KI Boom mit Nebenwirkung

Jetzt trifft es Apple und Microsoft 26.06.2026, 18:30 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Apple
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Apple gibt den Kostendruck weiter

Apple hat die Preise für mehrere Mac und iPad Modelle erhöht. Als Grund gelten deutlich gestiegene Kosten für Speicher und Speicherchips, die auch durch den Ausbau von KI Rechenzentren getrieben werden. Besonders betroffen sind Geräte, bei denen Arbeitsspeicher und Speicherplatz einen hohen Anteil an den Produktionskosten haben. Der MacBook Air Einstiegspreis soll von 1.099 Dollar auf 1.299 Dollar steigen, umgerechnet etwa von 969 Euro auf 1.145 Euro. Das iPad Air soll von 599 Dollar auf 749 Dollar steigen, also von rund 528 Euro auf 660 Euro.

Microsoft trifft es bei Xbox

Auch Microsoft erhöht die Preise. Ab dem 1. August 2026 sollen Xbox Konsolen je nach Modell um 100 bis 150 Dollar teurer werden, umgerechnet etwa 88 bis 132 Euro. Die Xbox Series S soll damit bei 499,99 Dollar starten, also rund 441 Euro. Die Xbox Series X ohne Laufwerk soll 749,99 Dollar kosten, rund 661 Euro. Die Version mit Laufwerk soll auf 799,99 Dollar steigen, etwa 705 Euro. Das 2 TB Modell wird eingestellt.

KI saugt Speicher auf

Der Hintergrund ist ein knapper Markt für DRAM und NAND Flash. Große KI Rechenzentren benötigen enorme Mengen an Speicher, während Hersteller ihre Kapazitäten stärker auf margenstarke KI Nachfrage ausrichten. TrendForce erwartet für das zweite Quartal 2026 bei konventionellem DRAM einen Preisanstieg von 58 bis 63 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Bei NAND Flash sollen die Vertragspreise sogar um 70 bis 75 Prozent steigen.

Margen oder Marktanteile

Für Apple und Microsoft entsteht damit ein klassisches Dilemma. Schlucken die Unternehmen die höheren Kosten, geraten die Gewinnmargen unter Druck. Geben sie die Kosten weiter, könnten Kunden Käufe verschieben oder zu günstigeren Alternativen wechseln. Bei Konsolen ist die Lage besonders heikel, weil Hardware oft mit sehr niedrigen Margen oder sogar unter Herstellungskosten verkauft wird. Microsoft verweist daher auf die stark gestiegenen Speicher und Speicherkosten als Belastung für das Xbox Geschäft.

Signal für den gesamten Tech Markt

Für Anleger ist die Entwicklung mehr als eine Preismeldung. Sie zeigt, dass der KI Boom Gewinner und Verlierer gleichzeitig schafft. Speicherhersteller wie Micron, Samsung oder SK Hynix profitieren von hoher Nachfrage und steigenden Preisen. Gerätehersteller wie Apple und Microsoft müssen dagegen beweisen, dass ihre Preissetzungsmacht stark genug bleibt. Entscheidend wird, ob Kunden höhere Preise akzeptieren oder ob der KI Boom am Ende auch den Absatz klassischer Elektronik bremst.

Bn-Redaktion/tb
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