Milliarden, Proteste, Preisdruck

Rheinmetall-Chef sieht neue Dynamik 21.04.2026, 20:27 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Milliarden, Proteste, Preisdruck: Rheinmetall-Chef sieht neue Dynamik
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Produktion soll schnell skalieren

Die deutsche Industrie kann ihre Kapazitäten nach Einschätzung von Rheinmetall-Chef Armin Papperger kurzfristig deutlich ausweiten. „Das ist machbar und ich sehe da kein Problem drin“, erklärte er auf der Hannover Messe. Voraussetzung seien ausreichende Aufträge, dann könne die Industrie liefern. Rheinmetall verweist dabei auf Erfahrungen aus der Autozulieferung, die nun auf den Rüstungsbereich übertragen werden sollen.

Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung bei der Artilleriemunition. Seit Beginn der russischen Vollinvasion wurde die Produktion mehr als verzehnfacht. Dafür seien riesige Investitionen notwendig gewesen, die teilweise sogar ohne schriftliche Aufträge erfolgt seien. Vertrauen zwischen Staat und Industrie gilt dabei als entscheidender Faktor.

Mehr Volumen drückt die Preise

Mit steigenden Bestellungen rechnet Papperger zugleich mit sinkenden Kosten. „Ich glaube, dass die Preise runtergehen.“ Hintergrund ist der Skaleneffekt durch größere Produktionsmengen aus Deutschland und anderen europäischen Ländern.

Ein Beispiel liefert erneut die Artilleriemunition. Diese ist heute durch höhere Stückzahlen günstiger als noch vor fünf oder sechs Jahren. Für öffentliche Auftraggeber wie die Bundeswehr könnte dies langfristig Entlastung bringen. Gleichzeitig profitieren große Rüstungskonzerne wie Rheinmetall von steigenden Volumina und besser planbaren Produktionsabläufen.

Technologiewandel beschleunigt sich

Der technologische Fortschritt zwingt die Branche zu schnellen Anpassungen. Insbesondere Drohnen und automatisierte Systeme verändern das Gefechtsfeld grundlegend. Papperger betont, dass gerade hier ein erheblicher Innovationsdruck besteht.

Rheinmetall investiert jährlich rund 600 Mio. Euro in Forschung und Entwicklung. Neben klassischen Waffensystemen gewinnen Luftverteidigung und vernetzte Technologien zunehmend an Bedeutung. Auch digitale Lösungen wie ferngesteuerte Fahrzeuge und Robotik rücken stärker in den Fokus.

Lieferketten als kritischer Faktor

Trotz optimistischer Produktionsziele bleiben Risiken bestehen. „Die größte Herausforderung ist die Lieferkette“, so Papperger. Ziel sei es, Abhängigkeiten etwa von China zu reduzieren und kritische Komponenten aus mehreren Ländern zu beziehen.

Rheinmetall hat seine Beschaffung entsprechend angepasst und baut alternative Quellen etwa in Australien oder Argentinien auf. Zudem wurden Lagerbestände massiv erhöht. Aktuell liegen kritische Güter im Wert von rund 8 Mrd. Euro auf Vorrat. Der gesamte Auftragsbestand beläuft sich auf rund 64 Mrd. Euro.

Proteste und politische Signale

Der Auftritt des Rheinmetall-Chefs wurde von Protesten begleitet. Sprechchöre wie „Nie wieder Krieg“ und „Nie wieder Wehrpflicht“ führten zu Unterbrechungen, mehrere Störer wurden entfernt.

Parallel gewinnt das Thema Verteidigung auch auf industriellen Plattformen an Bedeutung. Auf der Hannover Messe präsentieren rund 40 Unternehmen im Defense Production Park Lösungen für den schnellen Ausbau der Produktion. Für die Branche markiert dies einen sichtbaren Wendepunkt – mit direkten Auswirkungen auf Aktien wie Rheinmetall und die gesamte europäische Rüstungsindustrie.

Bn-Redaktion/ar
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