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IBM Aktie vor Neubewertung?

Anleger horchen auf 02.07.2026, 11:39 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Hochhäuser
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IBM 249,85 EUR -1,14 % Baader Bank

Der Markt hört genau hin: IBM überspringt eine wichtige Schwelle

IBM hat mit mehreren strategischen Signalen die Aufmerksamkeit der Börse auf sich gezogen. Der Technologiekonzern stellte eine neue Chip-Generation vor, treibt seine Pläne im Quantencomputing mit Milliardenbeträgen voran und sorgte damit für eine unmittelbare Reaktion am Aktienmarkt. Am Mittwoch legte der Kurs in der Spitze um knapp vier Prozent zu. Besonders im Fokus stand dabei der Sprung über die 200-Tage-Linie bei 274 US-Dollar, den Marktteilnehmer als technisch bedeutsames Signal einordneten.

Auch Analysten passten ihre Erwartungen zügig an. Citigroup erhöhte das Kursziel deutlich auf 375 US-Dollar. Barclays folgte mit einer Prognose von 350 US-Dollar. Im Durchschnitt sehen Experten den fairen Wert der IBM-Aktie inzwischen bei gut 306 US-Dollar. Damit rückt der Konzern nach einer längeren Phase relativer Schwäche wieder stärker in den Blick börseninteressierter Anleger.

0,7 Nanometer als Kampfansage: IBM sucht den Platz an der Spitze

Ein zentraler Auslöser der neuen Fantasie ist der angekündigte Fortschritt in der Halbleitertechnik. IBM präsentierte nach eigenen Angaben die weltweit erste Sub-1-Nanometer-Chiptechnologie. Der neue 0,7-Nanometer-Prozess soll den Konzern in der Chipentwicklung weit vorne positionieren und liefert ein starkes Signal in einem Markt, der aktuell stark vom KI-Chip-Hype geprägt ist.

Bis diese Technologie tatsächlich marktreif wird, dürfte allerdings noch Zeit vergehen. Mindestens fünf Jahre werden bis zur kommerziellen Nutzung erwartet. Dennoch ist die Botschaft klar: IBM will nicht nur im klassischen IT- und Beratungsgeschäft wahrgenommen werden, sondern auch in strategischen Zukunftsfeldern der Hardware wieder eine bedeutendere Rolle spielen.

Parallel richtet der Konzern seine Quantenstrategie neu aus. Mit der Gründung der Tochtergesellschaft Anderon entsteht eine spezialisierte Fertigungseinheit für Quantencomputer-Wafer. Das Startkapital beträgt zwei Milliarden US-Dollar, wobei IBM und die US-Regierung diese Summe gemeinsam tragen. Damit unterstreicht das Unternehmen, dass Quantencomputing nicht als Nebenprojekt, sondern als langfristige industrielle Plattform verstanden wird.

Milliardenwette auf „Starling“: Zwischen Zukunftsmarkt und Bilanzdruck

Das wichtigste Ziel dieser Offensive ist der erste fehlertolerante Quantencomputer. Das Projekt trägt den Namen „Starling“ und soll bis 2029 vorangetrieben werden. Für die Entwicklung plant das Management weitere neun Milliarden US-Dollar ein. Die Erwartungen an diesen Bereich sind erheblich: Laut Prognosen der Boston Consulting Group könnte bis 2040 ein Markt mit enormem Potenzial entstehen.

Gleichzeitig bleibt IBM nicht frei von Belastungsfaktoren. Nach der Übernahme von Confluent steht ein Schuldenberg von knapp 58 Milliarden US-Dollar in der Bilanz. Zusätzlich wächst das traditionelle Beratungsgeschäft derzeit langsamer als erhofft. Diese Punkte erklären, weshalb die Aktie im vergangenen Jahr dem Gesamtmarkt deutlich hinterherlief. Der jüngste Kursanstieg wirkt daher weniger wie eine reine Euphoriewelle, sondern auch wie eine Aufholbewegung nach einer schwächeren Phase.

Der nächste wichtige Termin ist der 22. Juli. Dann legt IBM die Zahlen für das zweite Quartal vor. Analysten rechnen mit einem Gewinn je Aktie von 2,96 US-Dollar. Das würde einem Wachstum von fast sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr entsprechen. Sollte sich die neue Unterstützung oberhalb der 200-Tage-Linie behaupten und der Quartalsbericht die Erwartungen erfüllen, dürfte die IBM-Aktie erneut verstärkt im Fokus des Marktes stehen.

Bn-Redaktion/aw
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