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Trumps Zölle vernichten auch Pharma-Werte 09.04.2025, 16:35 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Medikamente
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US-Zölle schocken Pharma-Branche: Milliardenverluste und Produktionsdruck drohen

Pharma-Werte brechen ein

Die jüngste Ankündigung von Donald Trump, bald massive Zölle auf pharmazeutische Produkte zu erheben, hat die Märkte aufgeschreckt – besonders die Pharmabranche. Inmitten eines breiteren Börsenrückgangs gehörten europäische Gesundheitswerte am Mittwoch zu den größten Verlierern. Der Stoxx Europe 600 Health Care Index fiel auf ein Zweieinhalb-Jahres-Tief. Schwergewichte wie AstraZeneca, Novo Nordisk und Roche verloren zwischenzeitlich rund sieben Prozent.

US-Präsident Trump sagte bei einer Spendengala: „Wir werden sehr bald große Zölle auf Pharmazeutika ankündigen.“ Ziel sei es, die Produktion zurück in die USA zu holen: „Wir sind der große Markt – und wenn wir handeln, kommen sie zurück.“

Kollateralschaden für Investoren

Novo Nordisk, einst eines der wertvollsten Unternehmen Europas, verlor seit seinem Hoch im Juni 2024 über 60 Prozent – sämtliche Gewinne durch den Hype um die Abnehmspritze Wegovy sind ausgelöscht. Auch der US-Konkurrent Eli Lilly büßte innerhalb von sechs Monaten rund 25 Prozent seines Börsenwertes ein.

Ein Analyst der Bank BMO erklärte: „Der Nimbus der Pharmaindustrie als sicherer Hafen ist passé.“ In Deutschland rutschten Bayer und Merck KGaA jeweils über drei Prozent ab, ebenso wie Medios. Auch Zulieferer wie Qiagen und Sartorius gerieten massiv unter Druck.

Unklare Details, große Unsicherheit

Trump plant, die Zölle mithilfe von Section 232 zu erheben – einem Mechanismus, der bereits bei Stahl und Aluminium zur Anwendung kam. Eine offizielle Untersuchung wurde bislang jedoch nicht eingeleitet. Analysten von Bloomberg Intelligence warnen: „Firmen mit geringen Bruttomargen wie Pfizer, Sanofi oder Bristol-Myers Squibb könnten besonders hart getroffen werden.“

Die undurchsichtige Herkunft vieler Wirkstoffkomponenten erschwert eine konkrete Einschätzung der Auswirkungen. Klar ist jedoch: Die komplexen globalen Lieferketten der Branche machen eine kurzfristige Produktionsverlagerung in die USA nahezu unmöglich.

Bn-Redaktion/ts
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