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Commerzbank-Aktie fällt

Jetzt wird über strengere Übernahmeregeln diskutiert 02.10.2026, 15:02 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Commerzbank
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Commerzbank-Aktie gerät unter Druck

Die Commerzbank-Aktie notierte am 2. Oktober 2026 zeitweise rund 2 Prozent schwächer und fiel auf etwa 38,66 Euro. Zusätzlichen Druck brachte eine neue Einschätzung von RBC. Die Analysten senkten ihr Kursziel von 43 auf 40 Euround stuften die Aktie von „Outperform“ auf „Sector Perform“ zurück. Als Unsicherheitsfaktor gilt dabei auch die weitere Entwicklung rund um Großaktionär UniCredit.

UniCredit baut Einfluss deutlich aus

Die italienische Bank hat ihre Position bei der Commerzbank über ein freiwilliges Übernahmeangebot erheblich vergrößert. Insgesamt wurden 17,6 Prozent der Commerzbank-Aktien angedient. Zusammen mit den bereits vorhandenen Positionen kommt UniCredit damit auf 47,59 Prozent des Kapitals. Nach den notwendigen Genehmigungen könnten daraus potenziell 49,65 Prozent der Stimmrechte werden. Damit nähert sich UniCredit einer Beteiligung, die erheblichen Einfluss auf die Commerzbank ermöglicht.

Geringe Prämie sorgt für Diskussionen

Besonders aufmerksam wird dabei auf die Konditionen des Übernahmeangebots geblickt. Der rechnerische Wert lag bei rund 34,35 Euro je Commerzbank-Aktie und damit lediglich 0,3 Prozent über der gesetzlichen Mindestgegenleistung von 34,24 Euro. Solche Angebote nahe am gesetzlichen Minimum werden häufig als „Low Balling“ bezeichnet. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, ob Aktionäre bei einem möglichen Kontrollwechsel ausreichend am wirtschaftlichen Wert einer Übernahme beteiligt werden.

Übernahmerecht wird überprüft

Das Bundesfinanzministerium prüft deshalb, ob Änderungen am deutschen Übernahmerecht notwendig sind. Nach geltendem Recht gilt grundsätzlich eine Beteiligung von 30 Prozent der Stimmrechte als Kontrollschwelle. Wird sie durch Aktienkäufe überschritten, muss in der Regel ein Pflichtangebot abgegeben werden. Diskutiert werden nun unter anderem frühere Meldepflichten, mehr Transparenz bei Derivaten und zusätzliche Schwellen, die weitere Beteiligungsaufstockungen auslösen könnten.

Deutschland könnte Regeln verschärfen

Andere europäische Märkte kennen bereits strengere Vorgaben. In Großbritannien können weitere Aktienkäufe zwischen 30 und 50 Prozent ein neues Pflichtangebot notwendig machen. In Frankreich gilt eine entsprechende Regel bei einer Erhöhung um mindestens einen Prozentpunkt innerhalb von zwölf Monaten. Ob Deutschland vergleichbare Vorgaben einführt, ist offen. Für die Commerzbank bleibt damit neben Geschäftsentwicklung und Analystenurteilen auch die politische Diskussion um künftige Übernahmeregeln ein wichtiger Faktor.

Bn-Redaktion/tb
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