Nach IPO Euphorie

Warum SpaceX jetzt nervös macht 26.06.2026, 18:56 Uhr Jetzt kommentieren: 0

SpaceX
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SpaceX 136,25 EUR +1,60 % L&S Exchange

Starker Start mit schnellem Rückschlag

Die SpaceX Aktie kam am 12. Juni 2026 zu einem Ausgabepreis von 135 Dollar an die Börse, umgerechnet rund 119 Euro. Nach dem Debüt stieg der Kurs zeitweise bis auf 225,64 Dollar, also etwa 199 Euro. Inzwischen fiel die Aktie auf rund 153 Dollar, umgerechnet etwa 135 Euro. Damit liegt sie mehr als 30 Prozent unter ihrem Hoch. Der Rückgang zeigt, wie schnell die Stimmung bei hoch bewerteten Wachstumswerten kippen kann.

Bewertung bleibt sehr ambitioniert

Trotz des Kursverlusts bleibt SpaceX ein Börsenschwergewicht. Nach dem Einbruch wurde die Marktkapitalisierung weiter mit mehr als 2 Billionen Dollar angegeben, also rund 1,76 Billionen Euro. Zuvor hatte die Bewertung zeitweise sogar die Marke von 3 Billionen Dollar überschritten, umgerechnet etwa 2,65 Billionen Euro. Der starke Rücksetzer macht deutlich, dass Anleger nicht nur auf Wachstum, sondern auch auf Bewertung, Finanzierungsbedarf und mögliche Verwässerungsrisiken achten.

Lock up wird zum Stresstest

Ein wichtiger Punkt ist die Lock up Regelung. Nach dem Börsengang war offenbar nur ein kleiner Teil der Aktien frei handelbar. Genannt wurden rund 4,3 Prozent als Streubesitz. Für bestimmte Aktienpakete gilt eine Sperrfrist von 180 Tagen. Allerdings sieht das Modell gestaffelte Freigaben vor. Nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen zum 30. Juni 2026 können bis zu 20 Prozent der betroffenen Aktien freigegeben werden. Bei einem ausreichend starken Kursverlauf wären zusätzlich bis zu 10 Prozent möglich.

Mehr Aktien könnten Druck erzeugen

Weitere Tranchen können nach 70, 90, 105, 120 und 135 Tagen nach dem Prospektdatum folgen. Dabei geht es jeweils um bis zu 7 Prozent. Eine weitere größere Tranche von bis zu 28 Prozent kann nach den Quartalszahlen zum 30. September 2026 freigegeben werden. Nach 180 Tagen können alle Aktien aus dieser Lock up Gruppe übertragen werden. Für Gründeraktien gilt dagegen eine längere Sperrfrist von 366 Tagen. Einige Großaktionäre unterliegen sogar einer verlängerten Sperre bis nach den Quartalszahlen zum 30. Juni 2027.

Anleger prüfen die Fallhöhe

Für Anleger wird die Lock up Struktur damit zu einer ausstehenden Prüfung des Aktienwerts. Solange nur wenige Aktien handelbar sind, kann der Kurs stark schwanken. Werden nach und nach größere Pakete freigegeben, steigt das Angebot am Markt. Das muss nicht automatisch zu Verkäufen führen, kann aber die Nervosität erhöhen. SpaceX bleibt mit Raumfahrt, Starlink und Infrastruktur für neue Technologien ein Unternehmen mit starken Wachstumsfeldern. Doch der Kursrückgang zeigt, dass selbst große Namen an der Börse nicht nur an Visionen, sondern auch an Liquidität, Bewertung und Verkaufsdruck gemessen werden.

Bn-Redaktion/tb
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