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220.000 Wohnungen

Nach dem Linken-Sieg wächst der Druck auf Vonovia 21.09.2026, 14:53 Uhr Jetzt kommentieren: 0

220.000 Wohnungen: Nach dem Linken-Sieg wächst der Druck auf Vonovia
AI MODIFIED Inhalte teilweise mit KI erstellt.
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Vonovia-Chef setzt auf Neubau

Luka Mucic stellt den Nutzen einer Vergesellschaftung grundsätzlich infrage. „Vergesellschaftung schafft keine einzige neue Wohnung“, erklärte der Vonovia-Chef. Stattdessen seien mehr Neubau, verlässliche Rahmenbedingungen und Zusammenarbeit erforderlich. Vonovia und die Tochter Deutsche Wohnen besitzen in Berlin und Umgebung rund 138.000 Wohnungen. Mucic verweist zudem auf die Bautätigkeit des Konzerns. In Berlin seien aktuell circa 1.000 neue Wohneinheiten im Bau, seit 2013 habe das Unternehmen 6.000 Wohnungen errichtet.

Linke will 220.000 Wohnungen vergesellschaften

Die Linke hatte die Vergesellschaftung großer Wohnungsunternehmen zu einem zentralen Thema ihres Wahlkampfs gemacht. Rund 220.000 Wohnungen sollen nach ihren Vorstellungen zusätzlich in öffentliche Hand gelangen. Betroffen wären große Konzerne mit jeweils mehr als 3.000 Wohnungen in Berlin. Spitzenkandidatin Elif Eralp bekräftigte nach dem Wahlsieg: „Wenn die Linke regiert, wird vergesellschaftet.“ Zunächst müsste die Partei dafür jedoch mögliche Koalitionspartner überzeugen. Auch juristische Auseinandersetzungen mit betroffenen Unternehmen wären zu erwarten.

Stimmung hat sich seit 2021 gedreht

Beim Volksentscheid im September 2021 hatten rund 58 Prozent für die Ausarbeitung eines entsprechenden Gesetzes gestimmt. Inzwischen zeigt sich ein anderes Bild. In einer Nachwahlumfrage von Infratest dimap lehnten 51 Prozent die Enteignung großer privater Wohnungsunternehmen gegen Entschädigung ab. 37 Prozent sprachen sich dafür aus. Mucic sieht darin eine Bestätigung seiner Position. Die Linke hält dennoch an der Vergesellschaftung fest.

Milliardenfrage entscheidet über Mieten

Entscheidend dürfte die Höhe der Entschädigung werden. Eine niedrige Summe könnte den finanziellen Spielraum für niedrigere Mieten erhöhen, zugleich aber rechtliche Risiken verschärfen. Bei einem Erwerb zum Marktpreis müssten dagegen hohe Milliardenkredite finanziert werden. Wohnungsmarktforscher Konstantin Kholodilin warnt zudem vor möglichen Belastungen für Steuerzahler, falls eine dafür geschaffene Anstalt öffentlichen Rechts Schwierigkeiten bei der Rückzahlung ihrer Kredite bekommt.

Rechtliche Risiken bleiben bestehen

Artikel 14 und 15 des Grundgesetzes bilden die rechtliche Grundlage der Debatte. Eine nach dem Volksentscheid von 2021 eingesetzte Expertenkommission hielt ein Vergesellschaftungsgesetz grundsätzlich für mit den verfassungsrechtlichen Voraussetzungen vereinbar. Offen bleibt insbesondere die Entschädigung. Als Alternative nennt Kholodilin stärkeren eigenen Wohnungsbau und Unterstützung für Wohnungsgenossenschaften. Auch Mucic setzt auf dieses Prinzip: Entscheidend seien Rahmenbedingungen, unter denen wieder mehr Neubau realisiert werden könne.

Bn-Redaktion/ar
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