

Diese Konzerne fallen zurück 21.09.2026, 15:40 Uhr Jetzt kommentieren: 0

DAX-Klimacheck: Diese Konzerne fallen zurück
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71 Unternehmen im Vergleich

Die Untersuchung wertet Nachhaltigkeitsberichte sowie Emissions- und Finanzdaten von insgesamt 71 Unternehmen aus DAX, MDAX und SDAX aus. Entscheidend ist die Frage, wie stark sich die Erde bis 2100 erwärmen würde, wenn die gesamte Weltwirtschaft so wirtschaftete wie das jeweilige Unternehmen. Als Orientierung dient das Pariser Klimaabkommen mit einem Grenzwert von 1,7 Grad. Die Gradzahl soll die Klimaschutz-Fortschritte der Konzerne vergleichbar und verständlich machen.

Deutsche Telekom nähert sich dem Klimaziel

Ein vergleichsweise niedriger Wert ergibt sich für die Deutsche Telekom. Das Unternehmen kommt auf 1,8 Grad, nachdem es ursprünglich bei 5 Grad gestartet war. Der Konzern setzt nach eigenen Angaben auf grünen Strom und höhere Effizienz. Trotz wachsender Datenmengen werde der Gesamtenergieverbrauch konstant gehalten. Der Energieverbrauch sei dabei "von über 90 Kilowattstunden pro Terabyte auf 48 Kilowattstunden pro Terabyte" gesunken. Bis 2040 will die Deutsche Telekom klimaneutral sein.

Bayer kommt auf 7,5 Grad

Insgesamt fällt die Entwicklung weniger günstig aus. Es hätten sich mehr Unternehmen verschlechtert als verbessert. Besonders deutlich zeigt sich die Methodik bei Bayer. Der Konzern liegt laut Report derzeit auf einem Pfad von 7,5 Grad. Neben Emissionen fließen auch wirtschaftliche Kennzahlen ein. Verschlechtert sich die Bilanz, müssten entsprechend die Emissionen sinken. Bei Bayer beeinflussen unter anderem milliardenschwere Rechtsstreitigkeiten die Berechnung. Das Unternehmen hält den Ansatz für unvollständig und verweist auf sein besonderes Geschäftsmodell aus Pharma und Agrar. Bis spätestens 2050 will Bayer klimaneutral sein.

Salzgitter AG setzt auf Wasserstoff

Eine eindeutige Rangfolge besonders problematischer Branchen lässt sich aus den Ergebnissen nicht ableiten. Eine Ausnahme bildet die Chemie-Branche, die weiterhin Schwierigkeiten bei der Senkung ihrer Emissionen habe. Großes Veränderungspotenzial sieht die Analyse zudem in der Stahlindustrie. Die Salzgitter AG liegt derzeit bei 6,4 Grad und verursacht aktuell etwa 8 Millionen Tonnen CO2. Durch den Kauf und die Eigenproduktion von Wasserstoff soll künftig viel klimaschädliches Gas eingespart werden.

Klimaziele und Realität klaffen auseinander

Bis Mitte der 2030er-Jahre soll die Transformation am Standort Salzgitter hin zu einer nahezu CO2-neutralen Stahlproduktion abgeschlossen sein. Der Report zeigt zugleich, dass selbst gesetzte Klimaziele und tatsächliche Entwicklung auseinanderliegen können. Einige Unternehmen formulierten ambitionierte Ziele, zeigten bislang aber zu wenig Fortschritt. Andere hätten niedrige oder keine Ziele und schnitten dennoch gut ab. Kritisch ist zudem, dass ein wirtschaftlicher Abschwung die berechneten Emissionswerte einzelner Unternehmen verschlechtern kann. Solche Klima-Reports können dennoch zusätzlichen Druck erzeugen und Instrumente wie den Emissionshandel ergänzen.

Bn-Redaktion/ar
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