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Meta plant KI-Cloud

Neuer Angriff auf Amazon und Co.? 01.07.2026, 16:54 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Meta
© Symbolbild von Woliul Hasan auf Unsplash
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Vom KI-Kostenblock zum möglichen Cloud-Geschäft

Meta könnte seine massiven Investitionen in künstliche Intelligenz künftig stärker monetarisieren. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg, der sich auf informierte Personen beruft, entwickelt der Social-Media-Konzern Pläne für ein eigenes Cloud-Infrastrukturgeschäft. Im Kern geht es darum, überschüssige KI-Rechenleistung sowie den Zugang zu KI-Modellen an externe Kunden zu verkaufen.

Damit würde Meta einen neuen Schritt in einem Markt prüfen, der bisher vor allem von Amazon Web Services, Microsoft Azure und Google Cloud geprägt wird. Zusätzlich erwäge der Konzern, auch Zugang zu „roher“ Rechenkapazität anzubieten. Dieses Modell ähnelt dem Ansatz sogenannter „Neocloud“-Anbieter wie CoreWeave, die Unternehmen Rechenleistung für KI-Anwendungen bereitstellen.

Für Meta wäre ein solches Geschäftsfeld mehr als eine technische Erweiterung. Der Konzern hat in den vergangenen Jahren enorme Summen in den Ausbau seiner KI-Infrastruktur gesteckt. Bislang wurden diese Ausgaben vor allem als notwendige Grundlage für eigene Produkte, Werbesysteme, Empfehlungstechnologien und KI-Modelle gesehen. Ein Verkauf überschüssiger Kapazitäten könnte diese Investitionen nun in eine zusätzliche Erlösquelle verwandeln.

Wall Street wittert neue Cashflows

Die Börse reagierte deutlich. Die Meta-Aktie legte an der NASDAQ zeitweise um 8,5 Prozent auf 611,16 US-Dollar zu. Der Kurssprung zeigt, wie stark Investoren auf mögliche neue Cashflows aus der KI-Infrastruktur setzen. Während hohe KI-Ausgaben bei vielen Tech-Konzernen kritisch hinterfragt werden, könnte Meta mit einem Cloud-Angebot einen Teil dieser Investitionen direkt kommerzialisieren.

Bereits im Mai hatte Mark Zuckerberg erklärt, dass der Verkauf von Kapazitäten in Erwägung gezogen werde. Der Bloomberg-Bericht deutet nun darauf hin, dass diese Überlegungen konkreter werden könnten. Offiziell umgesetzt ist das Vorhaben zwar noch nicht, doch der Markt preist offenbar bereits die Chance ein, dass Meta aus seinem KI-Ausbau ein neues Infrastrukturgeschäft formen kann.

Das Signal ist für Anleger deshalb besonders interessant, weil Meta bislang nicht als klassischer Cloud-Anbieter wahrgenommen wurde. Der Konzern verdient sein Geld vor allem mit Werbung auf Plattformen wie Facebook, Instagram und WhatsApp. Ein Einstieg in den Verkauf von KI-Rechenleistung würde das Geschäftsmodell breiter aufstellen und Meta stärker in direkte Konkurrenz zu etablierten Infrastrukturkonzernen bringen.

CoreWeave unter Druck, Cloud-Giganten im Blick

Während Meta zulegte, gerieten andere Cloud- und KI-Infrastrukturwerte unter Druck. Die CoreWeave-Aktie sackte zeitweise um 10,05 Prozent auf 89,54 US-Dollar ab. Auch Nebius wurde im Marktumfeld als betroffen genannt. Unter den großen Cloud-Anbietern gaben Amazon und Oracle nach, während sich die Alphabet-A-Aktie stabil hielt und Microsoft zulegen konnte.

Sollte Meta seine Pläne tatsächlich umsetzen, würde der Konzern nicht nur gegen spezialisierte Neocloud-Anbieter antreten, sondern auch gegen die Schwergewichte der Branche. Amazon Web Services, Microsoft Azure und Google Cloud dominieren den Markt für Cloud-Infrastruktur seit Jahren. Meta hätte allerdings einen möglichen Vorteil: Der Konzern verfügt wegen seiner eigenen KI-Offensive bereits über umfangreiche Rechenkapazitäten und könnte überschüssige Ressourcen gezielt extern vermarkten.

Der mögliche Einstieg zeigt zugleich, wie sich der Wettbewerb im KI-Zeitalter verschiebt. Rechenleistung wird zu einem strategischen Gut, das nicht nur für interne Anwendungen entscheidend ist, sondern auch als eigenständiges Produkt verkauft werden kann. Für Meta könnte daraus ein neues Geschäft entstehen, das die hohen Ausgaben für KI-Infrastruktur besser rechtfertigt.

Noch bleibt offen, wann und in welcher Form Meta ein solches Cloud-Angebot starten würde. Klar ist jedoch: Der Bericht hat die Fantasie am Markt neu entfacht. Aus Zuckerbergs teurer KI-Wette könnte ein Geschäftsmodell entstehen, das Meta näher an die Infrastruktur-Elite der Tech-Branche heranführt und gleichzeitig den Druck auf etablierte Cloud-Anbieter sowie spezialisierte KI-Rechenzentren erhöht.

Bn-Redaktion/aw
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