Oracle unter Druck

Pentagon-Milliarden reichen Anlegern nicht aus 24.07.2026, 15:17 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Milliardenauftrag sorgt nur kurz für Erleichterung

Für positive Schlagzeilen sorgte zunächst der neue Zehnjahresvertrag mit dem Pentagon. Oracle wird Behörden wie dem Militär, den Nachrichtendiensten und der Küstenwache künftig mit Softwarelösungen versorgen. Das US-Verteidigungsministerium erwartet dadurch Einsparungen von mehr als 440 Millionen US-Dollar.

Die Nachricht ließ die Aktie vorbörslich steigen. Doch der Optimismus hielt nicht lange an. Trotz des prestigeträchtigen Auftrags notiert Oracle weiterhin deutlich unter seinem früheren Höchststand.

Hohe Schulden bleiben das größte Risiko

Der Hauptgrund für die Skepsis liegt in der Bilanz. Oracle investiert derzeit massiv in den Ausbau seiner KI-Cloud-Infrastruktur und finanziert einen großen Teil dieser Investitionen über neue Schulden. Die langfristigen Verbindlichkeiten sind inzwischen auf mehr als 120 Milliarden US-Dollar gestiegen, während weitere Milliarden für neue Rechenzentren benötigt werden.

Zusätzlichen Druck brachte zuletzt die Herabstufung der Kreditwürdigkeit durch S&P Global. Die Ratingagentur sieht Risiken durch den hohen Kapitalbedarf, den negativen freien Cashflow und die starke Abhängigkeit von einzelnen Großkunden wie OpenAI.

KI bleibt Wachstumstreiber

Operativ entwickelt sich das Geschäft dagegen weiterhin stark. Oracle profitiert vom Boom rund um Künstliche Intelligenz und Cloud-Infrastruktur. Der Auftragsbestand liegt inzwischen bei rund 638 Milliarden US-Dollar, während Analysten auch für die kommenden Quartale mit kräftigem Umsatzwachstum rechnen.

Gleichzeitig gilt die Aktie inzwischen als vergleichsweise günstig bewertet. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt deutlich unter dem Durchschnitt des Technologiesektors. Viele Experten sehen daher langfristig weiterhin Potenzial – vorausgesetzt, die hohen Investitionen zahlen sich aus.

Charttechnik mahnt zur Vorsicht

Aus charttechnischer Sicht bleibt das Bild jedoch angespannt. Die Aktie hat seit Anfang Juni mehr als die Hälfte ihres Wertes verloren und notiert unter wichtigen gleitenden Durchschnitten. Mehrere Analysten sehen deshalb die Möglichkeit eines weiteren Rückgangs bis in den Bereich von 100 US-Dollar, bevor eine nachhaltige Bodenbildung einsetzen könnte.

Fazit

Oracle verbindet derzeit zwei gegensätzliche Entwicklungen. Auf der einen Seite sorgen Milliardenaufträge, starkes Cloud-Wachstum und der KI-Boom für langfristige Chancen. Auf der anderen Seite belasten die hohe Verschuldung, der enorme Investitionsbedarf und die schwache Kursentwicklung das Vertrauen der Anleger. Kurzfristig dürfte die Aktie deshalb volatil bleiben. Entscheidend wird sein, ob Oracle seine Milliardeninvestitionen künftig in steigende Gewinne und einen nachhaltig positiven Cashflow umwandeln kann.

Bn-Redaktion/js
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