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Nur 29000 neue Stellen

US-Jobflaute nimmt dem DAX den Zinsdruck 02.10.2026, 15:40 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Nur 29.000 neue Stellen statt erwarteter 90.000: Amerikas Arbeitsmarkt kühlt deutlich ab. Für den DAX ist die Enttäuschung eine gute Nachricht, denn sie dämpft die Sorge vor weiteren Zinserhöhungen der US-Notenbank. Der Leitindex hielt seine Tagesgewinne, kletterte nach den Daten zeitweise bis auf 25.286 Punkte und notiert zuletzt rund 1 Prozent höher bei 25.218 Punkten – ein Ergebnis, das auf Anlegerseite mit vorsichtiger Erleichterung aufgenommen wird.

Schwache Jobdaten nehmen der Fed den Druck

Außerhalb der Landwirtschaft entstanden im September in den USA lediglich 29.000 Jobs. Zugleich wurde der zunächst starke Stellenaufbau im August von 162.000 auf 133.000 nach unten korrigiert, die Arbeitslosenquote stieg von 4,1 auf 4,2 Prozent, und der Lohndruck ließ nach. Damit wächst die Wahrscheinlichkeit, dass die Fed bei ihrer nächsten Sitzung Ende Oktober eine Pause einlegen könnte, statt die Zinsen wegen der ölgetriebenen Inflation weiter anzuheben. Noch am Morgen hatte es am Markt geheißen, ein robuster Bericht würde das Szenario länger anhaltend hoher Zinsen untermauern.

Aus Anlegersicht hängt die Richtung des Index ohnehin weniger an einzelnen Konjunkturdaten als an zwei Größen: Ölpreis und Anleiherenditen. Solange beide nicht bärisch drehten, spreche wenig für fallende Kurse, heißt es. Dass die Renditen nach dem jüngsten Ausverkauf an den Anleihemärkten etwas zur Ruhe gekommen sind, passt in dieses Bild. Die Stimmung bleibt verhalten zuversichtlich.

Brent fällt unter 100 Dollar zurück

Rückenwind kommt vom Rohstoffmarkt. Der Preis für Brent rutschte um gut 3 Prozent auf rund 99 Dollar je Barrel, nachdem er am Morgen noch bei gut 102 Dollar gelegen hatte. Auslöser waren Berichte, wonach europäische Länder die Freigabe strategischer Reserven erwägen – vor dem Hintergrund des Konflikts mit Iran, der die Energiepreise seit Monaten treibt. Diesel verbilligte sich um mehr als 4 Prozent.

Mehrere Anleger sehen genau hier den eigentlichen Taktgeber des Tages: Solange Öl nachgebe, habe der DAX Luft nach oben, und eine Freigabe weiterer Reserven könne den Preis zusätzlich drücken. Der steile Anstieg zur Mittagszeit sei rein nachrichtengetrieben gewesen, ausgelöst durch Meldungen zu einer möglichen Dieselfreigabe in der EU. Ob die Entlastung bei Verbrauchern ankommt, wird dagegen unterschiedlich erlebt: Während an manchen Orten Sprit schon spürbar günstiger sei als Ende September, verpuffe der Effekt andernorts binnen Stunden.

An der Tankstelle war gestern kurz was zu merken ... allerdings nur bis 12 Uhr. Danach ging es wieder Richtung der alten Preise. Das kann so alles nichts werden.

Hinter der Skepsis steht die Frage, wie nachhaltig der Rückgang ist. Bleibt der Konflikt mit Iran ungelöst, dürfte der Ölpreis anfällig für neue Ausschläge bleiben – und mit ihm die Inflation, die in der Eurozone im September auf 3,8 Prozent und damit den höchsten Stand seit drei Jahren geklettert ist.

Wochenminus schrumpft auf unter ein Prozent

Am Donnerstag war der DAX erstmals seit Juli unter die Marke von 25.000 Punkten gefallen. Mit der Erholung am Freitag hat er das Wochenminus auf weniger als 1 Prozent eingedampft. Auch an der Wall Street hellt sich das Bild auf: Der Nasdaq 100 legt um 1,2 Prozent auf rund 30.870 Punkte zu und nähert sich damit erneut seinem Rekord. Gestützt wird der deutsche Leitindex vor allem von Werten mit KI-Fantasie, während Bankaktien unter den Sorgen um steigende Renditen leiden.

Charttechnisch orientierte Anleger halten den übergeordneten Aufwärtstrend für intakt, solange die 200-Tage-Linie nicht unterschritten wird. Der Gegenentwurf: Der Index befinde sich in einer größeren Korrektur, die sich über Wochen hinziehen und deutlich tiefer führen könne – die aktuelle Erholung wäre dann nur eine Gegenbewegung. Unter Anlegern schwankt die Stimmung damit zwischen Aufatmen über den Freitag und Vorsicht mit Blick auf das Wochenende, an dem die geopolitische Lage neue Impulse liefern könnte.

Bn-Redaktion/sb
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