Gerresheimer vor Milliardenabschreibung

Aktie stürzt ab! 11.02.2026, 14:14 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Aktiensturz
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Name Aktuell Diff. Börse
Gerresheimer 19,12 EUR ±0,00 % Lang & Schwarz

Verzögerte Zahlen und millionenschwere Korrekturen

Beim Düsseldorfer Spezialverpackungshersteller verschärft sich die Lage spürbar. Die für den 26. Februar angekündigte Veröffentlichung der Geschäftszahlen wird erneut verschoben – bereits zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate. Hintergrund ist eine laufende Sonderuntersuchung durch eine zweite Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, die mehr Zeit in Anspruch nimmt als zunächst erwartet. Am Markt sorgte diese Nachricht für erhebliche Unruhe, die Gerresheimer-Aktie geriet im frühen Handel zweistellig unter Druck.

Nach bisherigen Erkenntnissen haben einzelne Mitarbeitende gegen interne Richtlinien sowie gegen die internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS verstoßen. Im Fokus stehen insbesondere die Erfassung von Umsatzerlösen sowie die Bilanzierung und Bewertung von Vorräten. Das Unternehmen spricht von bereits eingeleiteten personellen und organisatorischen Maßnahmen.

Die finanziellen Auswirkungen sind substanziell. Für das Geschäftsjahr 2024 rechnet der Konzern mit einem zusätzlichen Korrekturbedarf von rund 17 Millionen Euro bei den Umsatzerlösen. Beim bereinigten EBITDA dürfte eine Anpassung von 19 Millionen Euro erforderlich sein, wovon etwa 4 Millionen Euro auf die Neubewertung von Vorräten entfallen. Gemeinsam mit den bereits im Herbst 2025 kommunizierten Anpassungen im Zusammenhang mit Bill-and-Hold-Vereinbarungen summiert sich der gesamte Korrekturbedarf für 2024 auf 35 Millionen Euro beim Umsatz und 24 Millionen Euro beim bereinigten EBITDA.

Prognose unter Druck: Marge bricht ein, Ergebnis je Aktie in Gefahr

Die operativen Konsequenzen reichen deutlich über bilanzielle Korrekturen hinaus. Die im Oktober 2025 aktualisierte Prognose für das Geschäftsjahr 2025 muss spürbar nach unten angepasst werden. Beim Umsatz wird nun ein Rückgang am oberen Ende der bislang kommunizierten Bandbreite von minus 4 bis minus 2 Prozent erwartet – möglicherweise sogar leicht darüber.

Noch gravierender fällt die Anpassung bei der Profitabilität aus. Die bereinigte EBITDA-Marge soll lediglich zwischen 16,5 und 17,5 Prozent liegen. Zuvor war eine Spanne von 18,5 bis 19,0 Prozent in Aussicht gestellt worden. Auch beim bereinigten Gewinn je Aktie zeichnet sich eine deutliche Verschlechterung ab: Statt eines Rückgangs im mittleren zweistelligen Prozentbereich wird nun ein Minus im hohen zweistelligen Prozentbereich erwartet, das Ergebnis könnte sogar negativ ausfallen.

Zusätzlich belasten nicht-zahlungswirksame Wertminderungen in Höhe von 220 bis 240 Millionen Euro die Perspektive. Betroffen sind vor allem Technologie- und Entwicklungsprojekte der Tochter Sensile Medical sowie Vermögenswerte des Moulded-Glass-Werks in Chicago Heights. Die Schließung dieses Standorts ist zum Ende des Geschäftsjahres 2026 vorgesehen.

Strategische Verkäufe und neue Ziele für 2026

Parallel zu den bilanziellen Anpassungen arbeitet das Management an der Stärkung der Kapital- und Finanzierungsstruktur. Der Verkaufsprozess für die hundertprozentige US-Tochter Centor wurde eingeleitet, ein Abschluss der Transaktion ist noch im laufenden Jahr geplant. Die ursprünglich für das Geschäftsjahr 2026 vorgesehene Separierung und Veräußerung des Moulded-Glass-Geschäfts wird hingegen verschoben und soll zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.

Trotz der aktuellen Turbulenzen richtet sich der Blick bereits auf das Geschäftsjahr 2026. Nach einem voraussichtlich verhaltenen ersten Halbjahr stellt Gerresheimer Umsätze zwischen 2,3 und 2,4 Milliarden Euro in Aussicht. Die bereinigte EBITDA-Marge soll dann wieder bei 18 bis 19 Prozent liegen, während der Free Cashflow moderat positiv erwartet wird. Diese Zielgrößen verstehen sich ausdrücklich vor möglichen M&A-Aktivitäten.

Damit steht der Konzern vor einer Phase tiefgreifender bilanzieller Aufarbeitung, operativer Anpassungen und strategischer Neujustierung, deren Auswirkungen die kommenden Quartale maßgeblich prägen dürften.

Bn-Redaktion/aw
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