Nel ASA

Viel Nachfrage, aber wo bleibt der Umsatz? 17.04.2026, 12:30 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Wasserstofftanks
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Viel Nachfrage, wenig Umsatz: Das strukturelle Dilemma

Für Nel ASA spitzt sich die Lage vor den anstehenden Quartalszahlen am 22. April weiter zu. Der norwegische Elektrolyseur-Hersteller kämpft mit einem grundlegenden Ungleichgewicht: Während die Auftragseingänge wachsen, bleibt die Umsatzrealisierung deutlich zurück.

Im vierten Quartal 2025 sank der Umsatz um 20 Prozent auf 330 Millionen NOK, begleitet von einem negativen EBITDA. Auf Jahressicht verschärft sich das Bild: Der Umsatz brach 2025 um 31 Prozent auf 963 Millionen NOK ein. Zusätzlich belasteten Abschreibungen in Höhe von 799 Millionen NOK die Ergebnisrechnung erheblich.

Demgegenüber steht eine solide Nachfragebasis. Allein in der PEM-Sparte verbuchte Nel im vierten Quartal Auftragseingänge von 686 Millionen NOK. Der gesamte Auftragsbestand liegt inzwischen bei über 1,3 Milliarden NOK. Das Management führt die Diskrepanz auf unregelmäßige Lieferpläne bei Großprojekten zurück — ein Argument, das am Markt zwar akzeptiert, aber zunehmend kritisch hinterfragt wird.

Sinkende Kursziele und skeptische Analysten

Die Unsicherheit spiegelt sich auch in den Analysteneinschätzungen wider. Sowohl Berenberg als auch Citigroup halten an ihren neutralen Ratings fest, haben jedoch ihre Kursziele gesenkt. Berenberg sieht den fairen Wert nun bei 2,30 NOK, Citigroup bei 2,40 NOK.

Im Fokus der Kritik stehen mehrere Faktoren: ein anhaltend hoher Cashburn, die Möglichkeit weiterer Kapitalmaßnahmen mit entsprechender Verwässerung sowie strukturelle Probleme in der Wasserstoffbranche. Dazu zählen insbesondere Überkapazitäten und verschobene Investitionsentscheidungen auf Kundenseite.


An der Börse zeigt sich diese Gemengelage deutlich. Die Nel-Aktie notiert in Frankfurt aktuell bei 0,20 Euro und damit rund 18 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch vom Juli 2025. Technisch signalisiert ein RSI von 34,8 zwar eine überverkaufte Situation, doch eine nachhaltige Gegenbewegung blieb bislang aus.

Technologieoffensive und Fördergelder als Hoffnungsträger

Langfristig setzt Nel auf technologische Fortschritte, insbesondere mit der „Next Generation Pressurized Alkaline“-Technologie. Diese befindet sich seit 2018 in der Entwicklung und hat zuletzt wichtige Meilensteine erreicht. Die Vollskaltests im Herøya Industripark wurden abgeschlossen, der kommerzielle Marktstart ist für die erste Jahreshälfte 2026 geplant. Großvolumige Auslieferungen sollen ab 2027 folgen.

Unterstützung erhält das Projekt von der Europäischen Union, die bis zu 135 Millionen Euro aus dem Innovationsfonds bereitstellt. Damit können bis zu 60 Prozent der relevanten Investitions- und Betriebskosten abgedeckt werden. Die erste Gigawatt-Produktionskapazität erfordert vor Förderung Investitionen von rund 300 Millionen NOK. Finanziell verfügt Nel über einen Liquiditätspuffer von etwa 1,6 Milliarden NOK, was zumindest kurzfristig Spielraum für die anstehenden Investitionen schafft.

Entscheidend wird nun sein, ob der Quartalsbericht am 22. April erste Anzeichen dafür liefert, dass sich der wachsende Auftragsbestand zunehmend in realisierte Umsätze übersetzt. Sollte dieser Nachweis ausbleiben, dürfte sich der Fokus rasch auf die nächsten Halbjahreszahlen am 15. Juli verlagern — als nächste Bewährungsprobe für das Geschäftsmodell.

Bn-Redaktion/aw
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