Merck vor Mega-Umbruch

Gerät der Pharma-Riese unter Druck? 29.07.2025, 12:55 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Keytruda: Die goldene Gans vor dem Absturz?
Keytruda ist Mercks umsatzstärkstes Medikament und macht fast die Hälfte der Konzerneinnahmen aus. Doch 2028 laufen die Schlüsselpatente aus, und die Konkurrenz durch günstigere Biosimilars steht vor der Tür. Obwohl Keytruda im zweiten Quartal die Erwartungen übertraf und ein Umsatzwachstum von 9% verzeichnete, bereitet sich Merck auf ein Multi-Milliarden-Loch in seiner Bilanz vor. Die Zeit drängt, und der Druck auf neue Erfolgsprodukte wächst immens.

Umstrukturierung: Der harte Schnitt für die Zukunft
Merck reagiert mit einem umfassenden Sparprogramm: 3 Milliarden US-Dollar sollen durch den Abbau von Verwaltungs-, Vertriebs- und Forschungsstellen sowie den Verkauf von Immobilien eingespart werden. Diese Maßnahmen sollen bis Ende 2027 abgeschlossen sein, kurz bevor Keytruda von staatlichen Preissenkungen betroffen sein könnte. Die eingesparten Mittel will Merck direkt in die Entwicklung neuer Medikamente reinvestieren, um die Lücke zu füllen, die Keytruda hinterlassen wird.

Gardasil und US-Zölle: Doppelte Herausforderung
Als ob die Keytruda-Problematik nicht genug wäre, kämpft Merck auch mit anderen Baustellen. Der Umsatz des zweitgrößten Medikaments, der HPV-Impfstoff Gardasil, brach im zweiten Quartal um 55% ein, primär aufgrund eines dramatischen Nachfragerückgangs in China. Ab dem 1. August drohen zudem neue US-Zölle auf Pharmaimporte aus der EU. Merck hat bereits vorsorglich Keytruda-Bestände aus Irland eingelagert und plant über 9 Milliarden US-Dollar in die US-Produktion zu investieren, um sich vor diesen Zöllen zu schützen.

Hoffnungsträger und die Zukunft nach Keytruda
Trotz der massiven Herausforderungen setzt Merck auf neue Hoffnungsträger. Das Medikament Winrevair, das eine seltene Lungenerkrankung behandelt, übertraf bereits die Analystenerwartungen im zweiten Quartal. Zudem wird eine einfacher zu verabreichende Version von Keytruda, die per Injektion statt Infusion verabreicht wird, noch in diesem Jahr zugelassen. Merck erwartet, dass diese neue Version 30% bis 40% des ursprünglichen Keytruda-Marktes erobern wird. Ob diese Maßnahmen ausreichen, um den drohenden Umsatzverlust aufzufangen, wird sich in den kommenden Jahren zeigen.

Bn-Redaktion/js
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