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Fed-Zinswende wackelt

US-Jobdaten ziehen Euro vom Jahrestief 02.10.2026, 16:12 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Der schwache US-Arbeitsmarkt hat dem Euro eine Atempause verschafft. Nachdem die Gemeinschaftswährung zwischenzeitlich bis auf 1,1221 US-Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit mehr als einem Jahr gefallen war, kletterte sie am Nachmittag auf 1,1282 Dollar – ein Plus von 0,35 Prozent. Am Morgen hatte der Kurs noch bei rund 1,1255 Dollar gelegen.

Nur 29.000 neue Stellen statt der erwarteten 90.000

Auslöser der Bewegung ist der Arbeitsmarktbericht aus Washington. Außerhalb der Landwirtschaft entstanden im September lediglich 29.000 neue Jobs, Ökonomen hatten im Schnitt mit rund 90.000 gerechnet. Zudem fiel der Stellenaufbau im August nachträglich schwächer aus: Statt 162.000 wurden nur noch 133.000 neue Stellen ausgewiesen. Die Arbeitslosenquote stieg von 4,1 auf 4,2 Prozent, der Lohndruck ließ nach.

Die Zahlen treffen die US-Notenbank in einer heiklen Phase. Erst im September hatte die Fed den Leitzins erstmals seit Juli 2023 wieder angehoben, auf eine Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent. An den Märkten waren weitere Erhöhungen eingepreist. Noch am Morgen hatten Experten der Helaba nicht damit gerechnet, dass der Bericht daran grundsätzliche Zweifel wecken würde. Nach den schwachen Daten könnte eine Zinspause nun deutlich näher rücken – und damit ein wichtiges Argument für den Dollar an Gewicht verlieren.

Inflation im Euroraum springt auf 3,8 Prozent

Auf der anderen Seite des Atlantiks verschiebt sich das Bild ebenfalls. Die Verbraucherpreise im Euroraum lagen im September um 3,8 Prozent über dem Vorjahresniveau, nach 3,2 Prozent im August. Das ist der höchste Wert seit September 2023. Getrieben wurde der Anstieg vor allem von den Energiepreisen, die zuletzt auch durch den Konflikt um die Straße von Hormus nach oben getrieben worden waren. Die Kerninflation ohne schwankungsanfällige Komponenten wie Energie stieg dagegen nur wie erwartet auf 2,5 Prozent, die Teuerung bei Dienstleistungen auf 3,2 Prozent.

Die Daten bestärken die Erwartung, dass die Europäische Zentralbank die Zinsen weiter anheben könnte. Weil der Preisdruck aber vor allem aus dem Energiesektor stammt, gilt ein schneller Schritt keineswegs als ausgemacht. Für den Devisenmarkt ist diese Mischung entscheidend: Rückt die Fed von weiteren Erhöhungen ab, während die EZB eher straffer wird, könnte sich der Zinsabstand zugunsten des Euro verringern.

Wochenminus bleibt trotz Erholung bestehen

Von einer Trendwende ist der Euro allerdings noch entfernt. Vor einer Woche hatte er noch bei rund 1,1375 Dollar notiert, auf Wochensicht steht damit weiterhin ein Minus von knapp 0,8 Prozent. Vor einem Jahr kostete ein Euro gut 1,17 Dollar, das Jahreshoch lag bei knapp 1,20 Dollar. Auch den zuletzt von der EZB festgesetzten Referenzkurs von 1,1298 Dollar hat die Gemeinschaftswährung noch nicht ganz zurückerobert.

Die Helaba sah am Morgen noch kein Ende des Abwärtsimpulses, da sich die Zinserwartungen zuletzt zugunsten des Dollar entwickelt hätten – eine externe Einschätzung, keine redaktionelle Empfehlung. Ob die heutige Erholung mehr als eine Gegenbewegung ist, dürfte davon abhängen, ob sich die Erwartungen an die Fed nachhaltig verschieben. Die europäischen Aktienmärkte zeigten sich am Nachmittag fester: Der Euro Stoxx 50 legte um rund 1,0 Prozent auf gut 6.240 Punkte zu.

Bn-Redaktion/sb
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